Deutsche Tageszeitung - Gedenkstätten fordern Aufnahme von KZs in Unesco-Welterbe-Liste

Gedenkstätten fordern Aufnahme von KZs in Unesco-Welterbe-Liste


Gedenkstätten fordern Aufnahme von KZs in Unesco-Welterbe-Liste
Gedenkstätten fordern Aufnahme von KZs in Unesco-Welterbe-Liste / Foto: © POOL/AFP

Mehrere KZ-Gedenkstätten haben eine Aufnahme der ehemaligen Konzentrationslager der Nazis ins Unesco-Welterbe gefordert. Die Erhaltung der KZs sei wichtig für die Wahrung der Demokratie, "die nicht mehr länger selbstverständlich ist", erklärten die Leiter der Gedenkstätten, darunter Dachau, Buchenwald und Bergen-Belsen, nach einem Treffen in Den Haag am Donnerstag. Die ehemaligen Konzentrationslager der Nationalsozialisten "zeigen anschaulich, was passiert, wenn es keinen Schutz für die Würde aller menschlichen Wesen gibt", hieß es weiter.

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Mit dem Lager Auschwitz-Birkenau, das die Deutschen in Polen errichteten, steht der größte ehemalige KZ-Komplex der Nazis bereits auf der Unesco-Welterbeliste. Die Klassifizierung der weiteren Gedenkstätten als Welterbe würde deren "Erhalt garantieren, egal wer regiert", sagte eine der Organisatorinnen der Kampagne, Martine Letterie, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Kinderbuchautorin verwies auf die Zustimmung für die AfD in Deutschland - eine Partei, deren Mitglieder sich teilweise gegen das Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager stellten und den Holocaust relativierten. "Populistische Parteien werden in ganz Europa immer stärker und sie setzen sich nicht wirklich ein, die Demokratie und den Rechtsstaat zu erhalten", fügte Letterie hinzu. "Das ist es, was uns Sorgen macht."

Micha Gelber ist einer der wenigen noch lebenden ehemaligen Gefangenen des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Er verwies gegenüber AFP auf den steigenden Antisemitismus in den Niederlanden. Allein in der vergangenen Woche habe es Explosionen vor einer jüdischen Schule in Amsterdam und einer Synagoge in Rotterdam gegeben. "Es ist meiner Meinung nach wichtig, jedes Mittel und jede Möglichkeit zu nutzen, um nicht zu vergessen", fügte der niederländische Holocaust-Überlebende hinzu, der in mehr als 1000 Schulen und Institutionen über sein Schicksal berichtete.

(O.Zhukova--DTZ)

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