Deutsche Tageszeitung - "New Start": USA und Russland für neue Verhandlungen - Uneinigkeit über Teilnehmer

"New Start": USA und Russland für neue Verhandlungen - Uneinigkeit über Teilnehmer


"New Start": USA und Russland für neue Verhandlungen - Uneinigkeit über Teilnehmer
"New Start": USA und Russland für neue Verhandlungen - Uneinigkeit über Teilnehmer / Foto: © Russian Defence Ministry/AFP

Nach dem Ablaufen des "New Start"-Abkommens dringen die USA und Russland auf Nachfolgeverhandlungen über einen neuen Atomwaffenvertrag - sind sich jedoch uneinig über mögliche Teilnehmerländer. Es bestehe Einigkeit darüber, "dass beide Seiten verantwortungsbewusst handeln und die Notwendigkeit anerkennen werden, so bald wie möglich Verhandlungen zu diesem Thema aufzunehmen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag.

Textgröße ändern:

Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Gennadi Gatilow, forderte jedoch, dass an neuen Atomgesprächen auch andere Atomstaaten wie Frankreich und Großbritannien beteiligt sein sollten.

Auch die USA fordern, dass ein neues Abkommen nicht nur Russland und die Vereinigten Staaten umfassen sollte - richten den Blick aber vor allem auf China. "Rüstungskontrolle kann nicht länger eine bilaterale Angelegenheit zwischen den Vereinigten Staaten und Russland sein", erklärte US-Außenminister Marco Rubio. "Andere Länder haben eine Verantwortung, zur Gewährleistung der strategischen Stabilität beizutragen, allen voran China."

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Donnerstag für einen neuen Atomwaffenvertrag mit Russland ausgesprochen. Rubio sagte, die USA würden aus einer Position der Stärke heraus verhandeln. "Russland und China sollten nicht erwarten, dass die Vereinigten Staaten untätig bleiben, während sie sich ihren Verpflichtungen entziehen und ihre Nuklearstreitkräfte ausbauen", erklärte der US-Außenminister.

Peking lehnt eine Teilnahme ab und bekräftigte diese Position am Freitag. Chinas nukleare Fähigkeiten würden bei weitem nicht das Niveau der USA oder Russlands erreichen, sagte der chinesische Botschafter für Abrüstung, Shen Jian.

Das "New Start"-Abkommen war am Donnerstag abgelaufen. Es war im April 2010 von US-Präsident Barack Obama und dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew unterzeichnet worden. Die USA und Russland verpflichteten sich damit, ihre atomaren Sprengköpfe jeweils auf maximal 1550 zu verringern. Zudem wollten beide Seiten ihre Trägerraketen und schweren Bomber auf maximal 800 begrenzen.

Kurz vor dem ersten Auslaufen von "New Start" im Februar 2021 war es um fünf Jahre verlängert worden. Im Februar 2023 erklärte Moskau, seine Beteiligung am "New Start"-Abkommen zu suspendieren - sich aber zugleich an die darin vorgesehenen Begrenzungen halten zu wollen.

Im vergangenen September schlug Kreml-Chef Wladimir Putin den USA vor, das Abkommen um ein Jahr zu verlängern. Trump nannte dies zwar "eine gute Idee", es passierte jedoch nichts. Am Donnerstag lief das Abkommen dann aus.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Lawrow: Russland wird Ziele in der Ukraine "egal wie" erreichen

Russland ist nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow entschlossen, seine militärischen Ziele in der Ukraine "egal wie" zu erreichen. "Die Ziele der speziellen Militäroperation werden erreicht, die Bedrohung der russischen Sicherheit wird beseitigt und das friedliche Leben wird zurückkehren", sagte Lawrow am Samstag vor der UN-Vollversammlung in New York. Dies werde "egal unter welchen Umständen passieren".

Trump lehnt iranischen Plan für Hormus-Wiedereröffnung ab

US-Präsident Donald Trump hat einen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen abgelehnt. "Ich weise ihren Vorschlag zurück", sagte er am Samstag vor Journalisten mit Blick auf die iranische Führung. Diese wolle ein Abkommen schließen, "weil sie so schlecht dasteht", fügte der US-Präsident hinzu. Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte derweil, auch der Oberste Führer Modschtaba Chamenei unterstütze den jüngsten Vorschlag.

Bundesaußenminister Wadephul trifft russischen Kollegen Lawrow bei der UNO

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat am Samstag seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow bei der UNO in New York getroffen. Es war das erste Treffen zwischen Chefdiplomaten aus Deutschland und Russland seit Beginn des russischen Krieges in der Ukraine im Jahr 2022. Wadephul und Lawrow halten später beide Reden vor der UN-Vollversammlung.

Mindestens 16 Tote in Russland und der Ukraine bei gegenseitigen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet worden. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom Samstag wurden zwei Menschen in Saporischschja im Süden des Landes getötet, vier weitere Todesopfer meldeten die Behörden in Sumy und in Dnipropetrowsk. Die russischen Behörden meldeten zehn Todesopfer bei ukrainischen Angriffen.

Textgröße ändern: