Deutsche Tageszeitung - Bas: Unterschiede zwischen uns und Union "selten so spürbar wie heute"

Bas: Unterschiede zwischen uns und Union "selten so spürbar wie heute"


Bas: Unterschiede zwischen uns und Union "selten so spürbar wie heute"
Bas: Unterschiede zwischen uns und Union "selten so spürbar wie heute" / Foto: © AFP/Archiv

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich zu den von der Bundesregierung geplanten Reformvorhaben bekannt, zugleich aber auf deutliche Meinungsverschiedenheiten in der Koalition hingewiesen. "Die Unterschiede zwischen der Union und uns waren selten so spürbar wie heute", sagte Bas am Dienstag in einer Rede auf dem DGB-Bundeskongress. Deswegen gebe es auch "in der Bundesregierung harte Diskussionen".

Textgröße ändern:

Als Beispiele nannte Bas die Debatten um die Renten- und die Krankenversicherung, aber auch um Arbeitsrecht und Arbeitszeiten. Mit Blick auf den Widerstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gegen die zwischen Union und SPD verabredete Abkehr vom verpflichtenden Acht-Stunden-Tag sagte die Ministerin, dies stehe nun einmal im Koalitionsvertrag. Gleichwohl wolle sie "weiter für Arbeitnehmerrechte kämpfen".

Reformen seien notwendig, aber "Reform heißt nicht gleich Kürzung", sagte Bas weiter. "Ich möchte soziale Sicherung nicht kleiner, sondern klüger machen", warb sie für mehr Effizienz und Digitalisierung. Aufgabe der Regierung sei es dabei, auf große Herausforderungen "gemeinsam Antworten zu geben". Klar sei für sie dabei: "Unser Sozialstaat ist ein Stabilitätsanker für dieses Land." Auch erreiche man nicht mehr Wirtschaftswachstum, indem man "Beschäftigte wie Zitronen auspresst".

Die Ministerin warb zudem für eine "aktive Industriepolitik", die Förderung klimaneutraler Produktion, aber auch den Schutz der europäischen Stahlindustrie vor unfairer Konkurrenz. Im Steuer- und Sozialrecht sollten "falsche Anreize" beseitigt werden, die dazu führten, dass zum Beispiel Frauen oft nicht oder nur in Teilzeit arbeiteten.

Am Morgen hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf dem DGB-Kongress gesprochen. Dabei war er von einigen Delegierten ausgepfiffen worden.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Trump verkündet neue Gespräche mit Kuba

US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit Kuba verkündet. Trump bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat in seinem Onlinedienst Truth Social am Dienstag als "gescheitertes Land" und fügte hinzu: "Kuba bittet um Hilfe, und wir werden reden!!!" Weitere Angaben zu den Gesprächen machte er nicht.

Integrationskurse: Zugang wird erleichtert - bleibt aber begrenzt

Der eingeschränkte Zugang zu Integrationskursen war auf breite Kritik gestoßen - jetzt gibt es einen Kompromiss: SPD-Fachpolitiker verständigten sich mit dem Bundesinnenministerium über den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu den Kursen auf Grundlage von Kontingenten, wie Innenpolitiker der schwarz-roten Koalition am Dienstag mitteilten. Asylbewerber und Geduldete sollen davon aber nicht profitieren, hieß es aus der Union.

Umfrage in Thüringen: Große Unterstützung für Demokratie - geringe Zufriedenheit

Mehr als jeder zweite Thüringer ist unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie. Wie aus der am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Langzeitbefragung "Thüringen-Monitor" hervorgeht, verharrt der Anteil derer, die damit zufrieden sind, wie die Demokratie in der Praxis gelingt, bei 44 Prozent. 56 Prozent sind hingegen ernüchtert.

CDU in Rheinland-Pfalz benennt Kabinettsmitglieder

Knapp eine Woche vor der konstituierenden Sitzung des neuen rheinland-pfälzischen Landtags hat die CDU ihre Mitglieder des neuen Kabinetts vorgestellt. Neuer Innenminister wird der Westerwälder Landrat Achim Schwickert, wie die Partei am Dienstag mitteilte. Zu seinem Bereich gehören außerdem die Themen Integration und Verkehr. Das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten übernimmt die EU-Parlamentarierin Christine Schneider.

Textgröße ändern: