Deutsche Tageszeitung - Muslimische Pilgerfahrt Hadsch hat in Mekka begonnen

Muslimische Pilgerfahrt Hadsch hat in Mekka begonnen


Muslimische Pilgerfahrt Hadsch hat in Mekka begonnen
Muslimische Pilgerfahrt Hadsch hat in Mekka begonnen / Foto: © AFP

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat in Saudi-Arabien die muslimische Pilgerfahrt Hadsch begonnen. Mehr als 1,5 Millionen Gläubige waren in die heilige Stadt Mekka gereist, um am Montag als erstes Ritual sieben Mal die Kaaba, ein großes würfelförmiges Gebäude im Innenhof der Großen Moschee, zu umrunden. Untergebracht sind die Pilger in einer riesigen Zeltstadt. Neben den Spannungen in der Region erschwert auch das Wetter den Hadsch: Vorhergesagt sind Temperaturen von bis zu 47 Grad Celsius.

Textgröße ändern:

Die mehrtägige Pilgerfahrt fällt in eine Phase widersprüchlicher Signale aus Washington über eine mögliche Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs. Seit April gilt eine brüchige Waffenruhe in dem Konflikt, in dem der Iran auch mit den USA verbündete Golfstaaten wie Saudi-Arabien angegriffen hat.

Die Behörden in Riad waren bemüht, den Pilgern aus aller Welt - auch aus dem Iran - trotz des Konflikts eine unbeschwerte Wallfahrt zu ermöglichen. Zugleich demonstrierte Saudi-Arabien seine Verteidigungsbereitschaft: In einem vom Verteidigungsministerium in Onlinediensten veröffentlichten Video waren Flugabwehrbatterien in einem Vorort von Mekka zu sehen. Laut dem dazu geposteten Text sollen sie "die Sicherheit und das Wohlbefinden der Gäste sicherstellen."

Der Hadsch und andere Pilgerfahrten zu den heiligen Stätten im Land sind für Saudi-Arabien auch ein milliardenschweres Geschäft. Offiziellen Angaben zufolge sind in diesem Jahr sogar mehr Gläubige aus dem Ausland nach Mekka gereist als 2025. "Ich habe mir mein ganzes Leben lang gewünscht, die Pilgerfahrt zu machen, 40, 50 Jahre lang. Jetzt ist mein Traum wahr geworden", sagte der 68-jährige Dschreisch Mohammed aus Marokko.

Viele Pilger hofften auf ein Ende des Krieges. "Der Iran-Krieg hat die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen. Niemand möchte Kriege oder anderen Ländern oder Menschen Leid zufügen", sagte der Ägypter Mohammed Tschahada der Nachrichtenagentur AFP, während er durch die Große Moschee ging.

Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, ist angehalten, mindestens einmal im Leben an der Pilgerfahrt teilzunehmen.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Trump nominiert Hung Cao dauerhaft zum US-Marine-Staatssekretär

US-Präsident Donald Trump hat den bisherigen kommissarischen Marine-Staatssekretär Hung Cao für die dauerhafte Besetzung des Postens nominiert. Er könne sich "niemanden Besseren" als obersten zivilen Verantwortlichen für Marine und Marineinfanterie vorstellen, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social und rief den Senat zu einer schnellen Bestätigung auf.

Nicaragua: Parlament billigt Ausschluss von Oppositionsparteien von Wahlen

Das Parlament in Nicaragua hat den von Langzeitpräsident Daniel Ortega geforderten Ausschluss von Oppositionsparteien von Wahlen in dem zentralamerikanischen Land gebilligt. Die Nationalversammlung nahm die Verfassungsreform in einer Sondersitzung, die vor der Kathedrale von León abgehalten wurde, 90 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Managua, einstimmig an, wie Parlamentspräsident Gustavo Porras am Mittwoch bekanntgab. Die Reform verlängert zudem die Amtszeit des Präsidenten von sechs auf sieben Jahre.

Klingbeil offen für weitere Steuerentlastung - wenn Union Vorschläge macht

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sich bereit erklärt, die Bürgerinnen und Bürger noch stärker bei der Steuer zu entlasten als bislang vorgesehen. Nach dem Kabinettsbeschluss zur Reform der Einkommensteuer zeigte sich Klingbeil am Mittwoch offen für Forderungen des Koalitionspartners Union nach einem höheren Entlastungsvolumen - und forderte CDU/CSU auf, Vorschläge zur Gegenfinanzierung vorzulegen. Er sei "gespannt, welche Ideen auf den Tisch kommen", sagte Klingbeil in Greenville in den USA. Sein Ministerium würde weitere Entlastungen "positiv begleiten".

Ausbildungssuche abgebrochen: Behörde kann Kindergeld von Mutter zurückverlangen

Bricht ein volljähriges Kind die Suche nach einem Studien- oder Ausbildungsplatz ab, ohne dies der Mutter zu sagen, kann die Familienkasse laut einem Urteil aus Baden-Württemberg das Kindergeld zurückfordern. Das Kind bemühte sich erst später um einen Platz, wie das Finanzgericht Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Der Rückforderungsbetrag kann aber aufgerechnet werden. (Az.: 13 K 1645/24)

Textgröße ändern: