Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen mutmaßlichen IS-Kriegsverbrecher in Düsseldorf begonnen

Prozess gegen mutmaßlichen IS-Kriegsverbrecher in Düsseldorf begonnen


Prozess gegen mutmaßlichen IS-Kriegsverbrecher in Düsseldorf begonnen
Prozess gegen mutmaßlichen IS-Kriegsverbrecher in Düsseldorf begonnen / Foto: © AFP/Archiv

Ein Jahr nach der Festnahme eines mutmaßlichen IS-Mitglieds in Nordrhein-Westfalen hat am Donnerstag der Prozess gegen den 33-Jährigen begonnen. Der syrische Staatsbürger Ahmad A. muss sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen verantworten. Er soll Teil einer IS-Einheit gewesen sein, die in Syrien mehrere Menschen tötete.

Textgröße ändern:

Der Anklage zufolge arbeitete A. von 2014 bis 2017 für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Im August 2014 soll er mit seiner Einheit zahlreiche Männer festgenommen haben. Zwei von ihnen seien sofort enthauptet worden. Die Gefangenen seien misshandelt und gefoltert worden.

Der Generalbundesanwalt wirft A. vor, die Taten als Wachmann mit einer Kalaschnikow abgesichert zu haben. Eine nicht näher bekannte Zahl der Gefangenen soll am nächsten Morgen von Mitgliedern der Einheit verschleppt und später hingerichtet worden sein.

A. wurde im Januar 2025 im nordrhein-westfälischen Monheim am Rhein festgenommen, wo er damals wohnte. Er kam in Untersuchungshaft. Vorgeworfen werden ihm die Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorgruppe, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Beihilfe zum Mord.

Der Prozess begann am Donnerstag nach Angaben einer Sprecherin mit der Verlesung der Anklage. Das Gericht setzte zunächst 19 Verhandlungstage bis Ende März an.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Drei Jahre nach Hammerskins-Razzia: Geldstrafe wegen Waffenbesitzes

Drei Jahre nach einer großangelegten Razzia bei Mitgliedern der rechtsextremen Gruppe Hammerskins ist ein Mann in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Geldstrafe von 7000 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Wismar sprach Sven K. am Montag des unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen sowie des unerlaubten Besitzes von Waffen und Munition schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Verbände fordern Stopp einer Plastiksteuer "im Schnellverfahren"

Die Plastiksteuer soll nach den Haushaltsplänen der schwarz-roten Koalition ab dem kommenden Jahr zusätzliche Einnahmen von jährlich mehr als einer Milliarde Euro bringen - Wirtschaftsverbände warnten in einem Brief an Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) nun, diese Steuer "im Schnellverfahren" ohne Ressortbeteiligung und Kabinettsbeschluss einzuführen. Das Kanzleramt müsse das Bundesfinanzministerium hier stoppen, forderten die Verbände, darunter die Ernährungsindustrie, der Handelsverband oder die Kunststoffverpackungsindustrie.

Netanjahu: Hamas wird nie wieder im Gazastreifen herrschen

Knapp drei Jahre nach dem Hamas-Großangriff auf Israel hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu eine erneute Machtübernahme der Islamisten im Gazastreifen ausgeschlossen. "Es wird keine Hamas-Herrschaft im Gazastreifen geben", sagte Netanjahu am Montag auf einem Militärfriedhof in Jerusalem bei einer Gedenkfeier für die Opfer der Attacken vom 7. Oktober 2023.

Nachrichtendienste warnen vor einem "gewaltsamen Konflikt mit Russland"

Die Spitzen der deutschen Sicherheitsdienste haben vor der Gefahr eines gewaltsamen Konflikts mit Russland gewarnt - und sehen Deutschland zugleich von innen bedroht. Von "keinem anderen Land" gehe aktuell eine so konkrete Bedrohung aus wie von Russland, sagte der Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, am Montag. Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen mahnte zugleich, dass die Gefahr des Rechtsextremismus nicht aus dem Fokus geraten dürfe.

Textgröße ändern: