Deutsche Tageszeitung - Libanesischer Regierungschef: Iranische Revolutionsgarden befehligen Hisbollah

Libanesischer Regierungschef: Iranische Revolutionsgarden befehligen Hisbollah


Libanesischer Regierungschef: Iranische Revolutionsgarden befehligen Hisbollah
Libanesischer Regierungschef: Iranische Revolutionsgarden befehligen Hisbollah / Foto: © AFP/Archiv

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon wird in ihrem Krieg gegen Israel nach Angaben des libanesischen Regierungschefs Nawaf Salam von Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden befehligt. Die Revolutionsgarden seien "hier präsent und führen leider die Militäroperation im Libanon", sagte Salam am Sonntag in einem Interview mit dem saudiarabischen Sender Al Hadath. "Diese Leute besitzen gefälschte Pässe und sind illegal ins Land gekommen", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Für den Angriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern Anfang März mit einer unbemannten Drohne iranischer Bauart machte Salam ebenfalls die iranischen Revolutionsgarden im Libanon verantwortlich. "Das waren die Revolutionsgarden", sagte der libanesische Regierungschef. Nach Angaben aus Nikosia war die Drohne offenbar nicht aus dem Iran, sondern von der Hisbollah im Libanon gestartet worden.

Salam warf der Hisbollah außerdem erneut vor, den Libanon durch Raketenangriffe auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen zu haben. "Es wurde erklärt, dass dieser Krieg eine Vergeltung für die Ermordung von Chamenei sei, das bedeutet also, dass uns dieser Krieg aufgezwungen wurde", sagte er mit Blick auf den am ersten Kriegstag getöteten obersten iranischen Führer, Ayatollah Ali Chamenei.

Die libanesische Regierung hatte in diesem Monat beschlossen, jegliche Aktivität der iranischen Revolutionsgarden im Land zu verbieten. Beirut untersagte zudem jegliche militärische Aktivität der Hisbollah und rief die Miliz auf, ihre Waffen an den Staat zu übergeben. "Wir stehen zu den Entscheidungen, die wir getroffen haben, und arbeiten daran, sie umzusetzen", sagte Salam.

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Miliz dann wieder massiv. Nach Angaben der libanesischen Behörden wurden seither mehr als tausend Menschen durch israelische Angriffe getötet. Hunderttausende Menschen seien durch die Gefechte vertrieben worden. Am Sonntagabend kündigte die israelische Armee eine Ausweitung ihrer Bodeneinsätze im Libanon an.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Lettische Regierungschefin Silina tritt nach Vorfällen mit ukrainischen Drohnen zurück

Nach dem Absturz ukrainischer Drohnen in Lettland ist Regierungschefin Evika Silina zurückgetreten. Sie gab ihren Schritt am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Riga bekannt, nachdem ein wichtiger Koalitionspartner wegen eines Streits über den Umgang mit den Drohnenvorfällen die Regierung verlassen hatte. Der lettische Präsident Edgars Rinkevics will am Freitag die Vertreter der lettischen Parteien zu Gesprächen empfangen.

Trump lädt Xi und seine Frau ins Weiße Haus ein

Bei seinem Besuch in Peking hat US-Präsident Donald Trump den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dessen Frau zu einem Gegenbesuch im Weißen Haus eingeladen. "Es ist mir eine Ehre, Ihnen, Madam Peng, eine Einladung auszusprechen, uns am 24. September im Weißen Haus zu besuchen, und wir freuen uns darauf", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) und wandte sich beim Staatsbankett in der Großen Halle des Volkes an Xi und dessen Ehefrau Peng Liyuan.

Mindestens fünf Tote bei schweren russischen Angriffen auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht zum Donnerstag Ziel schwerer russischer Angriffe geworden. Bei den Attacken mit hunderten Drohnen und dutzenden Raketen auf 20 Orte in der Metropole wurden nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens fünf Menschen getötet. Bei einem weiteren russischen Angriff in der Südukraine wurde dem ukrainischen Staatschef zufolge ein UN-Fahrzeug getroffen. Selenskyj warf Moskau einen "gezielten" Angriff vor.

Xi warnt Trump bei Treffen in Peking: Taiwan könnte beide Länder in "Konflikt" treiben

Eine deutliche Warnung Chinas in der Taiwan-Frage hat am Donnerstag das Gipfeltreffen von US-Präsident Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking geprägt. Wenn die Taiwan-Frage "falsch gehandhabt" werde, könnten China und die USA aneinander geraten "oder sogar in einen Konflikt geraten", sagte Xi. Einigkeit gab es nach Angaben des Weißen Hauses bei der strategisch wichtigen Straße von Hormus: Diese müsse "offen bleiben", forderten Xi und Trump. Chinas Staatschef stellte Vertretern von US-Unternehmen, die Trump auf seiner Reise begleiteten, eine weitere Öffnung seines Landes in Aussicht.

Textgröße ändern: