Deutsche Tageszeitung - US-Blockade: Iran droht mit erneuter Sperrung der Straße von Hormus

US-Blockade: Iran droht mit erneuter Sperrung der Straße von Hormus


US-Blockade: Iran droht mit erneuter Sperrung der Straße von Hormus
US-Blockade: Iran droht mit erneuter Sperrung der Straße von Hormus / Foto: © AFP

Der Iran hat mit einer erneuten Sperrung der Straße von Hormus gedroht. Wenn die USA ihre Blockade iranischer Häfen fortsetzten, werde "die Straße von Hormus nicht offen bleiben", schrieb Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf am Samstag im Onlinedienst X. Der Iran dementierte zudem eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe seines angereicherten Urans. US-Präsident Donald Trump sagte dagegen, eine Friedensvereinbarung mit dem Iran sei "sehr nah".

Textgröße ändern:

Der Iran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon eine Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe verkündet. "Die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus ist für die verbleibende Zeit der Waffenruhe vollständig offen", erklärte Außenminister Abbas Araghtschi auf X. Trump begrüßte den Schritt - kündigte aber zugleich an, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe bestehen.

"Die Seeblockade bleibt, soweit sie den Iran betrifft, so lange in vollem Umfang in Kraft, bis unsere Transaktion mit dem Iran zu hundert Prozent abgeschlossen ist", erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Am Freitagabend bekräftigte er an Bord der Air Force One, wenn keine Abkommen mit dem Iran erzielt werde, werde die "Blockade bestehen bleiben".

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, kündigte eine "angemessene Reaktion" seines Landes an. Die Blockade sei "ein Verstoß gegen die Waffenruhe und der Iran wird zweifellos die notwendigen Maßnahmen ergreifen".

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar war die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto durch die iranischen Revolutionsgarden weitgehend gesperrt. Die Blockade hat weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben. Am Freitagabend verlängerte die US-Regierung in diesem Zusammenhang die Lockerung der Sanktionen für russisches Öl um einen Monat. Bis zum 16. Mai ist der Verkauf von russischem Rohöl und russischen Erdölprodukten, die bereits auf Schiffe verladen wurde, nun weiter erlaubt.

Am vergangenen Wochenende war eine erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Nach Angaben Trumps könnte es bald zu einer zweiten Verhandlungsrunde kommen.

Es gebe bei den Gesprächen "überhaupt keine Knackpunkte" mehr, sagte Trump am Freitag in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind sehr nah dran. Es sieht so aus, als ob es für alle sehr gut sein wird. Wir sind sehr nah dran, einen Deal zu haben", sagte Trump in dem Interview. Er verwies unter anderem auf die vom Iran angekündigte Öffnung der Straße von Hormus. "Die Meerenge wird offen sein, sie ist schon offen", sagte der Präsident. "Und die Dinge laufen sehr gut."

Neben der Straße von Hormus sorgt aber auch das iranische Atomprogramm weiter für Differenzen. "Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert", stellte der iranische Außenamtssprecher Bakaei am Freitag klar. "So wie der iranische Boden in unseren Augen heilig ist, ist auch diese Frage von großer Bedeutung für uns."

Trump hatte zuvor auf Truth Social erklärt, die USA würden "den ganzen Atomstaub bekommen, geschaffen durch unsere großartigen B2-Bomber". Damit bezog er sich auf die Angriffe der USA auf iranische Atomanlagen im Juni vergangenen Jahres. Bereits am Donnerstag hatte Trump mit Verweis auf den Iran vor Journalisten gesagt: "Sie haben zugestimmt, uns den Atomstaub zurückzugeben."

Am Freitagabend kündigte er sogar an, das iranische Uran in die USA zu bringen. "Wir werden es bekommen, indem wir mit dem Iran reingehen, mit vielen Baggern", sagte Trump in einer Rede in Phoenix im Bundesstaat Arizona. "Wir werden es sehr bald zurück in die USA bringen."

Die Urananreicherung steht im Zentrum des Streits zwischen den USA und dem Iran. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. Trump hatte den Ende Februar begonnenen Krieg gegen den Iran unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit "bald" sogar die USA angreifen.

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Zur Herstellung von Atomsprengköpfen ist auf 90 Prozent angereichertes Uran nötig, zur Stromerzeugung mit Atomkraft ist eine Anreicherung auf 3,67 Prozent ausreichend.

Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios" verhandeln Washington und Teheran über einen Plan, demzufolge Washington 20 Milliarden Dollar (fast 17 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Geldern freigibt, wenn der Iran im Gegenzug auf sein angereichertes Uran verzichtet.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Kreml: Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit der Ukraine und den USA nicht ausgeschlossen

Russland hat sich offen gezeigt für eine Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit der Ukraine und den USA. "Auch wir schließen eine Wiederaufnahme des trilateralen Formats nicht aus", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Es sei aber noch zu früh, um über einen möglichen Ort oder genaue Termine für solche Treffen zu sprechen. Jeder "Versuch (...) stellt einen Schritt Richtung Frieden dar", fügte Peskow hinzu. Er dankte den US-Unterhändlern für ihre jüngste Initiative.

CSU-Chef Söder: Müssen AfD inhaltlich stellen und nicht über Brandmauer diskutieren

CSU-Chef Markus Söder hat gefordert, die AfD nach ihrem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt inhaltlich zu stellen. Eine rein formale Debatte, in der immer nur auf die Brandmauer verwiesen werde, helfe nicht, sagte Söder am Montag beim Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Deshalb solle die AfD "jetzt mal zeigen, ob sie wirklich etwas können".

Nach Bruch mit Bundespartei: Frühere Thüringer BSW-Abgeordnete gründen neue Fraktion

Die im Streit mit der BSW-Bundesführung aus der Partei ausgetretenen Thüringer BSW-Landtagsabgeordneten wollen am Mittwoch eine neue Fraktion gründen. Das sagte ein Sprecher der bisherigen BSW-Fraktion am Montag in Erfurt. Die künftige Fraktion soll demnach den Namen der am Sonntag von mehreren Abgeordneten rund um die ehemalige BSW-Landesvorsitzende und Landesfinanzministerin Katja Wolf gegründeten Partei Thüringen.Gerecht tragen.

Siegmund: Gespräche über Zusammenarbeit mit AfD haben begonnen

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat nach den Worten ihres Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bereits Gespräche mit anderen Parteien über eine mögliche Regierungs-Zusammenarbeit aufgenommen. Sein Anspruch für eine Regierungsübernahme sei eine stabile Mehrheit, sagte Siegmund am Montag vor Journalisten in Berlin. "Und natürlich haben wir uns schon in der Nacht auch mit Kollegen anderer Parteien über diese entsprechende Entwicklung ausgetauscht."

Textgröße ändern: