Deutsche Tageszeitung - Kornelius: Bundesregierung hält wenig von Grönland-Drohungen der USA

Kornelius: Bundesregierung hält wenig von Grönland-Drohungen der USA


Kornelius: Bundesregierung hält wenig von Grönland-Drohungen der USA
Kornelius: Bundesregierung hält wenig von Grönland-Drohungen der USA / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesregierung hat die Drohung der USA mit einem Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands kritisiert. "Die Bundesregierung hält von dieser Form von Drohungen wenig", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Mittwoch in Berlin. "Grönland gehört seiner Bevölkerung", fügte er hinzu. "Die Grundprinzipien des Völkerrechts müssen immer überall gelten - insbesondere die staatliche Souveränität und die territoriale Integrität. Das ist und bleibt unsere Haltung."

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung wollte sich dabei aber nicht die Warnung von Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, wonach ein Angriff auf Grönland durch den Nato-Verbündeten USA das Ende der Nato besiegeln würde, zu eigen machen.

"Die Bundesregierung wird momentan wenig dazu beitragen wollen, diese Situation verbal weiter zu eskalieren", sagte Kornelius dazu. "Ich kann davor nur warnen, dass wir in apokalyptische Szenarien einsteigen."

Dänemark habe beim Thema Grönland die "volle Unterstützung" Deutschlands, sagte der Sprecher weiter. "Dänemark und Grönland - und nur sie alleine - entscheiden über Angelegenheiten in Dänemark und Grönland."

Das Bundesverteidigungsministerium riet dazu, angesichts der Rhetorik aus Washington einen kühlen Kopf zu bewahren. "Wir sollten jetzt nicht bei allem aufschrecken, was gesagt wird", sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Es gebe aktuell "eine Form der Kommunikation von Seiten der US-Administration, die vielleicht ein bisschen provozierender ist, als wir das sonst kennen", fügte er hinzu. Er riet dazu, "nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, was in diesem Zusammenhang gesagt wird".

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag seine Begehrlichkeit auf Grönland bekräftigt und schließt dabei nach Angaben seiner Sprecherin einen Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands nicht aus. "Der Präsident und sein Team diskutieren derzeit eine Reihe von Möglichkeiten, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und natürlich ist für den Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs immer eine Option", erklärte Sprecherin Karoline Leavitt.

Der US-Militäreinsatz in Venezuela und die Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro hatte bei westlichen Partnern der USA die Befürchtungen verstärkt, dass Trump auch seine Drohungen zur Einnahme des rohstoffreichen und geostrategisch günstig gelegenen Grönland militärisch umsetzen könnte. Trump begründet sein Begehren mit der nationalen Sicherheit der USA.

Die Bundesregierung argumentiert, dass die USA diese Sicherheitserwägungen am besten im Nato-Bündnis umsetzen können, zu dem auch Dänemark gehört. Regierungssprecher Kornelius sagte, "dass das hinter dem Grönland-Thema stehende Bedürfnis nach stärkerer Sicherheit im arktischen Raum berechtigt ist". Dies sei aber ein Bedürfnis, das sich "im Bündnis sehr gut adressieren lässt".

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Massenandrang zu Beginn der Trauerfeiern für Chamenei im Iran

Im Iran haben die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für den getöteten langjährigen obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei begonnen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP, strömten Tausende Menschen am Samstagmorgen zur Mosalla von Teheran, einem weitläufigen Moschee-Komplex, in den der Sarg bereits am Freitag gebracht worden war. Das Staatsfernsehen meldete den offiziellen Beginn der öffentlichen Trauerfeiern.

Massive Verkehrsbehinderungen durch Proteste gegen AfD-Parteitag in Erfurt

Vor dem AfD-Parteitag in Erfurt kommt es durch Blockaden von Gegendemonstranten zu massiven Verkehrsbehinderungen. Unter anderem blockierten nach Angaben der Polizei am Samstagmorgen rund 300 Menschen die Autobahn A 71, diese wurde auf einer Teilstrecke komplett gesperrt. Zudem waren nach Angaben der Polizei mehrere Zufahrtsstraßen in die Stadt durch Demonstranten blockiert. Der öffentliche Nahverkehr kam teilweise zum Erliegen.

Proteste gegen AfD-Parteitag in Erfurt: Polizei sperrt Autobahn

Angesichts der erwarteten massiven Proteste gegen den AfD-Parteitag in Erfurt hat die Polizei "aus Sicherheitsgründen" eine Autobahn komplett gesperrt. Betroffen sei die A 71 zwischen dem Erfurter Kreuz und der Anschlussstelle Gispersleben, teilte am Samstagmorgen die Stadtverwaltung mit. Die Sperrung gelte für beide Fahrtrichtungen.

Iran: Offizielle Trauerfeiern für getöteten obersten Führer Chamenei beginnen

Im Iran beginnen am Samstag die offiziellen Trauerfeiern für den langjährigen obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei. Die Feierlichkeiten für den am ersten Kriegstag am 28. Februar bei US-israelischen Angriffen getöteten Chamenei erstrecken sich über sechs Tage, dabei ist auch ein Trauerzug im benachbarten Irak geplant. Chamenei hatte fast 37 Jahre lang an der Spitze des klerikalen Systems im Iran gestanden.

Textgröße ändern: