Deutsche Tageszeitung - US-israelischer Angriff trifft größtes Gasfeld der Welt im Iran - Protest von Anrainern

US-israelischer Angriff trifft größtes Gasfeld der Welt im Iran - Protest von Anrainern


US-israelischer Angriff trifft größtes Gasfeld der Welt im Iran - Protest von Anrainern
US-israelischer Angriff trifft größtes Gasfeld der Welt im Iran - Protest von Anrainern / Foto: © AFP/Archiv

Israel und die USA haben am Mittwoch nach Angaben iranischer Staatsmedien im Iran Anlagen des größten Erdgasfelds der Welt angegriffen. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, trafen mehrere Geschosse Einrichtungen in der Energie-Sonderwirtschaftszone in der Hafenstadt Asalujeh am Persischen Golf und lösten einen Brand aus. Die Golfstaaten Katar und Vereinigte Arabische Emirate verurteilten den Angriff. Nach Angaben aus dem Irak stoppte der Iran bereits am Mittwoch seine Ausfuhren in das Nachbarland.

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Feuerwehrteams seien zum Brandort in der südiranischen Provinz Buschehr entsandt worden, hieß es im Staatsfernsehen unter Berufung auf den örtlichen stellvertretenden Gouverneur. Das iranische Militär drohte, als Vergeltung Energieinfrastruktur in Staaten der Golfregion ins Visier zu nehmen.

Die getroffenen Anlagen gehören zum Gasfeld South Pars/North Dome, das sich der Iran mit dem auf der gegenüberliegenden Küste gelegenen Golfemirat Katar teilt. Aus dem Feld fördert der Iran rund 70 Prozent des heimischen Gasbedarfs. Israel hatte bereits während des zwölftägigen Kriegs gegen den Iran im Juni 2025 zu South Pars gehörende Anlagen angegriffen.

Das iranische Militär drohte nach dem Angriff, "die Quelle der Aggression" hart zu treffen. Es erwäge, "die Kraftstoff-, Energie- und Gasinfrastruktur" der Länder ins Visier zu nehmen, von denen aus die Angriffe gestartet wurden. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte eine Liste "legitimer Ziele", unter denen Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind. Diese würden "in den kommenden Stunden" ins Visier genommen.

Wenige Stunden nach dem Angriff stellte der Iran offenbar die Gaslieferungen in den benachbarten Irak ein. Aus dem Elektrizitätsministerium in Bagdad hieß es, die Einfuhren seien "aufgrund regionaler Entwicklungen vollständig gestoppt worden".

Das nun nicht mehr aus dem Iran gelieferte Gasvolumen entspreche einer Strommenge von 3100 Megawatt, hieß es weiter vom Elektrizitätsministerium. Es werde daher "mit Sicherheit Auswirkungen auf das Stromnetz" geben. Das Ministerium werde den Ausfall jedoch mit "anderem Treibstoff" ausgleichen.

Der Irak ist trotz seines eigenen Reichtums an Erdöl und Erdgas bei der Stromerzeugung stark von der Einfuhr von Erdgas aus dem Iran abhängig. Wenige Tage nach Beginn des Iran-Krieges war im Irak bereits landesweit der Strom ausgefallen, das Elektrizitätsministerium schrieb damals von einem "plötzlichen Einbruch" der Gasversorgung für ein Kraftwerk im Südirak.

Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilten die Angriffe auf das Feld South Pars/North Dome. Ein Sprecher des Außenministeriums in Doha nannte die Attacke "gefährlich und verantwortungslos". Angriffe auf die Energieinfrastruktur seien eine "Bedrohung für die globale Energiesicherheit, die Bevölkerung in der Region und ihre Umwelt".

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate äußerten sich in ungewöhnlich scharfen Worten über den Angriff. Attacken auf die Energie-Infrastruktur stellten eine "gefährliche Eskalation" dar und bedeuteten "direkte Gefahren" für Zivilisten, die Sicherheit der Seefahrt und "zivile und industrielle Einrichtungen von zentraler Bedeutung".

Sowohl die Emirate als auch Katar werden seit Beginn des Iran-Krieges vom Iran unter Beschuss genommen, haben hierauf aber bislang nicht militärisch reagiert.

Israel und die USA hatten am 28. Februar mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Der Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Die Führung in Teheran wirft den Golfstaaten vor, den US-Streitkräften zu erlauben, Angriffe von ihrem Territorium aus auszuführen.

se/ju

nach Angaben des stellvertretenden Gouverneurs der südiranischen Provinz Buschehr

(A.Nikiforov--DTZ)

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