Deutsche Tageszeitung - Nach Protesten in München: Teheran bestellt deutschen Botschafter ein

Nach Protesten in München: Teheran bestellt deutschen Botschafter ein


Nach Protesten in München: Teheran bestellt deutschen Botschafter ein
Nach Protesten in München: Teheran bestellt deutschen Botschafter ein / Foto: © AFP/Archiv

Nach einer Großdemonstration gegen die iranische Regierung am Samstag in München hat Teheran den deutschen Botschafter einbestellt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Einbestellung des Botschafters am Dienstag, nannte jedoch keine Details.

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Zuvor hatte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtet, nach "anti-iranischen Aktivitäten in Deutschland" und "destruktiven" und "völkerrechtswidrigen" Äußerungen deutscher Regierungsvertreter gegen die Islamische Republik Iran sei der deutsche Botschafter in Teheran, Axel Dittmann, ins Außenministerium einbestellt worden. Dem Botschafter sei der "scharfe Protest" des Iran übermittelt worden. Der Botschafter habe zugesagt, das "tiefe Missfallen" des Iran nach Berlin zu übermitteln.

Am Samstag waren in München rund 250.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Führung in Teheran zu protestieren. Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, hielt eine Rede vor den Teilnehmern.

Im Iran war es Ende Dezember und Anfang Januar zu Protesten gegen die Regierung gekommen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im Januar mit Blick auf die Proteste gesagt, er gehe davon aus, Ich gehe davon aus, "dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen".

Iranische Behörden hatten erklärt, die Proteste hätten friedlich begonnen und sich dann zu aus dem Ausland angeheizten Ausschreitungen ausgeweitet. Teheran macht Israel und die USA verantwortlich. Nach Angaben Teherans gab es bei den Protesten mehr als 3000 Todesopfer, darunter vor allem Sicherheitskräfte und Passanten, die durch "terroristische Handlungen" getötet worden seien.

Internationale Organisationen schätzen die Zahl der Todesopfer weitaus höher ein als die Behörden im Iran. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) gibt an, dass mehr als 7000 Menschen getötet worden seien, die meisten von ihnen Demonstranten.

(M.Travkina--DTZ)

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