Deutsche Tageszeitung - Unicef: "Nie zuvor wuchsen so viele Kinder in Krisen- und Konfliktgebieten auf"

Unicef: "Nie zuvor wuchsen so viele Kinder in Krisen- und Konfliktgebieten auf"


Unicef: "Nie zuvor wuchsen so viele Kinder in Krisen- und Konfliktgebieten auf"
Unicef: "Nie zuvor wuchsen so viele Kinder in Krisen- und Konfliktgebieten auf" / Foto: © AFP

Hunger, Gewalt, Krankheiten: Im Jahr 2025 wuchsen so viele Kinder in Krisen- und Konfliktgebieten auf wie nie zuvor. Fast jedes fünfte Kind und damit fast doppelt so viele wie Mitte der 90er Jahre war betroffen, wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Dienstag mitteilte. Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, rechnet auch 2026 mit "enormen Herausforderungen". Er rief nationale Regierungen, öffentliche Geldgeber und Partner aus der Privatwirtschaft "dringend" zu mehr statt weniger Unterstützung auf.

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In Krisengebieten wie im Gazastreifen, im Sudan oder in der Ukraine sind Kinder laut Unicef aktuell in täglicher Lebensgefahr durch explosive Waffen, Hunger und fehlende Grundversorgung. Die globale Unterfinanzierung humanitärer Hilfe habe die Situation verschärft, und eine Besserung zeichne sich nicht ab.

Bei der Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung gebe es kaum Fortschritte und zudem einen starken Anstieg auf dem afrikanischen Kontinent, beklagte Unicef. Weltweit seien rund 43 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt und 150 Millionen chronisch mangelernährt. 

Die Vereinten Nationen stellten zudem einen Höchststand schwerer Kinderrechtsverletzungen und Angriffe auf humanitäre Helferinnen und Helfer fest: Sie verifizierten 2024 mehr als 41.000 schwere Kinderrechtsverletzungen in nur einem Jahr. Das sei ein Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, erklärte Unicef. Dahinter stünden zehntausende Kinder, "die getötet, verstümmelt, von bewaffneten Gruppen rekrutiert oder eingesetzt, entführt oder Opfer sexualisierter Gewalt wurden, denen Bildung, Schutz, medizinische Versorgung oder humanitäre Hilfe fehlen".

"Kinder zahlen den höchsten Preis für Konflikte, die sie nicht verursacht haben", erklärte Geschäftsführer Schneider. Doch Hunger und Kinderarmut seien kein Schicksal wie eine Naturkatastrophe, "die uns plötzlich und unvorbereitet trifft". Sie zeigten "ein eklatantes Versagen unserer globalen Politik und unserer Gesellschaft gegenüber unseren Kindern".

Unicef habe es auch 2025 gemeinsam mit Partnern geschafft, "Leben zu retten und Perspektiven zu schaffen", hob Schneider hervor. Beispiele seien ein ausreichender Zugang zu sauberem Wasser, Zugang zu Bildung und die Impfung Millionen Kinder etwa gegen Kinderlähmung.

(M.Dorokhin--DTZ)

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