Deutsche Tageszeitung - US-Importzölle lassen europäische Stahlexporte in die USA um 30 Prozent schrumpfen

US-Importzölle lassen europäische Stahlexporte in die USA um 30 Prozent schrumpfen


US-Importzölle lassen europäische Stahlexporte in die USA um 30 Prozent schrumpfen
US-Importzölle lassen europäische Stahlexporte in die USA um 30 Prozent schrumpfen / Foto: © AFP

Die von US-Präsident Trump verhängten Importzölle auf Stahl und Aluminium haben die europäischen Stahl-Exporte in die USA deutlich sinken lassen. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten seien im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent eingebrochen, teilte der Branchenverband der europäischen Stahlhersteller Eurofer am Freitag unter Verweis auf Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat mit. Dies sei direkt auf Trumps Zölle zurückzuführen.

Textgröße ändern:

Die USA hatte im vergangenen Jahr Zölle in Höhe von 50 Prozent auf die Rohmaterialien sowie eine Reihe von Produkten, die Stahl oder Aluminium enthalten, erhoben. Ein im Sommer getroffenes Abkommen legte Importzölle von 15 Prozent auf fast alle Produkte aus der EU fest, nahm aber Aluminium und Stahl davon aus. Seitdem bemüht Brüssel sich darum die Metallzölle ebenfalls zu senken, bisher jedoch ohne Erfolg.

Die jüngsten Exportzahlen "unterstreichen die Notwendigkeit, dass jedes Handelsabkommen zwischen der EU und den USA fair, ausgewogen und durchsetzbar sein muss", erklärte Eurofer.

Es wird erwartet, dass das EU-Parlament am Dienstag über die Umsetzung des Zoll-Abkommens aus dem vergangenen Sommer abstimmt. Der Ratifizierungsprozess war ausgesetzt worden, nachdem Trump gedroht hatte, Grönland zu annektieren. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic drängte die Abgeordneten am Freitag, dem Abkommen "so schnell wie möglich" zuzustimmen.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

US-Außenminister Rubio besucht ab Dienstag drei Golfstaaten

US-Außenminister Marco Rubio hat vor dem Hintergrund der Iran-Gespräche eine Reise in drei Golfstaaten angekündigt. Rubio werde ab Dienstag die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain besuchen, erklärte sein Sprecher Tommy Pigott am Montag in Washington. Bis Donnerstag werde der Außenminister das Rahmenabkommen mit dem Iran erläutern sowie die Bemühungen um einen freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus.

USA und Iran einigen sich auf Fahrplan für Friedensabkommen - Atomfrage weiter unklar

Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf einen Fahrplan für ein Friedensabkommen in der Region geeinigt. Die als Vermittler agierenden Staaten Katar und Pakistan teilten am Montag mit, dass der Fahrplan binnen 60 Tagen zu einer endgültigen Vereinbarung führen solle. Zu der heiklen Frage des iranischen Atomprogramms gab es indes unterschiedliche Äußerungen.

Kommunen warnen vor Defiziten von rund 30 Milliarden Euro jährlich

Die Kommunen haben vor weiteren Milliardendefiziten in den nächsten Jahren gewarnt - und den Bund zur Unterstützung aufgefordert. "Die kommunalen Haushalte kollabieren - und zwar fast überall", erklärten am Montag der Deutsche Städtetag, Deutsche Landkreistag und Deutsche Städte- und Gemeindebund. Bis 2029 drohen demnach Defizite von rund 30 Milliarden Euro jährlich. Die Bundesregierung sprach von "gewaltigen" Herausforderungen für die Kommunen.

Pistorius: Wird auch verpflichtende Versetzungen zur Litauen-Brigade geben

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rechnet mit verpflichtenden Versetzungen von Soldatinnen und Soldaten zur deutschen Brigade in Litauen. Die Bundeswehr setze weiterhin auf Freiwilligkeit, sagte Pistorius am Montag bei einem Besuch der Panzerbrigade 45 in Litauen. Er fügte aber an, es könne "passieren" und er sei sicher, "dass es geschehen wird", dass "manche nicht deshalb hingehen, weil sie es wollten", sagte Pistorius auf Englisch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem litauischen Amtskollegen Robertas Kaunas.

Textgröße ändern: