Deutsche Tageszeitung - US-Bürgerrechtsikone Jesse Jackson mit 84 Jahren gestorben

US-Bürgerrechtsikone Jesse Jackson mit 84 Jahren gestorben


US-Bürgerrechtsikone Jesse Jackson mit 84 Jahren gestorben

Einer der einflussreichsten Vertreter der US-Bürgerrechtsbewegung ist tot: Der Pastor und Aktivist Jesse Jackson starb am Dienstag im Alter von 84 Jahren, wie seine Familie mitteilte. Sein Glaube an Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Liebe habe "Millionen Menschen inspiriert," schrieb die Familie über den Weggefährten von Martin Luther King.

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Nach Angaben seiner Angehörigen starb Jackson am Dienstag "friedlich im Kreise seiner Familie". Er hinterlässt seine Frau Jacqueline und sechs Kinder. Seine Familie rief dazu auf, seinen Kampf für die Gleichberechtigung von Afroamerikanern fortzusetzen. Die frühere Vizepräsidentin Kamala Harris würdigte Jackson im Onlinedienst X als "einen der größten Patrioten Amerikas". Er habe Menschen eine Stimme gegeben, die von Macht und Politik ausgeschlossen waren.

US-Präsident Donald Trump nannte Jackson eine "Naturgewalt". "Er war ein guter Mann, mit viel Persönlichkeit, Durchhaltevermögen und Lebenserfahrung", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Rechtspopulist hatte noch im Januar in einem Interview mit der "New York Times" behauptet, Weiße würden durch Vorgaben aus der Zeit der Bürgerrechtsbewegung "sehr schlecht behandelt". Jackson selbst hatte Trump in den vergangenen zehn Jahren wegen dieser Haltung und dessen Abschiebepolitik immer wieder kritisiert.

Jackson war eine der einflussreichsten schwarzen Stimmen der USA. Seit den 1960er Jahren engagierte sich der Baptistenpfarrer für die Rechte von Afroamerikanern. Als Weggefährte des legendären Bürgerrechtlers und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King war er auch an dessen Seite, als King 1968 in Memphis ermordet wurde.

Jackson war auch politisch aktiv: Für die US-Demokraten bewarb er sich in den 1980er Jahren zweimal erfolglos um die Präsidentschaftskandidatur. Er bereitete damit letztlich den Weg für die Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Barack Obama im Jahr 2008. Nach Obamas Wahlsieg vergoss Jackson Tränen der Freude inmitten einer Menschenmenge.

Bis zu seinem Tod schaltete sich Jackson immer wieder in aktuelle politische Debatten ein. 2021 unterstützte er die Familie des bei einem Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners George Floyd, dessen Tod die Protestwelle "Black Lives Matter" auslöste.

Jackson wurde am 8. Oktober 1941 als Jesse Louis Burns in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina geboren. Als außerehelicher Sohn eines ehemaligen Profiboxers und einer Jugendlichen wurde er "nicht mit einem silbernen Löffel im Mund geboren", wie er einmal sagte. Stattdessen sei "eine Schaufel für meine Hände vorprogrammiert" gewesen. Jackson besuchte zur Zeit der Rassentrennung eine Schule für Schwarze und erhielt als hervorragender Schüler ein Football-Stipendium für die University of Illinois. Später wechselte er nach North Carolina und machte einen Abschluss in Soziologie.

Im Jahr 1960 nahm er erstmals an einer Sitzblockade der Bürgerrechtsbewegung in Greenville teil. 1965 schloss er sich einem Protestmarsch von Martin Luther King von der Stadt Selma bis in Alabamas Hauptstadt Montgomery an, um für Gleichberechtigung zu demonstrieren.

Später trat Jackson als Vermittler in mehreren bedeutenden internationalen Konflikten in Erscheinung: Er wurde zu einem prominenten Verfechter der Beendigung der Apartheid in Südafrika und war in den 1990er Jahren als Sonderbeauftragter des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton für den afrikanischen Kontinent tätig. Missionen zur Befreiung von US-Gefangenen führten ihn nach Syrien, Irak und Serbien.

Jackson gründete außerdem die in Chicago ansässige gemeinnützige Organisation Rainbow Push Coalition, die sich für soziale Gerechtigkeit und politischen Aktivismus einsetzt.

Eine Todesursache gab Jacksons Familie nicht bekannt. 2017 hatte der Bürgerrechtsaktivist jedoch seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. Medienberichten zufolge war Jackson im November wegen einer anderen, neurodegenerativen Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden.

(A.Nikiforov--DTZ)

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