Deutsche Tageszeitung - BND-Chef warnt vor hybriden russischen Angriffen auf Landtagswahlen

BND-Chef warnt vor hybriden russischen Angriffen auf Landtagswahlen


BND-Chef warnt vor hybriden russischen Angriffen auf Landtagswahlen
BND-Chef warnt vor hybriden russischen Angriffen auf Landtagswahlen / Foto: © AFP

Der Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, hat mit Blick auf die Landtagswahlen in diesem Jahr vor russischer Einflussnahme gewarnt. "Wahlen in Moldau und Rumänien sind jüngste Beispiele, und wir rechnen mit weiteren hybriden Kampagnen im gesamten Wahljahr in Deutschland", sagte Jäger am Freitag in einer Diskussionsrunde bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung hatte Russland bereits im Dezember für einen Cyberangriff auf die Deutsche Flugsicherung und systematische Desinformationskampagnen während der Bundestagswahl im Februar 2025 verantwortlich gemacht. Moskau wies die Vorwürfe als "absurd" zurück.

In diesem Jahr werden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern neue Landtage gewählt. Dabei steht insbesondere die AfD im Fokus. Umfragen zufolge könnte die Moskau-nahe Rechtsaußenpartei besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stark abschneiden.

Jäger warnte, die Bemühungen zur Abwehr hybrider russischer Angriffe seien bislang unzureichend. "Die Abschreckung funktioniert noch nicht", sagte er. "Das wirft die Frage auf: Wollen wir diese Entwicklungen weiterhin einfach beobachten und dokumentieren, oder sind wir an einem Punkt, an dem wir handeln müssen - mit Gegenmaßnahmen?".

"Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir viel öfter beweisen sollten, dass wir zu sehr ähnlichen Dingen in der Lage wären, um auch der anderen Seite spürbare Schmerzen zuzufügen", fügte der BND-Chef hinzu.

Laut einem Bericht von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" vom Dezember erwägt die Bundesregierung, die Befugnisse des BND umfassend erweitern. Demnach sollen künftig unter anderem Sabotageaktionen und Cyberangriffe möglich sein, um gegnerische Streitkräfte zu schwächen oder Waffensysteme auszuschalten. Bei Cyberattacken sollen dem BND dem Bericht zufolge zudem Gegenangriffe erlaubt werden. Die Bundesregierung bestätigte die Pläne bisher nicht.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Mehr als 2,7 Billionen Euro: Staatsverschuldung im ersten Quartal gestiegen

Die deutsche Staatsverschuldung ist im ersten Quartal des laufenden Jahres um 2,4 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, erhöhte sie sich gegenüber dem Vorquartal um 64,9 Milliarden Euro auf gut 2,726 Billionen Euro.

Auch US-Senat stimmt gegen Trumps Vorgehen im Iran - Präsident empört

Erneute Niederlage für US-Präsident Donald Trump im Kongress: Rund drei Wochen nach dem Repräsentantenhaus hat am Dienstag auch der Senat in Washington für ein Ende des Iran-Kriegs gestimmt. Obwohl das Votum keine Gesetzeskraft hat, zeigte sich Trump empört: Die Abstimmung sei "schlecht getimt" und erschwere ihm die Verhandlungen mit dem Iran, erklärte der Präsident.

Kim will auch Nordkoreas Marine mit Atomwaffen ausrüsten

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will auch die Marine des international isolierten Landes mit Atomwaffen ausrüsten. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch berichtete, kündigte der Präsident zudem an, größere Kriegsschiffe bauen zu lassen. Nordkorea steht wegen seines Atomwaffen- und Rüstungsprogramms unter massiven internationalen Sanktionen.

Bertelsmann-Stiftung: Kehrtwende bei Erneuerbaren gefährdet Arbeitsplätze

Erneuerbare Energien wie Windkraft oder Photovoltaik bieten nach Angaben der Bertelsmann-Stiftung einer Rekordzahl an Menschen in Deutschland Arbeit. 2025 sei in der Branche mit 436.000 Beschäftigten ein neuer Höchststand erreicht worden, knapp vier Prozent mehr als im bisher besten Jahr 2023, teilte die Stiftung am Mittwoch in Gütersloh mit. Der sich abzeichnende energiepolitische Kurswechsel der Bundesregierung könne jedoch "Tausende von Jobs" gefährden.

Textgröße ändern: