Deutsche Tageszeitung - Wadephul kritisiert "stures Beharren" Russlands bei Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi

Wadephul kritisiert "stures Beharren" Russlands bei Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi


Wadephul kritisiert "stures Beharren" Russlands bei Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi
Wadephul kritisiert "stures Beharren" Russlands bei Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi / Foto: © AFP

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat nach den Ukraine-Gesprächen zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi eine fehlende Kompromissbereitschaft Russlands angeprangert. Nach den Verhandlungen am Wochenende habe er hauptsächlich "ein stures Beharren Russlands in der entscheidenden territorialen Frage" vernommen, sagte Wadephul bei einem Besuch in der lettischen Hauptstadt Riga.

Textgröße ändern:

Die Voraussetzung für einen belastbaren Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland sei, "dass Russland überhaupt eine Bereitschaft zum Friedensschluss" zeige, sagte der Bundesaußenminister bei einer Pressekonferenz. Wenn von Seiten Russlands "keine Beweglichkeit vorhanden ist, habe ich die Befürchtung, dass die Verhandlungen noch lange dauern können", fügte er hinzu. "Deswegen müssen wir in Europa uns jetzt darauf einstellen, dass wir weiter gefordert sind, die Ukraine zu unterstützen."

Russland hält rund 20 Prozent der Ukraine besetzt und dringt seit Langem darauf, die vollständige Kontrolle über die gesamte Donbass-Region in der Ostukraine zu übernehmen - obwohl die russische Armee nur einen Teil des Donbass kontrolliert. Kiew lehnt diese Forderung entschieden ab.

Das Treffen in Abu Dhabi am Freitag und Samstag war das erste, bei denen Vertreter Moskaus und Kiews direkt miteinander über einen US-Friedensplan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs verhandelten. Nach Angaben eines US-Vertreters sollen die Gespräche am kommenden Sonntag in Abu Dhabi fortgesetzt werden.

Der Kreml lobte den "konstruktiven Geist" der Gespräche vom Wochenende. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte jedoch zugleich vor Journalisten am Montag, "es wäre ein Fehler, von diesen ersten Kontakten bedeutende Ergebnisse zu erwarten". "Es liegt noch viel Arbeit vor uns", betonte er.

"Ich würde nicht sagen, dass dort irgendeine Art Freundlichkeit herrschte", sagte Peskow zu dem Treffen in Abu Dhabi. Dies sei in dieser Phase "kaum möglich". "Aber wenn man durch Verhandlungen etwas erreichen will, muss man konstruktiv miteinander sprechen", fügte der Sprecher von Staatschef Wladimir Putin hinzu.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich nach dem Treffen positiv geäußert: "Es ist viel diskutiert worden, und es ist wichtig, dass die Gespräche konstruktiv waren."

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Preise an den Zapfsäulen im Tagesdurchschnitt weiter gesunken

Die Preise an den deutschen Tankstellen sind weiter leicht gesunken: Am Donnerstag kostete ein Liter Super E10 im Tagesdurchschnitt 2,112 Euro und damit 4,3 Cent weniger als am Vortag, wie der ADAC in München mitteilte. Diesel verbilligte sich um 7,3 Cent auf 2,346 Euro pro Liter.

Macron spricht mit Papst Leo XIV. über Nahost und Missbrauchsfälle

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist am Freitag erstmals von Papst Leo XIV. in einer Privataudienz empfangen worden. Der Staatschef kam gemeinsam mit seiner Frau Brigitte, die wie bei Papstbesuchen üblich ganz in Schwarz gekleidet war. In dem Gespräch zwischen dem Papst und dem Präsidenten dürfte die Lage im Nahen Osten und insbesondere im Libanon eine wichtige Rolle gespielt haben. Auch die langsame Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen in Frankreich war vermutlich ein Thema.

Rotes Kreuz warnt vor humanitärer Katastrophe im Libanon

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt angesichts der anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon vor einer humanitären Katastrophe in dem Land. "Zahlreiche Krankenhäuser sind aufgrund der vielen Verwundeten überfüllt und es droht ein Engpass von bestimmten Arzneimitteln und Materialien, insbesondere wenn die Angriffe anhalten sollten", sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Die humanitäre Lage im Libanon habe sich nochmals deutlich verschlimmert.

Ministerin Reiche kritisiert SPD-Vorschläge für Entlastung der Bürger scharf

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat die Vorschläge des Koalitionspartners SPD zur Entlastung von Verbrauchern und Unternehmen in der Spritpreiskrise in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. "Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind", sagte sie am Freitag in Berlin. "Das führt zu Verwirrung und hilft den Verbrauchern nicht."

Textgröße ändern: