Deutsche Tageszeitung - CDU-Spitzenkandidat Schnieder hält Teilzeit-Vorstoß aus eigener Partei für "Schnapsidee"

CDU-Spitzenkandidat Schnieder hält Teilzeit-Vorstoß aus eigener Partei für "Schnapsidee"


CDU-Spitzenkandidat Schnieder hält Teilzeit-Vorstoß aus eigener Partei für "Schnapsidee"
CDU-Spitzenkandidat Schnieder hält Teilzeit-Vorstoß aus eigener Partei für "Schnapsidee" / Foto: © AFP

Der Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels zum Recht auf Teilzeit sorgt auch in der eigenen Partei für Kritik. "Das Ganze ist eine Schnapsidee", erklärte am Montag der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder. "Wir sind eine Partei, die auf Anreize statt auf Verbote setzt." Schnieder forderte seine Partei auf, statt über Teilzeit-Einschränkungen darüber zu sprechen, "wie es attraktiver wird, Vollzeit zu arbeiten".

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Dabei gehe es um steuerliche Anreize und die Abgabenlast, betonte Schnieder. "Aber ein Blick auf Rheinland-Pfalz zeigt auch: Wer Vollzeit arbeiten möchte, scheitert oft an den unzuverlässigen Öffnungszeiten von Kitas und Schulen."

In einem am Sonntag bekannt gewordenen Papier mit dem Titel "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit" fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU eine Reform des Rechtsanspruchs auf Teilzeit. Dieser solle künftig "nur bei Vorliegen einer besonderen Begründung gelten", beispielsweise bei der Erziehung von Kindern oder Pflege von Angehörigen.

Das Bundesarbeitsministerium wollte den Vorschlag der CDU nicht direkt kommentieren. Eine Sprecherin verwies aber darauf, "dass wir im Moment in Deutschland wirklich das höchste Arbeitsvolumen haben und auch die Beschäftigung ist auf dem Höchststand". Sie fügte hinzu: "Im Moment arbeiten wirklich mehr Menschen denn je", vor allem mehr ältere Menschen und mehr Frauen. Der Großteil der Menschen, die in Teilzeit arbeiten, würden Betreuungspflichten als Grund dafür angeben.

Im Jahr 2024 gingen laut Statistischem Bundesamt gut 13 Millionen aller Erwerbstätigen einer Teilzeittätigkeit nach, dies entspricht rund 30 Prozent. 6,2 Prozent der teilzeitbeschäftigten Männer und 4,2 Prozent der Frauen waren eigentlich auf der Suche nach einem Vollzeitjob.

(Y.Leyard--DTZ)

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