Deutsche Tageszeitung - Schah-Witwe: Tod Chameneis "nicht automatisch" Ende des Systems im Iran

Schah-Witwe: Tod Chameneis "nicht automatisch" Ende des Systems im Iran


Schah-Witwe: Tod Chameneis "nicht automatisch" Ende des Systems im Iran
Schah-Witwe: Tod Chameneis "nicht automatisch" Ende des Systems im Iran / Foto: © AFP

Irans frühere Kaiserin Farah Pahlavi hat nach dem Tod von Ayatollah Ali Chamenei vor voreiligen Schlüssen hinsichtlich eines Machtwechsels in ihrem Heimatland gewarnt. Der Tod des obersten iranischen Führers sei "historisch bedeutsam", sagte Faraha Pahlavi am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Dies bedeute aber "nicht automatisch das Ende eines Systems". "Entscheidend ist die Fähigkeit des iranischen Volkes, sich für einen friedlichen, geordneten und souveränen Übergang zu einem Rechtsstaat zu vereinen."

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Farah Pahlavi ist die Witwe des letzten Schahs. Seit ihrer Flucht aus dem Iran im Zuge der sogenannten Islamischen Revolution 1979 lebt die mittlerweile 87-Jährige im Pariser Exil. Ihr im US-Exil lebender Sohn Reza Pahlavi bereite diesen Übergang "gerade vor", sagte die Schah-Witwe AFP.

Die internationale Gemeinschaft forderte Farah Pahlavi auf, das Recht der Menschen im Iran zu respektieren, ihren eigenen Weg zu wählen. "Ich möchte, dass die internationale Gemeinschaft die Grundrechte der Iraner klar unterstützt: das Recht, ihre Anführer zu wählen, sich frei zu äußern, in Würde und Wohlstand zu leben", sagte sie. Die Unterstützung müsse "dem Volk gelten, nicht geopolitischem Kalkül". An die iranischen Behörden appellierte Pahlavi, "Zurückhaltung zu üben und jegliches Blutvergießen zu vermeiden".

Die jüngsten Massenproteste im Iran Ende Dezember und im Januar waren von Teheran blutig niedergeschlagen worden. Nach Einschätzung der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Hrana wurden mehr als 7000 Menschen im Zusammenhang mit den Demonstrationen getötet. Einige Menschenrechtsgruppen gehen von bis zu 30.000 Todesopfern aus.

Reza Pahlavi hat bereits seinen Willen bekundet, den Übergang "zu einer säkularen, demokratischen Zukunft" des Iran anzuführen. Im Onlinedienst X rief er am Dienstag die ethnischen Minderheiten des Landes zur Geschlossenheit auf. "Ihr seid ein untrennbarer Teil des historischen und kulturellen Gefüges Irans", erklärte er.

Pahlavi spricht sich für eine säkulare Demokratie im Iran aus. Ein Teil der iranischen Opposition befürwortet seine Rückkehr, andere kritisieren ihn wegen seiner Unterstützung für Israel. Zudem distanzierte der Sohn des letzten Schahs sich nie von der autokratischen Herrschaft seines Vaters.

Israel und die USA hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe gegen den Iran begonnen. Dabei wurde Chamenei getötet. Als Reaktion greift der Iran Israel, US-Einrichtungen sowie mehrere Golfstaaten an.

(L.Møller--DTZ)

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