Deutsche Tageszeitung - Netanjahu ordnet Verstärkung der israelischen Angriffe im Libanon an

Netanjahu ordnet Verstärkung der israelischen Angriffe im Libanon an


Netanjahu ordnet Verstärkung der israelischen Angriffe im Libanon an
Netanjahu ordnet Verstärkung der israelischen Angriffe im Libanon an / Foto: © AFP

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach eigenen Angaben eine Verstärkung der israelischen Militäroffensive gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon angeordnet. "Ich habe eine noch größere Beschleunigung unserer Operationen befohlen", sagte Netanjahu am Montag in einer auf der Onlineplattform Telegram veröffentlichten Videobotschaft. Als Ziel nannte er, die Hisbollah zu "zerschlagen".

Textgröße ändern:

Eigentlich gilt zwischen Israel und dem Libanon seit Mitte April eine Waffenruhe. Netanjahu verwies jedoch auf die fortgesetzten Angriffe durch die Hisbollah. Die Miliz greife Israel mit Drohnen an, darunter Glasfaserdrohnen. Doch arbeiteten israelische Teams bereits an "Gegenmaßnahmen" gegen diese Drohnenangriffe.

"Wir werden unsere Angriffe verstärken, unsere Feuerkraft vermehren, und wir werden sie zerschlagen", sagte der israelische Regierungschef.

Zuvor hatten zwei rechtsextreme Minister in Netanjahus Kabinett eine Ausweitung des Militäreinsatzes im Libanon gefordert. Es sei an der Zeit, dass Netanjahu gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump "eine entschlossene Haltung einnimmt und ihm mitteilt, dass Israel wieder in den Krieg im Libanon eintritt", erklärte Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir im Onlinedienst X.

"Die Stromversorgung des Libanon muss unterbrochen, der Sahrani muss eingenommen und die intensive Kriegsführung wieder aufgenommen werden", fuhr Ben Gvir fort. Er bezog sich dabei auf einen Fluss im Süden des Libanon, der weiter nördlich fließt als der aktuelle israelische Militäreinsatz verläuft.

Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich forderte Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut, um den Drohnenangriffen der Hisbollah entgegenzuwirken. "Es ist dringend notwendig, der Bedrohung durch die Sprengstoffdrohnen der Hisbollah ein Ende zu setzen", erklärte Smotrich auf Telegram. "Für jede Sprengstoffdrohne müssen in Beirut zehn Gebäude einstürzen."

Smotrich erklärte, er habe ein Sonderbudget von rund zwei Milliarden Schekel (rund 590 Millionen Euro) bewilligt, um dem Verteidigungssektor die Entwicklung von Gegenmaßnahmen gegen die Drohnen zu ermöglichen.

Die israelische Armee hatte bereits am Montag ihre Luftangriffe im Süden des Libanon verstärkt. Ihre Angriffe richteten sich gegen Ziele in den Städten Tyrus und Nabatije sowie in weiteren Orten, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete. Drei Menschen wurden demnach getötet, als sie in zwei Wagen und auf dem Motorrad unterwegs waren.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ali Chamenei feuerte die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Ziele im Süden des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Nach der jüngsten Bilanz des libanesischen Gesundheitsministeriums vom Montag wurden seit dem 2. März 3185 Menschen durch die israelischen Angriffe getötet. Nach israelischen Angaben wurden 23 israelische Soldaten getötet.

Die von den USA vermittelte Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel war unlängst verlängert wurde. Dennoch setzten Israel und die Hisbollah ihre gegenseitigen Angriffe fort. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt sowohl die direkten Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel als auch die Waffenruhe der beiden Seiten ab.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Nicaragua: Parlament billigt Ausschluss von Oppositionsparteien von Wahlen

Das Parlament in Nicaragua hat den von Langzeitpräsident Daniel Ortega geforderten Ausschluss von Oppositionsparteien von Wahlen in dem zentralamerikanischen Land gebilligt. Die Nationalversammlung nahm die Verfassungsreform in einer Sondersitzung, die vor der Kathedrale von León abgehalten wurde, 90 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Managua, einstimmig an, wie Parlamentspräsident Gustavo Porras am Mittwoch bekanntgab. Die Reform verlängert zudem die Amtszeit des Präsidenten von sechs auf sieben Jahre.

Klingbeil offen für weitere Steuerentlastung - wenn Union Vorschläge macht

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat sich bereit erklärt, die Bürgerinnen und Bürger noch stärker bei der Steuer zu entlasten als bislang vorgesehen. Nach dem Kabinettsbeschluss zur Reform der Einkommensteuer zeigte sich Klingbeil am Mittwoch offen für Forderungen des Koalitionspartners Union nach einem höheren Entlastungsvolumen - und forderte CDU/CSU auf, Vorschläge zur Gegenfinanzierung vorzulegen. Er sei "gespannt, welche Ideen auf den Tisch kommen", sagte Klingbeil in Greenville in den USA. Sein Ministerium würde weitere Entlastungen "positiv begleiten".

Ausbildungssuche abgebrochen: Behörde kann Kindergeld von Mutter zurückverlangen

Bricht ein volljähriges Kind die Suche nach einem Studien- oder Ausbildungsplatz ab, ohne dies der Mutter zu sagen, kann die Familienkasse laut einem Urteil aus Baden-Württemberg das Kindergeld zurückfordern. Das Kind bemühte sich erst später um einen Platz, wie das Finanzgericht Baden-Württemberg am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Der Rückforderungsbetrag kann aber aufgerechnet werden. (Az.: 13 K 1645/24)

Transmensch in Berlin angegriffen und beleidigt

Ein Unbekannter hat in Berlin einen Transmenschen beleidigt, angegriffen und verletzt. Das Opfer ist 18 Jahre alt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Demnach hielt sich der Transmensch mit einer Begleitung am Dienstagabend vor einem Restaurant in Neukölln auf. Ein bislang Unbekannter soll das 18-jährige Opfer gefragt haben, ob es ein Mann oder eine Frau ist.

Textgröße ändern: