Deutsche Tageszeitung - Machtübernahme des Chamenei-Sohns: Iran setzt Angriffe fort - Ölpreise steigen massiv

Machtübernahme des Chamenei-Sohns: Iran setzt Angriffe fort - Ölpreise steigen massiv


Machtübernahme des Chamenei-Sohns: Iran setzt Angriffe fort - Ölpreise steigen massiv
Machtübernahme des Chamenei-Sohns: Iran setzt Angriffe fort - Ölpreise steigen massiv / Foto: © KHAMENEI.IR/AFP

Am zehnten Tag des Iran-Krieges sind die weltweiten Ölpreise in die Höhe geschnellt, während Teheran nach der Ernennung des neuen iranischen Anführers Modschtaba Chamenei eine weitere Angriffswelle auf Israel und die Golfstaaten gestartet hat. Im Zentralisrael wurde nach Angaben von Rettungskräften bei iranischen Raketenangriffen am Montag ein Mann getötet und ein weiterer schwer verletzt. Die israelische Armee griff unterdessen nach eigenen Angaben mehrere Ziele im Zentrum des Iran an.

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In Teheran versammelten sich am Montag tausende Menschen, um Modschtaba Chamenei die Treue zu schwören. Der 56-Jährige war am Sonntag zum neuen Geistlichen Oberhaupt des Iran ernannt worden. Sein Vater Ayatollah Ali Chamenei war am ersten Tag des Iran-Kriegs Ende Februar bei Luftangriffen der USA und Israels auf Teheran getötet worden. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel und die mit den USA verbündeten Länder der Golfregion.

Irans Sicherheitschef Ali Laridschani schloss eine sichere Durchfahrt in der von seinem Land gesperrten und für den internationalen Handel wichtigen Straße von Hormus für die Dauer des Krieges aus. Es sei "unwahrscheinlich", dass in der Straße von Hormus "Sicherheit erreicht werden kann, während die Vereinigten Staaten und Israel in der Region Konflikte schüren", erklärte Laridschani am Montag im Onlinedienst X.

Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird vom iranischen Militär kontrolliert.

Ein Barrel Öl kostete am Montag im asiatischen Handel zeitweise fast 120 Dollar, der Ölpreis lag damit auf den höchsten Stand seit 2022. Auch der Gaspreis stieg weiter stark.

Mit Blick auf die massiv gestiegenen Öl- und Gaspreise verteidigte US-Präsident Donald Trump die Entscheidung zum Krieg gegen den Iran. Die Preissteigerungen seien nur "ein sehr geringer Preis" angesichts der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Der US-Präsident kritisierte die Wahl von Modschtaba Chamenei zum neuen iranischen Anführer. Er sei "nicht glücklich" über die Ernennung, sagte Trump der "New York Post".

Auch die Bundesregierung äußerte Kritik. Das iranische Volk solle "die Entscheidung darüber haben, wer über die politischen Geschicke des Landes bestimmt". Dies sei "in der Vergangenheit nicht passiert und das passiert auch in diesem Fall nicht", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin am Montag.

Die israelische Armee griff am zehnten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran nach eigenen Angaben Einrichtungen zur Herstellung und zum Abschuss ballistischer Raketen im Iran an. In Teheran waren Explosionen zu hören. Zudem seien das Hauptquartier der "Inneren Sicherheit" in Isfahan, eine Polizeistelle und andere Einrichtungen getroffen worden, die von den Revolutionsgarden und der paramilitärischen Bassidsch-Miliz genutzt wurden, erklärte die Armee.

Israel nahm erneut auch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon ins Visier. Die israelische Armee griff libanesischen Staatsmedien zufolge Hisbollah-Hochburgen im Süden Beiruts an, während die Hisbollah Israel mit Raketen beschoss.

Zum zweiten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs wurde außerdem eine Rakete aus dem Iran im Luftraum des Nato-Mitgliedsstaats Türkei abgefangen. Verletzt wurde türkischen Angaben zufolge niemand. Eine Nato-Sprecherin bekräftigte angesichts des Raketenbeschusses die Bereitschaft des Verteidigungsbündnisses, "alle Bündnispartner gegen jegliche Bedrohung zu verteidigen". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte den Iran vor weiteren "provokativen Schritten".

Der Iran attackierte unterdessen mehrere Golfstaaten. In Bahrain traf ein iranisches Geschoss den Raffineriekomplex Al Ma'ameer. Auf der bahrainischen Insel Sitra wurden bei einem iranischen Angriff nach Behördenangaben mindestens 32 Menschen verletzt, vier davon schwer.

Nach Angaben eines AFP-Reporters ertönten am Montag in der Hauptstadt Bahrains, Manama, Sirenen, während in der katarischen Hauptstadt Doha mehrere Explosionen zu hören waren. Katarischen Behörden zufolge wurden seit Beginn der iranischen Angriffe über 300 Menschen wegen der Verbreitung von "irreführenden Informationen" im Zusammenhang mit den Militärschlägen festgenommen. Auch in Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden Menschen mit ähnlicher Begründung festgenommen, jedoch in geringerer Zahl als in Katar.

Auch in Saudi-Arabien wurde laut Verteidigungsministerium erneut ein iranischer Drohnenangriff auf ein Erdölfeld im Osten des Landes abgewehrt. Die USA ordneten die Abreise ihres nicht unbedingt benötigten Botschaftspersonals aus Saudi-Arabien an.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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