Deutsche Tageszeitung - Sozialdemokratin Frederiksen nach Wahl in Dänemark mit Regierungsbildung beauftragt

Sozialdemokratin Frederiksen nach Wahl in Dänemark mit Regierungsbildung beauftragt


Sozialdemokratin Frederiksen nach Wahl in Dänemark mit Regierungsbildung beauftragt
Sozialdemokratin Frederiksen nach Wahl in Dänemark mit Regierungsbildung beauftragt / Foto: © Ritzau Scanpix/AFP

Nach dem Sieg ihrer Sozialdemokraten bei der Parlamentswahl in Dänemark ist die aktuelle Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erneut mit der Regierungsbildung beauftragt worden. König Frederik X. betraute nach Angaben des Palastes Frederiksen am Mittwoch damit, Verhandlungen mit allen Parteien zur Bildung einer neuen Regierung zu führen.

Textgröße ändern:

Frederiksens Sozialdemokraten waren bei der Wahl am Dienstag stärkste Kraft geworden, sie erzielten jedoch das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren. Das Linksbündnis, zu dem die Sozialdemokraten gehören, kam insgesamt auf 84 von 179 Sitze, das konservativ-rechte Bündnis erreichte 77 Sitze. Für eine Mehrheit sind 90 Sitze nötig, daher dürfte die Mitte-Partei der Moderaten des derzeitigen Außenministers Lars Lökke Rasmussen mit ihren 14 erzielten Sitzen bei der Regierungsbildung eine zentrale Rolle einnehmen. Die Moderaten stehen außerhalb der traditionellen Blöcke.

Frederiksen hofft auf eine Koalition ihrer Sozialdemokraten mit den anderen Parteien des Linksbündnisses und der Mitte-Partei von Rasmussen. Das sei "das realistischste Szenario", sagte sie am Mittwochmorgen bei einem im Fernsehen übertragenen Gespräch mit den Vorsitzenden aller im Parlament vertretenen Parteien. "Die Dänen wollen mich und keinen anderen Regierungschef", betonte sie. Trotz ihres Machtanspruches reichte Frederiksen am Mittwoch formell ihren Rücktritt bei Frederik X. ein - nun wurde sie erneut mit der Regierungsbildung beauftragt.

Frederiksen ist seit 2019 Regierungschefin. Ihr kam bei der Wahl, die unter dem Eindruck der Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen das dänische Autonomiegebiet Grönland stattfand, ihr Image als erfahrene Staatenlenkerin zugute. Der Wahlkampf konzentrierte sich zudem auf innenpolitische Themen wie die Inflation, den Sozialstaat und hohe Nitratwerte im Wasser und der Landwirtschaft.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Merz trennt sich von CDU-Vize-Generalsekretärin Stumpp - Thüringer Hose Nachfolger

Wenige Tage nach der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt hat sich CDU-Chef Friedrich Merz von seiner stellvertretenden Generalsekretärin Christina Stumpp getrennt. Beide hätten "in persönlichen Gesprächen gemeinsam entschieden, dass Christina Stumpp das Amt der stellvertretenden Generalsekretärin am 21.September 2026 niederlegen wird", teilte die CDU am Freitagabend mit. Merz wolle den Parteigremien als Nachfolger den ostdeutschen Bundestagsabgeordneten Michael Hose als kommissarischen stellvertretenden Generalsekretär vorschlagen.

Korruptionsermittlungen gegen Präsidentschaftskandidaten Bolsonaro in Brasilien

Wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche ermittelt die brasilianische Polizei gegen den rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro. Das geht aus einem Gerichtsdokument hervor, das am Freitag - 23 Tage vor der Wahl - publik wurde. Demnach beziehen sich die bereits seit Juli laufenden Ermittlungen auf die Finanzierung des Dokumentarfilms "Dark Horse" über den früheren rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro, den Vater von Flávio Bolsonaro. Der Präsidentschaftskandidat sagte, er habe "nichts zu verbergen".

25 Jahre 9/11: Gespaltene USA erinnern an die Opfer der Terroranschläge

25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September haben die USA an die fast 3000 Todesopfer erinnert. Die beiden offiziellen Gedenkfeiern verdeutlichten dabei, wie gespalten das Land heute ist: In New York erinnerten die Familien der Opfer und frühere Präsidenten parteiübergreifend an die Anschläge. Präsident Donald Trump hielt derweil im Pentagon bei Washington eine Rede und erklärte den Iran-Krieg zur Fortsetzung des "Kriegs gegen den Terror".

Huthi-Miliz im Jemen übernimmt Kontrolle über wichtige Meerenge Bab al-Mandab

Die Huthi-Miliz hat laut der jemenitischen Regierung nach einer einwöchigen Offensive in dem Land alle Inseln in der Meerenge Bab al-Mandab erobert und die strategisch wichtige Wasserstraße unter ihre Kontrolle gebracht. Ein Regierungsbeamter erklärte am Freitag zudem, die pro-iranische Miliz kontrolliere nun die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer. Die Bundesregierung nannte den Vorstoß der Kämpfer "besorgniserregend". Die Miliz selbst erklärte, es gäbe keinen Anlass zur Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt.

Textgröße ändern: