Deutsche Tageszeitung - Ko-Sprecherin von Linken-Jugendverband Solid verliert Mitgliedsrechte

Ko-Sprecherin von Linken-Jugendverband Solid verliert Mitgliedsrechte


Ko-Sprecherin von Linken-Jugendverband Solid verliert Mitgliedsrechte
Ko-Sprecherin von Linken-Jugendverband Solid verliert Mitgliedsrechte / Foto: © AFP/Archiv

Der Ko-Sprecherin des Jugendverbands Solid der Linkspartei, Martha Chiara Wüthrich, sind durch das Landesschiedsgericht des Thüringer Linken-Landesverband die Mitgliedsrechte für die Dauer von zwei Jahren entzogen worden. Die Landespartei bestätigte am Dienstag auf Anfrage einen diesbezüglichen Bericht der "Welt". Hintergrund sind Vorwürfe gegen Wüthrich wegen antisemitischer und den Holocaust relativierender Äußerungen.

Textgröße ändern:

"Zu Recht hat die Schiedskommission festgestellt, dass durch die betreffende Person rote Linien deutlich überschritten wurden", erklärte Landesgeschäftsführer Paul Gruber gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Ich bin froh, dass wir in unserer Partei über unabhängige Strukturen für Schiedsverfahren verfügen", und "ich bin froh darüber, dass in unserer Partei gemeinsame Grundsätze für das Zusammenwirken nach innen und außen gelten", fügte er hinzu.

Anlass ist ein Clip Wüthrichs auf der Videoplattform TikTok aus dem Jahr 2025. Laut dem Bericht der "Welt" sagte die Solid-Sprecherin dort unter anderem mit Blick auf den Gaza-Krieg. "Das ist ein Völkermord. Das ist ein fucking Holocaust. Das ist der Holocaust!"

Das Schiedsgericht stellte den Äußerungen Wüthrichs fest in einem Beschluss vom 12. Februar, der AFP vorliegt, fest: "Aufgrund der Beweisaufnahme steht fest, dass die Antragsgegnerin antisemitische, gewaltverherrlichende und Holocaust relativierende Aussagen getroffen hat." Wer "antisemitische Ressentiments befeuert, das Existenzrecht Israels in Frage stellt oder den Terror der Hamas relativiert, kann für uns ebenso wenig Bündnispartner*in sein wie diejenigen, die rassistische, anti-muslimische oder anti-palästinensische Angriffe und Propaganda gutheißen oder betreiben", zitierte die "Welt" dazu weiter den Schiedsgerichts-Vorsitzenden.

Wüthrich werden mit dem Beschluss sämtliche Parteiämter und Mandate aberkannt. Ihre Mitgliedschaft wird für die Dauer von zwei Jahren als ruhend betrachtet. Einen geforderten Parteiausschluss lehnte das Schiedsgericht jedoch ab.

Wüthrich hatte laut "Welt" demnach in dem Verfahren eingestanden, den Begriff "Holocaust" in Bezug auf den Gaza-Krieg verwendet zu haben. Sie erklärte demnach, dies sei "im Affekt erfolgt", die Verwendung sei falsch gewesen und daher sei das Video gelöscht worden.

Der Linken-Jugendverband Solid wird von einem gleichberechtigten Sprecher:innenrat geleitet, dem Wüthrich angehört. Vor wenigen Monaten war auch ein Beschluss des Verbands auf heftige Kritik gestoßen, in dem von einem "kolonialen und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts" die Rede war.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Kallas dringt auf Aufrechterhalten von EU-Sanktionen gegen Russland

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die EU-Mitgliedstaaten zu einem Aufrechterhalten ihrer Sanktionen gegen Russland aufgefordert. "Wir brauchen diese Stabilität, dass die Sanktionen für längere Zeit bestehen bleiben", sagte Kallas am Montagabend vor Journalisten in New York. EU-Diplomaten hatten zuvor mitgeteilt, dass die EU es vorerst nicht geschafft habe, eine grundsätzliche Einigung auf die Aufhebung ihrer Sanktionen gegen zwei russische Oligarchen zu bestätigen.

Nach Trumps "Sabotage"-Vorwurf: UNO überprüft Rolltreppe und Teleprompter

Nach wütenden Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über eine angebliche technische "Sabotage" seines Auftritts bei der UN-Generaldebatte im vergangenen Jahr wollen die Vereinten Nationen ein neuerliches Debakel verhindern: Vor Trumps Rede am Dienstag sei eine Rolltreppe im New Yorker UN-Hauptsitz "überprüft und noch einmal überprüft worden", sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, am Montag.

Mecklenburg-Vorpommern: CDU-Chef Peters tritt zurück - SPD kündigt Sondierungen an

Nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat Spitzenkandidat Daniel Peters seinen Rücktritt vom Vorsitz der Landespartei erklärt. Er ziehe damit persönlich die Konsequenzen "aus der krachenden Niederlage", sagte der 45-Jährige am Montag nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Schwerin. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kündigte derweil Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Landesregierung mit der Linken und den Grünen an.

USA, Dänemark und Grönland unterzeichnen am Dienstag ihr Sicherheitsabkommen

Dänemark, die USA und Grönland wollen am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York ihr angekündigtes Sicherheitsabkommen unterzeichnen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen werde die Vereinbarung zusammen mit US-Präsident Donald Trump und dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bei einer Zeremonie im UN-Gebäude um 10.30 Uhr (Ortszeit, 16.30 MESZ) in Kraft setzen, erklärte Frederiksens Büro am Montag.

Textgröße ändern: