Deutsche Tageszeitung - Mindestens 13 Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon

Mindestens 13 Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon


Mindestens 13 Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon
Mindestens 13 Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon / Foto: © AFP/Archiv

Trotz der derzeit geltenden Waffenruhe hat Israel am Freitag neue Angriffe auf Ziele im Libanon geflogen. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Süden des Landes mindestens 13 Menschen getötet, darunter ein Kind. Die israelische Armee hatte vor den Angriffen auf die Stadt Habbusch die Bewohner zur Evakuierung aufgefordert.

Textgröße ändern:

In Habbusch wurden den Ministeriumsangaben zufolge acht Menschen getötet, in Srarijeh vier. 21 weitere Menschen wurden demnach bei den Angriffen in Habbusch verletzt. Das Ministerium meldete zudem einen Toten bei einem Angriff in Ain Baal nahe der Küstenstadt Tyros.

Die amtliche Nachrichtenagentur ANI sprach von "einer Serie heftiger Angriffe". Diese sei "weniger als eine Stunde nach der Warnung" durch Israel erfolgt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah Rauchwolken über Habbusch aufsteigen. ANI berichtete zudem von israelischen Luftangriffen und Artilleriefeuer auf andere Orte im Südlibanon, darunter Tyros.

Die israelische Armee hatte angekündigt, nach den "Verstößen gegen das Waffenruhe-Abkommen" durch die vom Iran unterstützte Hisbollah "entschlossen" vorzugehen. Sie forderte die Bewohner von Habbusch auf, sich in offene Gebiete mindestens einen Kilometer von der Stadt entfernt zu begeben.

Im Libanon gilt eigentlich seit dem 17. April eine Feuerpause. Dessen ungeachtet hat Israel seitdem wiederholt Angriffe geflogen. Diese galten laut israelischen Armeeangaben Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz. Dem Waffenruhe-Abkommen zufolge hat Israel das Recht, gegen "geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe" vorzugehen.

Die Hisbollah führte nach eigenen Angaben am Freitag zahlreiche Angriffen auf israelische Soldaten und Stellungen im Süden des Libanon aus. Die pro-iranische Miliz begründete ihre Angriffe mit Verstöße Israels gegen die Waffenruhe.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran finanzierte und im Libanon seit Jahrzehnten einflussreiche Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Seit dem 17. April gilt eine von US-Präsident Trump verkündete Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Israel und die Hisbollah setzten ihre gegenseitigen Angriffe jedoch fort. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel Israels Vernichtung ist, lehnt sowohl die Waffenruhe als auch direkte Gespräche Beiruts mit Israel ab.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Rheinland-Pfalz: Landesparteitage von CDU und SPD stimmen über Koalitionsvertrag ab

Rund sechs Wochen nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stimmen am Samstag CDU und SPD auf Landesparteitagen über den ausgehandelten Koalitionsvertrag ab. Die CDU-Basis trifft sich in Mainz, die SPD in Nieder-Olm (jeweils 10.00 Uhr). Der designierte Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) und der bisherige Amtsinhaber Alexander Schweitzer (SPD) hatten am Donnerstag in Mainz das gemeinsame Papier vorgestellt, das unter anderem mehr Stellen bei der Polizei und ein verbindliches Kindergartenjahr vorsieht.

USA kündigen Abzug von rund 5000 US-Soldaten aus Deutschland an

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat nach Angaben seines Ministeriums den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland binnen eines Jahres angeordnet. "Wir gehen davon aus, dass der Abzug in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein wird", erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell am Freitag (Ortszeit) weiter in einer Stellungnahme. Derzeit sind mehr als 35.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert - mehr als in jedem anderen europäischen Land.

Trump weist neuen Vorschlag des Iran zurück - "USS Gerald R. Ford" verlässt Golfregion

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Verhandlungsvorschlag aus dem Iran zurückgewiesen. "Im Moment bin ich nicht zufrieden mit ihrem Angebot", sagte Trump am Freitag vor Journalisten. Zuvor hatte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtet, dass Teheran einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der ins Stocken geratenen Verhandlungen mit den USA vorgelegt habe. Der Vorschlag sei an den Vermittler Pakistan übermittelt worden. Details wurden nicht genannt.

Trump erlässt neue Sanktionen gegen Regierungs- und Wirtschaftsvertreter Kubas

US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Kuba: In einem am Freitag unterzeichneten Erlass verfügte Trump neue Sanktionen gegen Regierungs- und Wirtschaftsvertreter des kommunistischen Landes. Strafmaßnahmen sollten unter anderem gegen Personen verhängt werden, die sich in Kuba "schwerer "Menschenrechtsverletzungen" oder der Korruption schuldig gemacht haben.

Textgröße ändern: