Deutsche Tageszeitung - Costa Rica schließt seine Botschaft in Kuba

Costa Rica schließt seine Botschaft in Kuba


Costa Rica schließt seine Botschaft in Kuba
Costa Rica schließt seine Botschaft in Kuba / Foto: © AFP

Die mit der US-Regierung von Präsident Donald Trump verbündete Regierung von Costa Rica hat die Botschaft ihres Landes im kommunistisch regierten Kuba geschlossen. Seine Regierung "erkennt die Legitimität des kommunistischen Regimes in Kuba angesichts der Misshandlungen, der Repression und der unwürdigen Bedingungen, die es den Bewohnern dieser wunderschönen Insel auferlegt, nicht an", sagte Costa Ricas rechtsgerichteter Präsident Rodrigo Chaves bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in San José. "Die Hemisphäre muss von Kommunisten gesäubert werden", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Auf die Frage, ob seine Entscheidung einen vollständigen Abbruch der Beziehungen bedeute, sagte Chaves: "In diesem Moment unterhalten Costa Rica und das kommunistische Regime in Kuba keine diplomatischen Beziehungen." Im Mai soll Chaves die ebenfalls rechtsgerichtete Politikerin Laura Fernández im Präsidentenamt Costa Ricas nachfolgen.

Die Regierung in San José forderte Havanna zudem auf, sein diplomatisches Personal aus der Hauptstadt Costa Ricas abzuziehen. Die kubanische Regierung könne ihr konsularisches Personal im Land behalten, um sich um die rund 10.000 kubanischen Einwohner Costa Ricas zu kümmern. Costa Rica werde seine eigenen Staatsbürger in Kuba von Panama aus betreuen. Die Botschaft des Landes in Havanna war seit dem 5. Februar ohne diplomatisches Personal.

Die kubanische Regierung verurteilte den Schritt als "willkürlich". Die Entscheidung der Regierung von Costa Rica sei "offensichtlich unter Druck getroffen" worden, erklärte das Außenministerium in Havanna. Damit schließe sich die Regierung in San José "einmal mehr der Offensive der US-Regierung an", Kuba vom Rest der Region zu isolieren.

Costa Rica folgt mit der Maßnahme dem Beispiel Ecuadors, das Anfang März den kubanischen Botschafter aus dem Land ausgewiesen und ihn beschuldigt hatte, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Die ecuadorianische Regierung ist ebenfalls eng verbündet mit der Trump-Regierung.

In den vergangenen Monaten hatte Trump den Druck auf Kuba massiv erhöht, indem er nach der US-Militärintervention in Venezuela und der gewaltsamen Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro die venezolanischen Öllieferungen in den Inselstaat blockieren ließ. Dies hat die massive Wirtschaftskrise in Kuba weiter verschärft. In Kuba kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten.

Am Montag hatte der US-Präsident erneut mit der Übernahme Kubas gedroht. "Mein ganzes Leben lang höre ich schon von den Vereinigten Staaten und Kuba. Wann werden die Vereinigten Staaten es tun?", sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. "Ich glaube wirklich, dass ich die Ehre haben werde, Kuba zu übernehmen." Ob er es "befreie" oder es "übernehme": Er könne mit dem Inselstaat "alles machen, was ich will", sagte Trump.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Mindestens zehn Tote und 45 Verletzte bei schweren russischen Angriffen auf Kiew

Bei einem mehrstündigen Angriff mit hunderten Drohnen und dutzenden Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Donnerstag mindestens zehn Menschen getötet worden. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurden 20 Orte in der Metropole angegriffen, darunter Wohnhäuser, eine Schule und eine Tierklinik. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die "schwersten russischen Angriffe seit Langem". Selenskyj empfing indes Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) und BND-Chef Martin Jäger zu Gesprächen.

Trump: China will bei Straße von Hormus helfen und Iran keine Waffen liefern

Nach den Worten von US-Präsident Donald Trump hat China Hilfe bei der Öffnung der Straße von Hormus für Öl- und Gastransporte in Aussicht gestellt. Trump sagte in einem Interview mit dem US-Sender Fox News laut vorab verbreiteten Auszügen vom Donnerstag, der chinesische Staatschef Xi Jinping habe ihm mit Blick auf die Meerenge gesagt: "Wenn ich in irgendeiner Weise helfen kann, würde ich gerne helfen."

Xi warnt Trump bei Treffen in Peking vor Konflikt wegen Taiwan

Erst ein prunkvoller Empfang, doch dann schnell eine deutliche Warnung aus Peking: Die Taiwan-Frage hat am Donnerstag das Gipfeltreffen von US-Präsident Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking geprägt. Wenn diese "falsch gehandhabt" werde, könnten China und die USA "sogar in einen Konflikt geraten", sagte Xi. Weitere Themen waren der Iran- und der Ukraine-Krieg sowie der Handel zwischen den beiden Großmächten. Trump lud Xi zu einem Gegenbesuch ins Weiße Haus ein.

Israel und Libanon verhandeln in Washington erneut über Frieden

Im Bemühen um eine Friedenslösung zwischen Israel und dem Libanon sind Vertreter der beiden Länder erneut in Washington zusammengekommen. Die dritte Gesprächsrunde seit Verkündung der Feuerpause vor fast einem Monat findet im US-Außenministerium statt, wie Diplomaten am Donnerstag mitteilten. Bei dem letzten Treffen am 23. April hatte Präsident Donald Trump die Unterhändler persönlich im Weißen Haus empfangen.

Textgröße ändern: