Deutsche Tageszeitung - IAEA: Drohne reißt Loch in Maschinenraum des Akw Saporischschja in der Ukraine

IAEA: Drohne reißt Loch in Maschinenraum des Akw Saporischschja in der Ukraine


IAEA: Drohne reißt Loch in Maschinenraum des Akw Saporischschja in der Ukraine
IAEA: Drohne reißt Loch in Maschinenraum des Akw Saporischschja in der Ukraine / Foto: © AFP/Archiv

Eine Drohne hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in der Ukraine die Wand eines Turbinengebäudes im russisch kontrollierten Atomkraftwerk Saporischschja beschädigt. Der Betreiber habe nach dem Vorfall am Samstag gemeldet, dass die Drohne "angeblich ein Loch in der Mauer verursacht" habe, erklärte die IAEA in Wien. Kernbereiche des Kraftwerks im Süden der Ukraine seien nicht beschädigt worden, erklärte die russische Atombehörde Rosatom.

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Die IAEA erklärte im Onlinedienst X, es dürfe keinerlei Angriffe von dem Kraftwerk aus oder gegen das Kraftwerk geben, fügte IAEA-Chef Rafael Grossi hinzu. "Atomanlagen anzugreifen, heißt, mit dem Feuer zu spielen", fügte er hinzu.

Rosatom warf der Ukraine nach Angaben russischer Medien einen absichtlichen Angriff auf das Atomkraftwerk vor. Die Drohne sei über ein Glasfaserkabel gesteuert worden, ein "versehentlicher Treffer" sei daher ausgeschlossen.

Das ukrainische Außenministerium wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte die russische Seite der Desinformation. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Ukraine ein Kraftwerk auf ihrem eigenen Territorium angreifen wolle, "das sie selbst wieder unter ihre Kontrolle bringen will", hieß es in einer Erklärung.

Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte Europas. Es befindet sich seit März 2022 in russischer Hand und liegt nahe der Front. Die sechs Reaktoren sind abgeschaltet, die Anlage braucht jedoch weiterhin Elektrizität für ihre Kühl- und Sicherheitssysteme. Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 haben sich beide Seiten wiederholt gegenseitig vorgeworfen, mit Angriffen auf das Atomkraftwerk eine Atomkatastrophe zu riskieren.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf das Kraftwerk Ende April war russischen Behördenangaben zufolge ein Beschäftigter getötet worden. Dabei habe es sich um einen Fahrer gehandelt, der im "Transportbereich" des Akw ums Leben gekommen sei.

(G.Khurtin--DTZ)

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