Deutsche Tageszeitung - Bangladesch: Ex-Regierungschefin Zia gestorben - 80-Jährige wollte bei Wahl antreten

Bangladesch: Ex-Regierungschefin Zia gestorben - 80-Jährige wollte bei Wahl antreten


Bangladesch: Ex-Regierungschefin Zia gestorben - 80-Jährige wollte bei Wahl antreten
Bangladesch: Ex-Regierungschefin Zia gestorben - 80-Jährige wollte bei Wahl antreten / Foto: © AFP/Archiv

Die frühere Regierungschefin von Bangladesch, Khaleda Zia, ist tot. Zia, die bei den Parlamentswahlen im Februar antreten wollte, starb am Dienstag im Alter von 80 Jahren, wie ihre Partei BNP mitteilte. Interims-Regierungschef Muhammad Yunus würdigte Zia als "großartige Beschützerin" des Landes und rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Die Ex-Premierministerin soll am Mittwoch beigesetzt werden.

Textgröße ändern:

Zia war von 1991 bis 1996 und von 2001 bis 2006 Regierungschefin des südasiatischen Landes. Trotz jahrelanger Krankheit hatte sie im November angekündigt, bei der für den 12. Februar angesetzten Wahl erneut einen Parlamentssitz anzustreben. Bei der Wahl werden der BNP gute Chancen zugerechnet. Zias Sohn Tarique Rahman war erst am Donnerstag nach 17 Jahren im Exil nach Bangladesch zurückgekehrt. Er wird als möglicher nächster Regierungsschef gehandelt.

Zia war ab 2018 unter der Regierung ihrer Erzrivalin Sheikh Hasina wegen Korruption inhaftiert worden. Im vergangenen Jahr wurde sie freigelassen, nachdem Hasina infolge wochenlanger Massenproteste zurückgetreten und nach Indien geflüchtet war. Im November wurde Zia wegen diverser Gesundheitsprobleme ins Krankenhaus gebracht, dennoch verschlechterte sich ihr Zustand. Gleichwohl reichten nur wenige Stunden vor ihrem Tod BNP-Mitarbeiter ihre Bewerbung um ein Parlamentsmandat ein.

Übergangs-Regierungschef Yunus würdigte Zia in einer Fernsehansprache. "Durch ihre unbeugsame Führung wurde die Nation wiederholt aus undemokratischen Zuständen befreit und dazu inspiriert, die Freiheit zurückzugewinnen", sagte der Friedensnobelpreisträger.

Zias langjährige Widersacherin Hasina erklärte in einem von ihrer - inzwischen verbotenen - Partei Awami League verbreiteten Statement: "Ich bete für den ewigen Frieden und für Vergebung für Begum Khaleda Zias Seele." Hasina, die 15 Jahre lang mit eiserner Hand regiert hatte, war im November in Abwesenheit wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt worden. Sie ist weiterhin in Indien untergetaucht.

Gewürdigt wurde die Verstorbene Zia auch vom indischen Premierminister Narendra Modi. Er erklärte, Zias "Vision und Erbe" würden weiterhin die Beziehungen zwischen Indien und Bangladesch lenken. Diese Worte kamen überraschend, da Indien in der Vergangenheit Hasina unterstützt und die Beziehungen beider Länder sich nach deren Sturz verschlechtert hatten.

Unter Hasina waren die Sicherheitskräfte im vergangenen Jahr gewaltsam gegen regierungskritische Proteste vorgegangen, rund 1400 Menschen wurden nach UN-Angaben dabei getötet. Trotz Hasinas Abdankung und Flucht ist die Lage in Bangladesch wieder stark angespannt. Die Tötung eines Studentenanführers durch maskierte Angreifer löste in diesem Monat landesweite Unruhen aus.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

AfD-Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt: Klingbeil sieht Klärungsbedarf bei CDU

Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil sieht nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt auch Klärungsbedarf bei der CDU. Dass Rausch mit deutlich mehr als den AfD-Stimmen gewählt wurde, "wirft sehr drängende Fragen auf", erklärte Klingbeil am Dienstag. "Nicht nur das BSW, sondern auch die CDU muss dringend erklären, wie es dazu kommen konnte."

Regierungskreise: Macron berät mit wichtigen Ministern über Schülerproteste

Angesichts der seit Wochen andauernden Schülerproteste in Frankreich trifft der französische Präsident Emmanuel Macron am Dienstagabend mit wichtigen Ministern zusammen. An dem Treffen sollen unter anderem Premierminister Sébastien Lecornu, Innenminister Laurent Nuñez und Bildungsminister Édouard Geffray teilnehmen, wie am Dienstag aus Regierungskreisen verlautete.

Jemen: Militärkoalition meldet abgefangene Huthi-Rakete im Südwesten Saudi-Arabiens

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen hat eigenen Angaben zufolge eine ballistische Rakete der pro-iranischen Huthi-Miliz abgefangen. Die Rakete, die auf Chamis Muschait im Südwesten Saudi-Arabiens abgefeuert worden sei, sei "abgefangen und zerstört" worden, erklärte der Sprecher der Koalition, Turki al-Maliki, am Dienstag im Onlinedienst X. In der Stadt befindet sich ein Luftwaffenstützpunkt.

Grüne: Regierung gelingt Berufung von Antisemitismusbeauftragtem nicht

Die Grünen kritisieren, dass das Amt des Antisemitismusbeauftragten weiter unbesetzt ist. "Zu jeder passenden wie unpassenden Gelegenheit inszeniert sich die Bundesregierung als Vorkämpferin gegen Antisemitismus", sagte die Grünen-Innenpolitikerin Marlene Schönberger am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Doch die Worte passen nicht zu ihren Taten. Politische Bildungsarbeit gegen Antisemitismus wird geschwächt und es gelingt der Bundesregierung noch nicht einmal, einen Antisemitismusbeauftragten zu berufen.

Textgröße ändern: