Deutsche Tageszeitung - Todesopfer und Stromausfall durch erneute russische Angriffe in der Urkaine

Todesopfer und Stromausfall durch erneute russische Angriffe in der Urkaine


Todesopfer und Stromausfall durch erneute russische Angriffe in der Urkaine
Todesopfer und Stromausfall durch erneute russische Angriffe in der Urkaine / Foto: © AFP

Russland hat die Ukraine in der Nacht zu Dienstag mit hunderten Drohnen und Raketen angegriffen und damit erneut hunderttausende Menschen von der Energieversorgung abgeschnitten. In der nordöstlichen Region Charkiw wurden laut Regionalregierung vier Menschen getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte die internationale Gemeinschaft auf, auf "diesen russischen Terror mit neuen Hilfspaketen für die Ukraine" zu reagieren. Aus den USA kam derweil Kritik an Russlands jüngstem Angriff auf die Ukraine mit einer atomwaffenfähigen Oreschnik-Mittelstreckenrakete.

Textgröße ändern:

Die russischen Bombardements in der Nacht zu Dienstag seien mit 25 Raketen und 293 Drohnen erfolgt, erklärte die ukrainische Luftwaffe. Der größte ukrainische Energieversorger DTEK teilte mit, die russische Armee habe eines seiner Kraftwerke getroffen. Es handelte sich demnach um die achte derartige russische Attacke seit Oktober. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 gab es demnach bereits mehr als 220 Angriffe auf DTEK-Kraftwerke.

Selenskyj erklärte in Onlinenetzwerken, infolge der jüngsten Angriffe seien "mehrere hunderttausend" Haushalte in der Nähe der Hauptstadt Kiew von der Stromversorgung abgeschnitten. Darauf müsse die Welt mit zusätzlicher Hilfe für die Ukraine reagieren. "Russland muss lernen, dass Kälte ihm nicht dabei helfen wird, den Krieg zu gewinnen", erklärte der ukrainische Präsident in Online-Netzwerken.

Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, teilte im Onlinedienst Telegram mit, am Stadtrand der gleichnamigen Regionalhauptstadt seien in der Nacht vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah, wie die Feuerwehr einen Brand in einem angegriffenen Postgebäude bekämpfte und Rettungskräfte bei frostigen Temperaturen Überlebende betreuten.

Der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, meldete einen weiteren Angriff in der Stadt, bei dem eine russische Langstreckendrohne eine medizinische Einrichtung für Kinder getroffen und ein Feuer ausgelöst habe. Bei der Attacke sei ersten Erkenntnissen zufolge niemand verletzt worden.

Auch andere Gebiete der Ukraine wurden in der Nacht angegriffen, darunter die südliche Hafenstadt Odessa. Dort seien Wohnhäuser, ein Krankenhaus und ein Kindergarten beschädigt und mindestens fünf Menschen verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Serhij Lysak. Auch in der südöstlichen Region Saporischschja ereigneten sich nach Angaben der Regionalregierung Explosionen infolge russischer Angriffe.

Die russische Armee attackiert die Ukraine seit Monaten täglich mit Drohnen und Raketen. Inmitten des eisigen Winters verstärkte Moskau insbesondere seine Angriffe auf ukrainische Energieanlagen.

Zuletzt hatte der russische Einsatz der atomwaffenfähigen Mittelstreckenrakete Oreschnik für Empörung in der Ukraine und im Westen gesorgt. "Dies ist eine weitere gefährliche und unerklärliche Eskalation, während die Vereinigten Staaten mit Kiew, anderen Partnern und Moskau zusammenarbeiten, um den Krieg durch eine Verhandlungslösung zu beenden", sagte dazu die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, am Montag in New York bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Ukraine-Krieg.

Washington verurteile "die anhaltenden und sich verstärkenden Angriffe Russlands auf Energieanlagen und weitere zivile Infrastruktur der Ukraine", sagte Bruce. Das Vorgehen Moskaus drohe "den Krieg auszuweiten und zu verschärfen".

Der amtierende britische Botschafter bei der UNO, James Kariuki, bezeichnete den Angriff nahe der polnischen Grenze als "rücksichtslos" und eine Gefährdung für "die regionale und internationale Sicherheit". Der Einsatz der atomwaffenfähigen Rakete berge ein "erhebliches Risiko einer Eskalation und Fehleinschätzung".

Die russischen Streitkräfte hatten die Oreschnik-Rakete bei massiven Angriffen auf die Ukraine in der Nacht zum Freitag eingesetzt. Nach Angaben Moskaus traf die Hyperschallrakete eine Flugzeug-Instandsetzungsfabrik in der westukrainischen Stadt Lwiw. Die Ukraine erklärte, es sei ein "ziviles" Ziel in der Region getroffen worden. Es war der zweite bekannte russische Angriff mit einer Oreschnik-Rakete in der Ukraine nach einem Einsatz im November 2024.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Wähler in Bosnien und Herzegowina bestimmen neue Parlamente und Präsidenten

In Bosnien und Herzegowina sind am Sonntag die Amtsträger im komplexen politischen System des früheren Bürgerkriegslandes gewählt worden. Der Beginn des Urnengangs verlief holprig, vielerorts gab es technische Probleme mit der neu eingeführten biometrischen Technik. Die Wahllokale sollten um 19.00 Uhr MESZ schließen, erste Ergebnisse wurden für den späten Abend erwartet.

Kanzler in Kiew: Hilfe für Ukraine zur Abwehr "barbarischer Angriffe" aus Russland

Luftalarm, Drohnenangriff und eine scharfe Warnung aus Moskau: Bei einem Besuch unter dramatischen Umständen in Kiew hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unbeirrt in seiner Unterstützung für die Ukraine gezeigt. Er sagte dem Land am Sonntag Militär- und Infrastruktur-Hilfen von über einer Milliarde Euro zu. Während seines Besuchs wurde eine Brücke in Kiew von einer russischen Drohne getroffen.

SPD wehrt sich in Reformdebatte gegen Blockadevorwürfe aus der Union

Die SPD ist Kritik aus der Union entgegengetreten, sie verzögere vereinbarte Reformvorhaben. "Blockadevorwürfe, öffentliche Forderungen oder Ultimaten bringen uns ehrlich gesagt nicht weiter - sie machen die Suche nach gemeinsamen Lösungen sogar eher langwieriger", sagte Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, am Sonntag der "Süddeutschen Zeitung". "Was uns weiterbringt, ist der Blick auf das, was uns verbindet und was wir gemeinsam erreichen wollen."

Selenskyj: Washington plant neue trilaterale Gespräche mit Kiew und Moskau im Oktober

Die USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, sagte Selenskyj am Sonntag vor Journalisten in Kiew. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt.

Textgröße ändern: