Deutsche Tageszeitung - Kabul: Kämpfe zwischen Afghanistan und Pakistan dauern an

Kabul: Kämpfe zwischen Afghanistan und Pakistan dauern an


Kabul: Kämpfe zwischen Afghanistan und Pakistan dauern an
Kabul: Kämpfe zwischen Afghanistan und Pakistan dauern an / Foto: © AFP

Der vergangene Woche erneut entflammte Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan schreitet nach Angaben aus Kabul voran. "Die Kämpfe dauern immer noch an", erklärte das afghanische Verteidigungsministerium am Dienstag. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von mehreren Explosionen sowie Flugabwehrfeuer und Gewehrsalven in Kabul.

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Ein AFP-Reporter im afghanischen Dschalalabad, das zwischen Kabul und der Grenze zu Pakistan liegt, berichtete von Explosionen und Schussgeräuschen. An dem nahegelegenen Grenzübergang Torkham gingen die Kämpfen ebenfalls weiter, wie AFP von Anwohnern erfuhr.

Die Kämpfe zwischen der Taliban-Regierung in Afghanistan und Islamabad waren vergangene Woche erneut ausgebrochen. Am Freitag flog Pakistan Luftangriffe auf die afghanische Hauptstadt Kabul und Kandahar im Süden des Landes, wo der Anführer der radikalislamischen Taliban, Hibatullah Achundsada, residiert. Seitdem sind Taliban-Angaben zufolge mindestens 39 Zivilisten getötet worden. Die Regierung in Islamabad äußerte sich bislang nicht zu den Zahlen.

Pakistan wirft Kabul vor, bewaffneten extremistischen Gruppen wie den pakistanischen Taliban (TTP) Unterschlupf zu gewähren, die immer wieder Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist das zurück. Die US-Regierung erklärte, sie unterstütze "Pakistans Recht auf Selbstverteidigung gegen Taliban-Angriffe".

Vor mehr als einer Woche hatte die pakistanische Armee tödliche Luftangriffe im Grenzgebiet geflogen. Nach Angaben der UN-Vertretung in Afghanistan wurden dabei mindestens 13 Zivilisten getötet, die Taliban-Regierung sprach von mindestens 18 Toten.

Aus Islamabad hieß es, die Angriffe seien eine Reaktion auf einen Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in der Hauptstadt und weitere Anschläge im Nordwesten Pakistans. Den Anschlag auf die Moschee in Islamabad vor drei Wochen, bei dem 31 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt worden waren, hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

Im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan kommt es immer wieder zu tödlicher Gewalt. Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 haben sich die Konflikte verschärft.

Nachdem im Oktober bei einwöchigen Kämpfen zwischen Pakistan und Afghanistan im Grenzgebiet mehr als 70 Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden, vereinbarten die beiden Nachbarländer zwar schließlich unter Vermittlung Katars und der Türkei eine Waffenruhe. Sie konnten sich aber in mehreren folgenden Verhandlungsrunden nicht auf eine dauerhafte Vereinbarung einigen.

(U.Beriyev--DTZ)

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