Deutsche Tageszeitung - Kiew und Berlin erweitern Beziehungen zu neuer Strategischer Partnerschaft

Kiew und Berlin erweitern Beziehungen zu neuer Strategischer Partnerschaft


Kiew und Berlin erweitern Beziehungen zu neuer Strategischer Partnerschaft
Kiew und Berlin erweitern Beziehungen zu neuer Strategischer Partnerschaft / Foto: © AFP

Deutschland und die Ukraine haben ihre bilateralen Beziehungen anlässlich der ersten Regierungskonsultationen beider Länder seit über 20 Jahren zu einer neuen Strategischen Partnerschaft ausgebaut. "Unsere Zusammenarbeit ist heute wirkungsvoller, unsere vertrauensvolle Partnerschaft stärker und unsere Freundschaft und die Verbundenheit zwischen unseren Gesellschaften tiefer denn je", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Darum sei es nur "folgerichtig", die Beziehungen "auf die Ebene einer Strategischen Partnerschaft" zu heben.

Textgröße ändern:

Zuvor hatten Minister beider Länder bereits Vereinbarungen über verstärkte Zusammenarbeit bei der Verteidigung und Hilfen für den Wiederaufbau in der Ukraine unterzeichnet. Insbesondere bei der Entwicklung von Drohnen seien "umfassende Unterstützungsleistungen" unterzeichnet worden, erklärte Merz im Bundeskanzleramt. Dabei handele es sich überwiegend um deutsch-ukrainische Gemeinschaftsproduktionen. Die gemeinsame Entwicklung neuer Waffensysteme schaffe auch "ein höheres Maß an Unabhängigkeit für Europa".

Auch über die bislang von Ungarn blockierten Unterstützungsleistungen der EU habe er mit Selenskyj gesprochen, erklärte der Bundeskanzler: Die Abwahl von Viktor Orban bei der ungarischen Parlamentswahl vor zwei Tagen sei "eine gute Nachricht für die Ukraine", da nun "schnell das im Dezember vereinbarte EU-Darlehen für die Ukraine auf den Weg" gebracht werden könne.

Neben der Verteidigung werde die neue Partnerschaft breiter gefasst starke Schwerpunkte auf wirtschaftliche und kulturelle Themen setzen, erklärte Merz. So solle beispielsweise in der Landwirtschaft, bei der Wasserstoffinfrastruktur, bei kritischen Rohstoffen und der Energiesicherheit die Zusammenarbeit intensiviert werden.

Auch im Bereich der Kultur solle verstärkt zusammengearbeitet werden. "Ich freue mich, dass wir heute ein deutsch-ukrainisches Kulturjahr 2027 vereinbaren konnten", erklärte der Bundeskanzler. Bereits jetzt habe sich die Zahl der deutsch-ukrainischen Städtepartnerschaften gegenüber der Zahl vor dem russischen Angriffskrieg auf mehr als 260 verdreifacht.

Die Partnerschaft werde "vom ersten Tag an mit Leben erfüllt". Dies sei auch ein "klares Signal an Russland", dass die Bundesrepublik und Europa in ihren Unterstützungsbemühungen der Ukraine nicht nachlassen werden. Russland habe "keine Chance", den Krieg zu gewinnen, fügte Merz hinzu.

Nachdem Orban im Dezember vergangenen Jahres zunächst einem Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine im Europäischen Rat zugestimmt hatte, blockierte er seitdem die Auszahlung. Die Ukraine ist dringend auf die EU-Mittel angewiesen. 60 der 90 Milliarden sollen laut Kiew in die Armee investiert werden, um deren Kampftüchtigkeit in den Jahren 2026 und 2027 zu gewährleisten.

Nur dank massiver internationaler Unterstützung gelang es der Ukraine, dem seit vier Jahren währenden russischen Angriffskrieg standzuhalten. Einer der größten Unterstützer ist bis heute Deutschland.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Nach CDU-Wahldesaster in Sachsen-Anhalt: Landesvorstand zieht Konsequenzen

Nach dem Debakel der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zieht der Landesvorstand der Partei Konsequenzen. "Wir werden die Partei neu aufstellen", sagte Ministerpräsident und CDU-Landeschef Sven Schulze am Montagabend nach einer Vorstandssitzung in Magdeburg. Auf einem Sonderparteitag voraussichtlich im November oder Dezember "wird der gesamte Landesvorstand neu gewählt".

Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben in Berlin tausende Menschen gegen den Wahlsieger AfD protestiert. Zu einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin kamen am Montagabend rund 5000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Das Netzwerk Campact, das zusammen mit Fridays for Future unter dem Motto "Zeit zum Handeln: AfD stoppen" zum Protest in Berlin aufgerufen hatte, nannte die Zahl von 14.000 Teilnehmern.

Finnland errichtet 200 Kilometer langen Zaun an Grenze zu Russland

Zur Abschreckung von illegalen Migranten aus Russland hat Finnland einen 200 Kilometer langen Zaun an der gemeinsamen Grenze errichtet. Dieser sei Bestandteil der Grenzsicherung und solle neben einer Überwachung auch dabei helfen, "Menschen bei Bedarf vom finnischen Hoheitsgebiet fernzuhalten", sagte Innenministerin Mari Rantanen am Montag bei einer Veranstaltung nahe des Grenzübergangs Nuijamaa im Südosten des Landes. Der Stacheldrahtzaun ist 4,5 Meter hoch und mit Kameras und Sensoren ausgestattet.

Roboter demonstrieren in Warschau für Regulierung von Künstlicher Intelligenz

Ungewöhnlicher Protest in Warschau: Rund 30 Roboter haben am Montag vor dem polnischen Digitalministerium für eine Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt demonstriert. Sie schwenkten Fahnen, "skandierten" Parolen und marschierten im Kreis. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative Democratism, die ihrer Website zufolge eine Debatte darüber anstoßen will, "wie KI und Robotisierung den Arbeitsmarkt betreffen".

Textgröße ändern: