Deutsche Tageszeitung - China weist Kritik an Militärmanöver um Taiwan zurück - Taipeh beschwört seine Souveränität

China weist Kritik an Militärmanöver um Taiwan zurück - Taipeh beschwört seine Souveränität


China weist Kritik an Militärmanöver um Taiwan zurück - Taipeh beschwört seine Souveränität
China weist Kritik an Militärmanöver um Taiwan zurück - Taipeh beschwört seine Souveränität / Foto: © AFP

China hat die internationale Kritik an seinem jüngsten Militärmanöver rund um Taiwan scharf zurückgewiesen. Die betreffenden Länder und Institutionen ignorierten wissentlich, dass "separatistische Kräfte in Taiwan versuchen, die Unabhängigkeit mit militärischen Mitteln zu erreichen", sagte Außenministeriumssprecher Lin Jian. Chinas Präsident Xi Jinping sagte in seiner Neujahrsbotschaft, "die Wiedervereinigung" Chinas mit Taiwan sei "unaufhaltsam". Taiwans Staatschef Lai Ching-te beschwor dagegen am Donnerstag die Souveränität der demokratisch regierten Insel.

Textgröße ändern:

Die Regierungen von Japan und Australien hatten Pekings großangelegtes Militärmanöver rund um Taiwan zuvor verurteilt. Die Übungen verstärkten die Spannungen in der Region, erklärte das japanische Außenministerium. Australien sprach von "destabilisierenden" Militärübungen. Auch Deutschland, Frankreich und die EU zeigten sich besorgt.

Frieden und Stabilität in der Straße von Taiwan seien von strategischer Bedeutung für regionale und internationale Sicherheit und Wohlstand, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Dienstag in Berlin. "Jegliche Änderung des Status quo darf nur friedlich und in gegenseitigem Einvernehmen erfolgen." Die Bundesregierung rufe zu Zurückhaltung und Dialog auf.

Peking erklärte daraufhin am Mittwoch, es handele sich um eine "verantwortungslose Kritik an Chinas notwendigen und gerechten Handlungen zur Verteidigung seiner Souveränität und territorialen Integrität". Der Außenministeriumssprecher sagte weiter, dabei würden "Fakten verdreht sowie richtig und falsch verwechselt".

Die chinesische Armee hatte am Montag und Dienstag ein zweitägiges Militärmanöver mit dutzenden Kampfflugzeugen und Marineschiffen rund um die demokratisch regierte Insel Taiwan abgehalten und dabei auch Raketen abgefeuert. Simuliert wurden die Blockade wichtiger taiwanischer Häfen und Angriffe auf Ziele zur See. Am Mittwoch meldete die Armee den "erfolgreichen Abschluss" des Manövers "Gerechtigkeits-Mission 2025".

China betrachtet das selbstverwaltete und demokratische Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Die Spannungen in der Region hatten sich zuletzt weiter verschärft, nachdem die USA einen Rüstungsvertrag im Umfang von elf Milliarden Dollar (9,33 Milliarden Euro) mit Taiwan verkündet hatten. China hatte daraufhin "entschlossene und schlagkräftige Maßnahmen" zum Schutz seines Territoriums angekündigt.

Taiwans Staatschef Lai beschwor zum Jahreswechsel erneut die Souveränität der demokratisch regierten Insel. "Meine Haltung war immer klar: Ich werde die nationale Souveränität standhaft verteidigen", sagte Lai am Donnerstag in seiner im Fernsehen übertragenen Neujahrsansprache aus dem Präsidentenpalast in Taipeh. Zudem wolle er "umfassende und wirksame Abschreckungskapazitäten aufbauen und robuste demokratische Verteidigungsmechanismen entwickeln".

In seiner Rede nannte Lai Taiwan auch international "unverzichtbar". Die internationale Unterstützung für die Insel sei "unerschütterlich". Dies bedeute, dass "Taiwan nicht mehr nur Taiwan ist", fügte Lai hinzu. Die demokratische Insel sei "eine vertrauenswürdige und verantwortungsvolle Kraft des Guten in der internationalen Gemeinschaft".

China warf Lai daraufhin vor, seine Rede sei "voller Lügen und Unsinn, Feindseligkeit und Bosheit" gewesen, sagte der Sprecher des chinesischen Büros für Taiwan-Angelegenheiten, Chen Binhua, der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge am Neujahrstag. Der Sprecher fügte hinzu, Lai habe "die Konfrontation zwischen beiden Seiten der Taiwan-Straße angeheizt". Er habe zudem "erneut den Irrglauben von der 'Unabhängigkeit Taiwans'" verbreitet und "die alte Leier von 'Demokratie versus Autoritarismus' abgespult".

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

SPD-Vize Schweitzer will veraltete Ideen aus Parteiprogramm streichen

Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Alexander Schweitzer hat seine Partei zur Trennung von veralteten Ideen aufgerufen, um für Wählerinnen und Wähler interessant zu bleiben. "Die SPD muss ihren Instrumentenkasten überprüfen", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Die Partei müsse sich fragen, ob darin die richtigen Ideen für die 20er und 30er Jahre dieses Jahrhunderts enthalten seien.

Tote durch Pyrotechnik und hunderte Festnahmen: Unruhige Silvesternacht in Deutschland

Tausende Polizei-und Feuerwehreinsätze, Attacken auf Beamte und unbeteiligte Passanten sowie Tote durch selbstgebaute Feuerwerkskörper: In vielen deutschen Städten ist die Silvesternacht unruhig verlaufen. In Berlin nahm die Polizei nach ersten Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mehr als 420 Menschen fest und zählte 30 verletzte Beamte. Auch in Hamburg und anderen Städten gab es mehrere Fest- oder Ingewahrsamnahmen etwa nach Pyrotechnikbeschuss von Einsatzkräften.

AFP-Analyse: Nächtliche russische Angriffe auf Ukraine im Dezember leicht rückläufig

Die Zahl der nächtlichen russischen Luftangriffe auf die Ukraine ist jüngsten Daten der ukrainischen Armee zufolge im Dezember leicht zurückgegangen. Russland feuerte im Dezember mindestens 5134 Drohnen auf die Ukraine ab und damit sechs Prozent weniger als im Vormonat, wie eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag zeigte, die sich auf Daten der ukrainischen Luftwaffe stützt. Die Zahl der in der Nacht abgefeuerten Raketen ging demnach im vergangenen Monat um 18 Prozent zurück.

Großbritannien: Zahl der über Ärmelkanal kommenden Migranten auf höchstem Stand seit 2022

Mehr als 41.000 Migranten haben 2025 mit kleinen Booten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überquert. Zwischen Jahresbeginn und dem 30. Dezember erreichten 41.472 Menschen von Frankreich aus das Vereinigte Königreich, wie Daten des britischen Innenministeriums am Mittwoch zeigten. Das ist die zweithöchste Zahl ankommender Migranten seit Beginn der Erhebung der Daten im Jahr 2018. Nur 2022 waren mehr Migranten über das Meer nach Großbritannien gekommen, nämlich 45.774.

Textgröße ändern: