Deutsche Tageszeitung - Foto mit Koffern aus Holocaust-Ausstellung: Vizepräsidentin von Bremer Bürgerschaft tritt zurück

Foto mit Koffern aus Holocaust-Ausstellung: Vizepräsidentin von Bremer Bürgerschaft tritt zurück


Foto mit Koffern aus Holocaust-Ausstellung: Vizepräsidentin von Bremer Bürgerschaft tritt zurück
Foto mit Koffern aus Holocaust-Ausstellung: Vizepräsidentin von Bremer Bürgerschaft tritt zurück / Foto: © AFP/Archiv

Nach einem im sozialen Netzwerk Instagram verbreiteten Foto mit Symbolkoffern aus einer Holocaust-Ausstellung ist die Grünen-Abgeordnete Sahhanim Görgü-Philipp als Vizepräsidentin der Bremer Bürgerschaft zurückgetreten. Nach Parlamentsangaben legte sie ihr Amt am Dienstag durch persönliche Mitteilung an Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer (SPD) mit sofortiger Wirkung nieder. Bereits zuvor hatte Görgü-Philipp das fragliche Foto als "dumm" bezeichnet und sich öffentlich entschuldigt.

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Die Grünen-Politikerin hatte in der vergangenen Woche gemeinsam mit der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Katharina Kähler ein Foto im sozialen Netzwerk gepostet, auf dem beide sichtlich gut gelaunt jeweils einen Koffer aus einer derzeit in der Bürgerschaft gastierenden Ausstellung mit Comics über den Holocaust in der Hand hielten. Dazu schrieben sie mutmaßlich in Anspielung an Feierabend den Satz "Fertig für heute".

Bereits am folgenden Tag entschuldigten sich beide Abgeordnete per Instam und löschten das Foto. Dieses sei "respektlos" und ein "völliger Augenblicksaussetzer" gewesen, schrieb Kähler. Görgü-Philipp teilte dazu mit, sie habe "nach der Bürgerschaftssitzung leider spontan ein unangemessenes Foto" geteilt. "Das war dumm", fügte die Politikerin an.

Die Koffer sind nach Bürgerschaftsangaben symbolische Replikate, keine echten musealen Gepäckstücke von Holocaust-Opfern. Unabhängig davon stieß die Aktion der beiden Abgeordneten nach entsprechenden Medienberichten parteiübergreifend auf Kritik und wurde als geschmacklos verurteilt.

Der Landesvorstand der Grünen sprach mit Blick auf Görgü-Philipp von einem "gravierenden Fehler", nahm die Abgeordnete in einer am Montag veröffentlichten Erklärung aber gegenüber weitergehenden Anfeindungen in Schutz. Görgü-Philipp stehe "bereits seit Jahrzehnten konsequent für Antidiskriminierung, Vielfalt, Toleranz und ein entschiedenes Eintreten gegen Antisemitismus und jede Form rechten Gedankenguts". Ein Rücktritt als Bürgerschaftsvizepräsidentin sei aus Sicht der Partei nicht nötig.

(A.Stefanowych--DTZ)

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