Deutsche Tageszeitung - Verfassungsschutz: Zahl der Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt erneut angestiegen

Verfassungsschutz: Zahl der Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt erneut angestiegen


Verfassungsschutz: Zahl der Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt erneut angestiegen
Verfassungsschutz: Zahl der Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt erneut angestiegen / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt ist laut dem Landesverfassungsschutz erneut gestiegen. 2025 wurden 5100 Menschen der rechtsextremistischen Szene zugerechnet, das waren 1100 oder 27,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem am Dienstag in Magdeburg veröffentlichten Verfassungsschutzbericht hervorgeht. Hauptgrund ist dem Bericht zufolge ein starker Mitgliederzuwachs des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt um 35,7 Prozent. Dieser wird seit Oktober 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

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Auch im weitgehend unstrukturierten und gewaltbereiten Spektrum der Szene war ein Zuwachs von 60 Menschen auf 1170 zu verzeichnen. Neben rechtsextremen Musikern und Mitgliedern von Rockergruppen werden dazu laut Bericht auch gewaltbereite rechtsextremistische Jugendgruppen wie Jung und Stark, Deutsche Jugend Voran oder Deutsche Jugend Zuerst gezählt.

Auch im Linksextremismus wuchs die Anhängerschaft um 90 Menschen auf 770 an. Der Verfassungsschutz führte dies vor allem auf Rekrutierungserfolge vor dem Hintergrund der erstarkenden Rechtsextremisten und den Nahostkonflikt zurück. Etwa 320 von ihnen stufte der Verfassungsschutz als gewaltbereit ein. In der Reichsbürgerszene und in der islamistischen Szene war das sogenannte Personenpotenzial auf dem Niveau von 2024 und lag bei 700 beziehungsweise 400 Menschen.

Außerdem beobachtete der Verfassungsschutz Versuche insbesondere von in Russland agierenden Akteuren, Einfluss auf den demokratischen Willensbildungsprozess in Sachsen-Anhalt zu nehmen. Dabei gehe es um Desinformation, Cyberangriffe, Spionage und Sabotageakte, hieß es. Der Verfassungsschutz gehe davon aus, dass dies vor der Landtagswahl am 6. September noch zunehmen werde, hieß es.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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