Deutsche Tageszeitung - Hofreiter: Blockade Orbans bei Ukraine-Finanzhilfen muss überwunden werden

Hofreiter: Blockade Orbans bei Ukraine-Finanzhilfen muss überwunden werden


Hofreiter: Blockade Orbans bei Ukraine-Finanzhilfen muss überwunden werden
Hofreiter: Blockade Orbans bei Ukraine-Finanzhilfen muss überwunden werden / Foto: © AFP/Archiv

Der Grünen-Europapolitiker Anton Hofreiter dringt darauf, auf europäischer Ebene die Blockaden von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban in der Ukraine-Politik zu überwinden. Die anderen EU-Staaten hätten ihn "viel zu lange gewähren lassen", sagte Hofreiter in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv am Donnerstag. Orban sei "ein Gegner der Europäischen Union" und "de facto ein Verbündeter Putins".

Textgröße ändern:

Aktuell geht es an diesem Donnerstag auf dem EU-Gipfel in Brüssel vor allem darum, 90 Milliarden Euro Finanzhilfen für die Ukraine nach mehreren Verzögerungen endlich freizugeben sowie das geplante neue EU-Sanktionspaket gegen Russland zu beschließen. Hofreiter plädierte dafür, bei den Finanzhilfen notfalls eine Lösung ohne Ungarn zu finden, "etwa über einen intergouvermentalen Fonds, der keine Einstimmigkeit erfordert".

Im ZDF-Morgenmagazin kritisierte Hofreiter zudem, dass EU-Gelder für Ungarn nach wie vor nicht vollständig gesperrt worden seien. "Ungarn ist abhängig von europäischen Geldern", drang der Vorsitzende des Europaausschusses des Bundestages darauf, dies stärker als Druckmittel zu nutzen. Vieles von dem Geld, das an Ungarn überwiesen werde, werde von "Clan-Strukturen, von Orban-Verwandten gestohlen", sagte Hofreiter. "Die haben Milliarden von EU-Geldern veruntreut und in ihre eigene Tasche gewirtschaftet".

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Mittwoch im Bundestag angekündigt, er werde sich beim EU-Gipfel "mit Nachdruck für die Freigabe der Finanzhilfen für die Ukraine und das Sanktionspaket einsetzen. "Wir dürfen dabei auch keine Rücksicht nehmen auf ein einziges Land", hatte er weiter mit Blick auf den Widerstand Ungarns gegen diese Beschlüsse gesagt. Hofreiter warf dem Kanzler jedoch vor, nicht rechtzeitig Alternativen zum normalen EU-Beschlussverfahren vorbereitet zu haben.

Das Verhältnis zwischen Ungarn und der Ukraine wird derzeit zusätzlich durch einen Streit um die Durchleitung russischer Öllieferungen belastet. Orban wirft der ukrainischen Seite vor, die dafür benötigte Pipeline nicht zu reparieren, die offensichtlich durch einen russischen Angriff beschädigt wurde.

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet riet der Ukraine dazu, in dem Konflikt auf Deeskalation zu setzen. "Wenn ich Orban brauche, damit ich eine Einstimmigkeit im Europäischen Rat hinkriege, dann kann ich ihn doch nicht täglich beschimpfen, bedrohen" und ihm das Öl abstellen, sagte Laschet im Deutschlandfunk.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Trump: China will bei Straße von Hormus helfen und Iran keine Waffen liefern

Nach den Worten von US-Präsident Donald Trump hat China Hilfe bei der Öffnung der Straße von Hormus für Öl- und Gastransporte in Aussicht gestellt. Trump sagte in einem Interview mit dem US-Sender Fox News laut vorab verbreiteten Auszügen vom Donnerstag, der chinesische Staatschef Xi Jinping habe ihm mit Blick auf die Meerenge gesagt: "Wenn ich in irgendeiner Weise helfen kann, würde ich gerne helfen."

Xi warnt Trump bei Treffen in Peking vor Konflikt wegen Taiwan

Erst ein prunkvoller Empfang, doch dann schnell eine deutliche Warnung aus Peking: Die Taiwan-Frage hat am Donnerstag das Gipfeltreffen von US-Präsident Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking geprägt. Wenn diese "falsch gehandhabt" werde, könnten China und die USA "sogar in einen Konflikt geraten", sagte Xi. Weitere Themen waren der Iran- und der Ukraine-Krieg sowie der Handel zwischen den beiden Großmächten. Trump lud Xi zu einem Gegenbesuch ins Weiße Haus ein.

Israel und Libanon verhandeln in Washington erneut über Frieden

Im Bemühen um eine Friedenslösung zwischen Israel und dem Libanon sind Vertreter der beiden Länder erneut in Washington zusammengekommen. Die dritte Gesprächsrunde seit Verkündung der Feuerpause vor fast einem Monat findet im US-Außenministerium statt, wie Diplomaten am Donnerstag mitteilten. Bei dem letzten Treffen am 23. April hatte Präsident Donald Trump die Unterhändler persönlich im Weißen Haus empfangen.

Protest gegen Premier: Britischer Gesundheitsminister Streeting tritt zurück

Aus Protest gegen die Amtsführung des britischen Premierministers Keir Starmer hat Gesundheitsminister Wes Streeting am Donnerstag seinen Rücktritt erklärt. Er habe das Vertrauen in Starmers Führung verloren und es sei nun klar, "dass du die Labour-Partei nicht in die nächste Parlamentswahl führen wirst", schrieb Streeting im Onlinedienst X an Starmer gerichtet.

Textgröße ändern: