Straßenabschnitt in Berlin wird nach Hococaust-Gedenkstätte Yad Vashem benannt
Ein Straßenabschnitt im Regierungsviertel in Berlin-Mitte wird nach der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem benannt. Eine entsprechende Vorlage von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner und Verkehrssenatorin Ute Bonde (beide CDU) wurde am Dienstag vom Senat beschlossen, wie die Senatskanzlei in der Bundeshauptstadt mitteilte.
Mit der Umbenennung des Abschnitts der Dorotheenstraße zwischen Wilhelm- und Ebertstraße in unmittelbarer Nähe zum Reichstag erhalte die Gedenkstätte "einen besonderen Ort mitten im Regierungsviertel unserer Hauptstadt", erklärte Wegner. Berlin zeige damit deutlich, dass die Erinnerung an die Shoah und an das im deutschen Namen begangene Menschheitsverbrechen "fester und unverrückbarer Teil unserer Geschichte" bleibe.
Bereits im Dezember hatte sich die Baukommission des Bundestagsältestenrats in einem Beschluss für die Umbenennung ausgesprochen. "Straßennamen prägen unser Gedächtnis im Alltag", erklärte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) nun. Die Benennung der Yad-Vashem-Straße sei daher weit mehr als nur die Änderung eines Straßennamens. "Yad Vashem steht weltweit für das Gedenken an die Opfer der Shoah und die Verpflichtung, das Unfassbare nicht in Vergessenheit geraten zu lassen."
Als Datum für die Umbenennung wird laut Senat der 20. Januar 2027 angestrebt, der 85. Jahrestag der Wannseekonferenz. Am 20. Januar 1942 wurden dort die organisatorischen und administrativen Voraussetzungen für den Holocaust geschaffen, den Völkermord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden mit industriellen Mitteln.
"Die Symbolik des Datums ist enorm", erklärte der Vorsitzende des Freundeskreises Yad Vashem, Kai Diekmann. Damit setze Berlin ein starkes Zeichen gegen Jugendhass und für die Wahrung der Erinnerung an das in deutschem Namen verübte Menschheitsverbrechen. Der Freundeskreis hatte die Umbenennung einst initiiert.
Auch der Abschnitt selbst sei von großer politischer und historischer Bedeutung, erklärte Diekmann. Die Wilhelmstraße und das Gebiet um sie herum sei das Machtzentrum während der NS-Diktatur gewesen. "Hier lag neben Hitlers Reichskanzlei auch das Reichssicherheitshauptamt, in dem der europaweite Mord an den Juden und Jüdinnen geplant wurde."
(M.Dylatov--DTZ)