Deutsche Tageszeitung - 2000 Menschen bei Berliner Solidaritäts-Demonstration für Menschen im Iran

2000 Menschen bei Berliner Solidaritäts-Demonstration für Menschen im Iran


2000 Menschen bei Berliner Solidaritäts-Demonstration für Menschen im Iran
2000 Menschen bei Berliner Solidaritäts-Demonstration für Menschen im Iran / Foto: © AFP/Archiv

Bei einer Demonstration für Solidarität mit den Protestierenden im Iran sind in Berlin am Sonntag nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen auf die Straße gegangen. Bis zum Nachmittag wurden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Zu der Demonstration hatte nach Angaben der Veranstalter ein Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Amnesty International sowie die Linkspartei aufgerufen.

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Sie begann am Mittag unter dem Motto "Solidarität mit den Protesten in Iran" vor dem Brandenburger Tor in der Hauptstadt. "Die Toten sind zu viele, um sie zu zählen", hatte zuvor die Sprecherin des Bündnisses, Maryam Palizban, erklärt. "Die Islamische Republik löscht das Licht, um Gewalt auszuüben. Umso lauter müssen wir sein als ihre Dunkelheit, damit die Stimmen der Menschen im Iran nicht verschwinden."

Ebenfalls am Sonntag wurde bekannt, dass die Behörden im Iran die vor zehn Tagen wegen der Proteste im Land verhängte Internetblockade offenbar schrittweise wieder lockern wollen. Sie kündigten nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim an, den Internetzugang "schrittweise wiederherzustellen".

Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden mindestens 3428 Demonstrierende getötet, einige Schätzungen gehen sogar von mehreren tausend Todesopfern aus.

Am 8. Januar verhängten die Behörden zudem eine umfassende Kommunikationssperre: Neben dem Internet waren tagelang auch Telefonverbindungen über Festnetz und Mobilfunk fast vollständig gekappt. Seitdem drangen nur noch wenige Berichte über die Lage im Iran nach draußen. Mittlerweile sollen die Proteste weitgehend zum Erliegen gekommen sein.

Am Sonntagmorgen gelang es dem AFP-Büro in Teheran, wieder eine Internetverbindung herzustellen. Die allermeisten Internetanbieter und das mobile Internet waren aber weiterhin gesperrt. Ausgehende internationale Telefonate sind bereits seit Dienstag wieder möglich, seit Samstag auch der Versand von SMS.

(A.Nikiforov--DTZ)

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