Deutsche Tageszeitung - Neue gegenseitige Angriffe im Iran-Krieg - Trump: Teheran hat noch "eine Menge Raketen"

Neue gegenseitige Angriffe im Iran-Krieg - Trump: Teheran hat noch "eine Menge Raketen"


Neue gegenseitige Angriffe im Iran-Krieg - Trump: Teheran hat noch "eine Menge Raketen"
Neue gegenseitige Angriffe im Iran-Krieg - Trump: Teheran hat noch "eine Menge Raketen" / Foto: © Directorate General of Civil Aviation (DGCA) – Kuwait/AFP/Archiv

Obwohl im Iran-Krieg eigentlich eine Waffenruhe herrscht, haben sich beide Seiten in der Nacht zum Samstag erneut angegriffen. Die US-Streitkräfte schossen nach eigenen Angaben vier iranische Drohnen ab und attackierten Radaranlagen im Iran. Die Truppen Teherans reagierten mit Angriffen auf Bahrain und Kuwait, wo US-Soldaten stationiert sind. Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump hat der Iran noch gut 20 Prozent seiner vor dem Krieg besessenen Raketen.

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Die US-Armee berichtete von vier Drohnen, die der Iran Richtung Straße von Hormus gestartet habe. Diese seien eine Gefahr für die maritime Sicherheit gewesen und abgeschossen worden, erklärte das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom. Im Anschluss hätten die US-Streitkräfte Radaranlagen im Iran angegriffen, dabei habe es sich um "Selbstverteidigung" gehandelt. Die Radaranlagen hätten sich in der Stadt Goruk und auf der Insel Keschm befunden.

Die iranischen Revolutionsgarden griffen daraufhin als Vergeltung nach eigenen Angaben "feindliche Stützpunkte" am Golf an. Nach den Angriffen der terroristischen US-Armee" seien "feindliche Stützpunkte in der Region von Raketen aus der Luft getroffen" worden, hieß es in einer vom staatlichen Fernsehen verbreiteten Erklärung.

In der Nähe des Flughafens von Kuwait und in Bahrain gab es mehrere Explosionen. Es seien wiederholt Explosionsgeräusche zu hören gewesen, berichteten AFP-Korrespondenten aus den beiden Ländern. Die US-Armee erklärte, der Iran habe sieben Raketen auf Kuwait und Bahrain abgefeuert. Sechs von ihnen seien abgefangen worden, erklärte die US-Armee im Onlinedienst X. "Die siebte hat ihr anvisiertes Ziel nicht erreicht."

Unter den US-Truppen habe es nach aktuellen Erkenntnisstand keine Verletzten gegeben, hieß es weiter. Sowohl in Bahrain als auch in Kuwait sind US-Soldaten stationiert. In Kuwait waren erst am Mittwoch bei einem Angriff auf den unweit eines US-Stützpunktes liegenden internationalen Flughafen ein Mensch getötet und mehr als 60 Menschen verletzt worden. Das Golfemirat machte den Iran verantwortlich, was Teheran zurückwies.

Zur Abwehr von Angriffen kann Kuwait auf weitere militärische Unterstützung der USA setzen. Das Außenministerium in Washington gab am Freitag grünes Licht für ein Rüstungsgeschäft im Umfang von knapp zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) bekannt. Die US-Regierung will demnach den von Kuwait geplanten Erwerb von Technologie zur Drohnenabwehr von dem Rüstungsunternehmen Anduril genehmigen - einer Firma, die von einem Unterstützer von Präsident Trump gegründet wurde.

"Dieses geplante Geschäft unterstützt die außenpolitischen Ziele und die nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten, indem es die Sicherheit eines wichtigen Verbündeten außerhalb der Nato stärkt", hieß es in der Erklärung des US-Außenministeriums.

Eigentlich gilt im Iran-Krieg derzeit eine Waffenruhe. Sowohl die USA auch auch der Iran fliegen aber immer wieder vereinzelte Angriffe. Diese begründen beide Kriegsparteien in der Regel damit, dass die andere Seite zuvor gegen die Waffenruhe verstoßen habe.

Nach Einschätzung von US-Präsident Trump hat der Iran noch gut 20 Prozent seiner vor dem Krieg besessenen Raketen. "Sie verfügen noch über Kapazitäten. Sie haben einige Raketen, sie haben einige Drohnen", sagte Trump dem Fernsehsender NBC News. "Ich würde sagen, prozentual gesehen, vielleicht 21, 22 Prozent ihrer Raketen."

"Das sind eine Menge Raketen, aber es ist nicht mehr das, was es war, als wir unseren ersten Angriff starteten", sagte Trump weiter. "Die meisten Drohnenfabriken wurden zerstört, die meisten Startrampen wurden zerstört und die meisten Produktionsstätten für Raketen wurden zerstört."

Mir der Schätzung von gut 20 Prozent setzte der US-Präsident die Zahl der Teheran verbliebenen Raketen höher an, als er es noch im vergangenen Monat getan hatte. Im Mai sprach Trump von nur noch 18 Prozent. Nach Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar durch US-israelische Angriffe hatte er zwischenzeitlich auch schon erklärt, dass die Kriegskapazitäten Teherans komplett zerstört worden seien.

(P.Hansen--DTZ)

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