Deutsche Tageszeitung - Venezuela und Kolumbien vereinbaren gemeinsamen Kampf gegen "Mafias" an ihrer Grenze

Venezuela und Kolumbien vereinbaren gemeinsamen Kampf gegen "Mafias" an ihrer Grenze


Venezuela und Kolumbien vereinbaren gemeinsamen Kampf gegen "Mafias" an ihrer Grenze
Venezuela und Kolumbien vereinbaren gemeinsamen Kampf gegen "Mafias" an ihrer Grenze / Foto: © AFP

Der kolumbianische Staatschef Gustavo Petro hat bei einem Besuch in Venezuela mit der dortigen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez eine militärische Zusammenarbeit zur Bekämpfung krimineller Banden an der gemeinsamen Grenze vereinbart. Petro sagte am Freitag (Ortszeit) in Caracas, die Nachbarstaaten würden optimal abgestimmte gemeinsame Anstrengungen unternehmen, "um die Menschen an der Grenze von den Mafias zu befreien"

Textgröße ändern:

Petro verwies auf diverse illegale Aktivitäten an der rund 2200 Kilometer langen gemeinsamen Grenze wie den Schmuggel von Kokain, illegal gefördertem Gold und seltenen Erden sowie Menschenhandel. Der Kolumbianer war der erste ausländische Staatschef, der seit der Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro nach Venezuela reiste.

Maduro war am 3. Januar bei einem US-Militäreinsatz in Caracas gefangengenommen und nach New York gebracht worden. Dort soll ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden.

Rodríguez sagte zu der Vereinbarung mit Kolumbien, abgesehen von der militärischen Zusammenarbeit sehe diese vor, sofort einen Informationsaustausch zwischen beiden Ländern und die Ausweitung der Informationsbeschaffung in die Wege zu leiten. Die Regierungen beider Länder verfolgten beide "einen sehr ernsthaften, sehr umfassenden Ansatz im Kampf gegen kriminelle Banden".

Bei dem Treffen ging es laut Rodríguez auch um die Zusammenarbeit im Energie-Bereich und den Stromanschluss für den Westen Venezuelas, wo es häufig Stromausfälle gibt. Auch die Vernetzung der Gasleitungen beider Länder könne bald abgeschlossen werden, erklärte die venezolanische Übergangspräsidentin. Damit könne Venezuela nicht nur Erdgas nach Kolumbien exportieren, sondern beide Nachbarn könnten auch gemeinsam Gas in andere Länder liefern.

Venezuela verfügt über die größten Rohölvorkommen der Welt, seine Öl-Infrastruktur ist allerdings marode. Derzeit arbeitet das Land daran, seinen Erdgas-Sektor auszubauen. Die USA hatten 2019 ein Öl- und Gas-Embargo gegen Venezuela verhängt, US-Präsident Donald Trump lockert die Sanktionen mittlerweile aber schrittweise.

Auf Druck der USA hat Venezuela seine Gesetz zu fossilen Energieträgern und die Bergbau-Regeln reformiert, um den Sektor für die Privatwirtschaft und damit für US-Unternehmen zu öffnen. Übergangspräsidentin Rodríguez empfing am Freitag den neuen Chef der diplomatischen Mission der USA in Venezuela, John Barrett, wie auf Bildern des Staatssenders VTV zu sehen war.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

"Heat"-Regisseur Michael Mann verletzt sich versehentlich mit Schusswaffe

Hollywood-Regisseur Michael Mann ist berühmt für spektakuläre Schusswechsel in Thrillern wie "Heat" und "Collateral". Jetzt hat sich der 83-jährige Filmemacher selbst versehentlich mit einer Schusswaffe leicht verletzt. Wie Manns Agent am Sonntag mitteilte, löste sich an einem Schießstand in Los Angeles ein Schuss aus einer Waffe, die der Regisseur im Halfter trug. Mann habe eine "oberflächliche Verletzung" erlitten und sei medizinisch behandelt worden.

Ukraine-Krieg: Feuerpause in Stadt Oleschky zu Ende gegangen

Die sechstägige Feuerpause in der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky ist zu Ende gegangen. "Die vom 27. Oktober bis zum 1. November geltende Waffenruhe ist beendet", erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez am Sonntagabend. Die Feuerpause sei ein "wichtiger Schritt in unseren gemeinsamen humanitären Bemühungen" gewesen. Er arbeite nun mit der russische Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa an weiteren humanitären Initiativen, erklärte Lubinez.

Offener Streit bei US-Demokraten in Michigan vor Kongresswahl

Kurz vor den wichtigen US-Kongresswahlen werden die oppositionellen Demokraten im wichtigen Bundesstaat Michigan von internen Kämpfen erschüttert. Die demokratische Abgeordnete Haley Stevens, die ihrem linksgerichteten Parteikollegen Abdul El-Sayed in einer Senats-Vorwahl unterlegen war, stellte sich am Sonntag hinter den Senatskandidaten der Republikaner von Präsident Donald Trump.

Kongresswahl: Trump scheitert mit Präventiv-Klage zu Namensvettern in Alaska

US-Präsident Donald Trump ist mit einem höchst ungewöhnlichen Versuch gescheitert, den Ausgang einer Senatswahl im Bundesstaat Alaska im Fall einer Niederlage der Republikaner zu blockieren. Bundesrichterin Sharon Gleason wies am Sonntag eine Klage ab, in der das Justizministerium eine Blockade der Zertifizierung des Wahlausgangs bei einem Sieg der oppositionellen Demokraten forderte.

Textgröße ändern: