Deutsche Tageszeitung - Afghanistan-Einsatz: Guttenberg fordert Entschuldigung von Trump

Afghanistan-Einsatz: Guttenberg fordert Entschuldigung von Trump


Afghanistan-Einsatz: Guttenberg fordert Entschuldigung von Trump
Afghanistan-Einsatz: Guttenberg fordert Entschuldigung von Trump / Foto: © POOL/AFP/Archiv

In der Debatte um die Äußerungen von Donald Trump über Nato-Soldaten in Afghanistan hat der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eine Entschuldigung des US-Präsidenten gefordert. Trumps Worte seien "eine groteske Verdrehung der Tatsachen und ein Schlag ins Gesicht aller Verwundeten und Familien der Gefallenen – sowie der Soldatinnen und Soldaten, die als Bündnisverpflichtete an der Seite der amerikanischen Kameraden gekämpft haben", sagte er der "Bild am Sonntag".

Textgröße ändern:

Für Guttenberg, der während einiger Jahre des Afghanistan-Einsatzes Oberbefehlshaber der Bundeswehr war, müsste der US-Präsident nun um Verzeihung bitten. "Eine Entschuldigung wäre geboten", sagte er der Zeitung. "Zu erwarten ist sie freilich nicht."

Auch der CSU-Verteidigungspolitiker Thomas Erndl äußerte sich kritisch. "Das, was die Rolle eines Staatsoberhauptes wirklich ausmacht, ist Respekt. Dazu gehört, all denen Respekt zu zollen, die jeden Tag für die Sicherheit unseres Nato-Gebietes einstehen, unabhängig davon, ob es US- oder Militärangehörige der 31 anderen Nato-Mitgliedsstaaten sind", sagte er der Zeitung. Er sprach von einem "weiteren Tiefpunkt in einer Woche, in der der Bündniszusammenhalt auf eine schwere Probe gestellt wurde".

Der US-Präsident hatte am Freitag die Bedeutung der Truppen aus Nato-Partnerstaaten für den Afghanistan-Einsatz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu schmälern versucht. Sie hätten zwar "einige Truppen nach Afghanistan geschickt", seien aber etwas abseits der Frontlinien geblieben. Nach großem Unmut lobte er die Rolle der britischen Armee in dem Konflikt.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Ungarn: Orban kämpft mit scharfen Vorwürfen an die Opposition gegen eine mögliche Niederlage

Kurz vor der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag hat Regierungschef Viktor Orban den Ton gegen die in Umfragen führende Opposition noch einmal drastisch verschärft. Er warf seinen Gegnern am Freitag in einem Facebook-Post vor, "vor nichts zurückzuschrecken, um die Macht zu ergreifen" und sich mit ausländischen Geheimdiensten zu verschwören. US-Präsident Donald Trump gab ihm derweil abermals Schützenhilfe und rief die Ungarn auf, für den Rechtsnationalisten zu stimmen. Nach 16 Jahren im Amt könnten Orban und seine Fidesz-Partei am Sonntag abgewählt werden.

Reiche greift Klingbeil an: Koalitionsstreit über Lösungen in Energiepreiskrise

Kritik aus den eigenen Reihen an fehlenden Entlastungszusagen des Kanzlers und eine Wirtschaftsministerin in offener Konfrontation zum SPD-Finanzminister: In der Bundesregierung ist der Streit um Lösungen in der Energiepreiskrise voll entbrannt. Die SPD warf Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Freitag nach deren Kritik an Entlastungsvorschlägen aus der SPD koalitionsschädigendes Verhalten vor. Am Sonntag soll nun ein Krisentreffen des Koalitionsauschusses Klärung bringen.

Warten in Islamabad: USA und Iran sollen über Ende des Krieges verhandeln

Es wären die hochrangigsten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seit Jahren: In Pakistans Hauptstadt Islamabad liefen am Freitag die Vorbereitungen für ein Spitzentreffen von Delegationen aus Washington und Teheran, an das sich Hoffnungen auf ein Ende des Krieges in Nahost und eine Erholung der Weltwirtschaft knüpfen. Während bis zum frühen Nachmittag noch unklar war, ob das Treffen überhaupt zustande kommen würde, stellte das fortgesetzte militärische Vorgehens Israels im Libanon die Waffenruhe zunehmend in Frage.

Preise an den Zapfsäulen im Tagesdurchschnitt weiter gesunken

Die Preise an den deutschen Tankstellen sind weiter leicht gesunken: Am Donnerstag kostete ein Liter Super E10 im Tagesdurchschnitt 2,112 Euro und damit 4,3 Cent weniger als am Vortag, wie der ADAC in München mitteilte. Diesel verbilligte sich um 7,3 Cent auf 2,346 Euro pro Liter.

Textgröße ändern: