Deutsche Tageszeitung - Tod eines Ultrarechten in Lyon: Innenminister genehmigt Trauermarsch

Tod eines Ultrarechten in Lyon: Innenminister genehmigt Trauermarsch


Tod eines Ultrarechten in Lyon: Innenminister genehmigt Trauermarsch
Tod eines Ultrarechten in Lyon: Innenminister genehmigt Trauermarsch / Foto: © AFP/Archiv

Trotz befürchteter neuer Gewalt soll in Frankreich ein Trauermarsch für den getöteten ultrarechten Aktivisten Quentin Deranque am Samstag nicht verboten werden. "Ich kann eine Demonstration nur verbieten, wenn es erhebliche Risiken für die öffentliche Ordnung gibt und diese nicht einzudämmen sind", sagte Innenminister Laurent Nuñez am Freitag dem Sender RTL. Er wolle die Meinungsfreiheit nicht einschränken, fügte er hinzu. Die Demonstration in Lyon solle aber sehr stark abgesichert werden.

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Der grüne Bürgermeister von Lyon, Grégory Doucet, hatte dazu aufgerufen, den geplanten Trauermarsch zu verbieten. Er verwies auf das Risiko neuer Gewalttaten. Auch die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) forderte ein Verbot der Veranstaltung. Der Parteichef Jordan Bardella des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) rief die Mitglieder der Partei auf, sich nicht an dem Trauermarsch zu beteiligen.

Aufgerufen zu dem Trauermarsch hatte die Sprecherin einer Anti-Abtreibungsbewegung. Der 23-jährige Deranque, der Verbindungen zu rechtsextremen und erzkatholischen Gruppen hatte, war am Donnerstag vergangener Woche bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksextremen Gruppen in Lyon niedergeschlagen und mit Fußtritten traktiert worden. Er starb am Samstag an den Folgen starker Kopfverletzungen. Der Fall sorgt kurz vor den Kommunalwahlen im März für Unruhe in allen politischen Lagern.

Die französische Justiz nahm am Donnerstag Ermittlungen gegen sechs junge Männer wegen vorsätzlicher Tötung und gegen einen wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung auf. Bei Letzterem handelt es sich um einen parlamentarischen Mitarbeiter eines LFI-Abgeordneten. Der 25 Jahre alte Jacques-Elie Favrot hatte eingeräumt, sich an den Gewalttaten beteiligt zu haben, erklärte aber, nicht für die tödlichen Tritte verantwortlich gewesen zu sein.

Die sieben Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 26 Jahren befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Mehrere von ihnen hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verbindungen zu linksextremen Gruppen. Manche hätten gestanden, sich an Gewalttaten beteiligt zu haben, einige von ihnen hätten zudem unerlaubt Waffen gehabt, hieß es weiter. Alle hätten jedoch den Vorwurf der vorsätzlichen Tötung zurückgewiesen.

(P.Hansen--DTZ)

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