Deutsche Tageszeitung - Rohstoffmangel wegen Iran-Kriegs: Chipstüten in Japan künftig in grau

Rohstoffmangel wegen Iran-Kriegs: Chipstüten in Japan künftig in grau


Rohstoffmangel wegen Iran-Kriegs: Chipstüten in Japan künftig in grau
Rohstoffmangel wegen Iran-Kriegs: Chipstüten in Japan künftig in grau / Foto: © AFP

Japans führender Chips-Hersteller Calbee stellt wegen Rohstoffmangels infolge des Iran-Kriegs das Design zahlreicher Verpackungen um: Seine orange-gelben Tüten für Kartoffelchips mit Seetang-Geschmack oder Sojasoßen-Butter-Geschmack sowie weitere Produkte gibt es ab Ende Mai vermutlich nur noch in grau. In der Pressemitteilung vom Dienstag teilte Calbee mit, das Unternehmen werde seine "Verpackungsspezifikationen überarbeiten" und nur noch "zwei Farben" verwenden. Gezeigt wurden Fotos von grauen Verpackungen.

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Grund seien "Versorgungsunsicherheiten bei bestimmten Rohstoffen infolge der eskalierenden Spannungen in Nahost", erklärte Calbee ohne weitere Details. Japanischen Medien zufolge stockt der Nachschub des Unternehmens an Druckfarben, was wiederum am Mangel an Naphta liegt. Naphta - Leichtbenzin - ist ein wichtiger Rohstoff für zahlreiche Industriezweige, etwa für die Herstellung von Kraftstoffen, Kunststoffen oder Lösungsmitteln. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi hatte kürzlich betont, das Land habe genug chemische Produkte auf der Basis von Naphta bis Ende des Jahres.

Der Iran hat nach Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar de facto die Straße von Hormus gesperrt - durch sie wird normalerweise ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls transportiert. Japan und weitere asiatische Länder sind besonders abhängig von Öl aus der Golfregion. Die Preise für den Rohstoff sind infolge des Kriegs stark gestiegen.

Auch der japanische Nahrungsmittelhersteller Itoham Yonekyu Holdings teilte auf AFP-Anfrage mit, er werde möglicherweise künftig "andere Sorten" von Druckerfarben für einige Produkte verwenden oder schwarz-weiße Verpackungen wählen. Auch Itoham Yonekyu verwies auf Nachschubprobleme infolge des Iran-Kriegs.

(V.Sørensen--DTZ)

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