Deutsche Tageszeitung - Großbritannien: Labour-Führung blockiert Kandidatur von möglichem Starmer-Rivalen

Großbritannien: Labour-Führung blockiert Kandidatur von möglichem Starmer-Rivalen


Großbritannien: Labour-Führung blockiert Kandidatur von möglichem Starmer-Rivalen
Großbritannien: Labour-Führung blockiert Kandidatur von möglichem Starmer-Rivalen / Foto: © AFP/Archiv

Die Führung der britischen Labour-Partei hat die Kandidatur eines möglichen parteiinternen Herausforderers von Premier Keir Starmer für einen Parlamentssitz blockiert. Das nationale Exekutivkomitee (NEC) legte am Sonntag ein Veto gegen die Kandidatur des Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham, für eine Neuwahl in einem Wahlkreis nahe der Stadt ein. Als Grund nannte das NEC die hohen Kosten für die vorgezogene Bürgermeisterwahl, die bei einem Sieg Burnhams nötig gewesen wäre.

Textgröße ändern:

Da Burnham als aussichtsreicher parteiinterner Rivale für den unbeliebten Starmer gilt, wurde Kritik laut. Die Labour-Abgeordnete und ehemalige Verkehrsministerin Louise Haigh nannte das Votum gegen Burnhams Kandidatur "unglaublich enttäuschend". Sie rief das NEC dazu auf, die Entscheidung rückgängig zu machen, "sonst werden wir das glaube ich alle bereuen".

Burnham mache als Bürgermeister von Manchester "einen großartigen Job", erklärte die Labour-Partei. Bei einer Kandidatur für den Unterhaussitz im Wahlkreis Gorton and Denton und einem möglichen Sieg müsste über sein derzeitiges Amt neu abgestimmt werden. Es sei aber "im besten Sinne der Partei", diese "unnötige Bürgermeisterwahl zu vermeiden", die viele Steuergelder und Ressourcen kosten würde, "die besser für den Kampf gegen die hohen Lebenshaltungskosten eingesetzt werden sollten".

Burnham hatte Samstagabend erklärt, in Gorton and Denton kandidieren zu wollen, nachdem der bisherige Abgeordnete aus dem Wahlkreis, Andrew Gwynne, am Freitag zurückgetreten war. Gwynne hatte den Sitz bei der Parlamentswahl 2024 mit einer komfortablen Mehrheit gewonnen. Seitdem sanken die Umfragewerte von Labour jedoch erheblich. Auch die Rechtspopulisten von Reform UK oder die Grünen könnten den Unterhaussitz bei der vorgezogenen Neuwahl in Gorton and Denton holen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Venezolanische Oppositionsvertreterin Macero in ihre Heimat zurückgekehrt

Die venezolanische Oppositionsvertreterin Claudia Macero ist aus dem zweijährigen Exil in ihre Heimat zurückgekehrt. Macero wurde am Sonntagabend am Flughafen in Caracas von hunderten Anhängern empfangen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP feststellte. Die 34-Jährige gilt als wichtigste Stellvertreterin der Oppositionsführerin María Corina Machado.

Wadephul reist zu Antrittsbesuch in die Niederlande

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Montag zu seinem Antrittsbesuch in die Niederlande. In Den Haag trifft er zunächst seinen niederländischen Kollegen Tom Berendsen zu Gesprächen über den EU-Haushalt, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die bilaterale militärische Zusammenarbeit. Danach ist am Nachmittag gegen 16.30 Uhr eine Preesekonferenz geplant. Das Deutsch-Niederländische Korps hatte kürzlich eine Führungsrolle in der Nato-Verteidigungsplanung für Estland und Lettland übernommen.

EU-Verteidigungsminister beraten über Patriot-Raketen für die Ukraine

Die Verteidigungsminister der EU beraten am Montag in Brüssel unter anderem darüber, wie die Ukraine mit mehr Raketen des US-Luftabwehrsystems Patriot ausgestattet werden kann. Ein Vorschlag sieht nach Angaben eines ranghohen EU-Beamten vor, dass Mitgliedstaaten ihren Platz in der Warteschlange für Bestellungen mit der Ukraine tauschen. Das Patriot-System spielt eine zentrale Rolle beim Schutz vor ballistischen Raketen aus Russland.

CDU-Generalsekretärin Hoppermann warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linker in Berlin

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann Grüne und SPD in scharfer Form vor einer Koalition mit der Linken gewarnt - und diese zu einem Bündnis mit ihrer Partei aufgefordert. "Es gibt eine andere Mehrheit mit der Union. SPD und Grüne müssen nun für sich entscheiden, ob sie sich zum Steigbügelhalter von linken Extremisten machen wollen", sagte Hoppermann der "Rheinische Post" vom Montag. Die Berliner Linke sei radikal und antisemitisch.

Textgröße ändern: