Deutsche Tageszeitung - Angriff auf Reporter im Libanon 2023: AFP verlangt "präzise Antworten" von Israel

Angriff auf Reporter im Libanon 2023: AFP verlangt "präzise Antworten" von Israel


Angriff auf Reporter im Libanon 2023: AFP verlangt "präzise Antworten" von Israel
Angriff auf Reporter im Libanon 2023: AFP verlangt "präzise Antworten" von Israel / Foto: © Courtesy of the Associated Press (AP)/AFP/Archiv

Die Nachrichtenagentur AFP fordert von Israel weitere Aufklärung zu dem Angriff auf mehrere Reporter im Libanon 2023, nachdem der israelische Botschafter die Verantwortung der Armee für den Vorfall eingeräumt hat. "AFP verlangt präzise und ausführliche Antworten zu dem, was Sie als 'Fehler' bezeichnet haben", schrieb AFP-Informationsdirektor Phil Chetwynd am Freitag in einem Brief an den israelischen Botschafter in Frankreich, Joshua Zarka.

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Zarka hatte am Donnerstagabend im französischen Fernsehen gesagt, die israelische Armee habe einen "Fehler" begangen, als sie die Reporter angriff. Diese seien "nicht ins Visier genommen wurden, weil sie Journalisten waren", sondern weil "die Soldaten vor Ort dachten, es handele sich um Terroristen".

Bei dem Beschuss am 13. Oktober 2023 war der Reuters-Videoreporter Issam Abdallah getötet worden. Sechs weitere Journalisten wurden bei insgesamt zwei Explosionen verletzt, unter ihnen die AFP-Fotografin Christina Assi und ihr Videokollege Dylan Collins. Assi wurde schwer verletzt, ihr musste das rechte Bein amputiert werden. Sowohl Reuters als auch AFP und mehrere Nichtregierungsorganisationen kamen zu dem Schluss, dass die israelische Armee für den Angriff verantwortlich war.

Die Äußerungen des Botschafters seien nun das erste öffentliche Eingeständnis eines israelischen Regierungsvertreters, dass die Angriffe, "die eine eindeutig identifizierte Gruppe von Journalisten trafen, von der israelischen Armee ausgeführt wurden," schrieb Chetwynd in seinem Brief an Zarka. "Warum wurde die von Ihnen öffentlich geäußerte Position nie direkt an AFP als Antwort auf ihre formellen Anfragen übermittelt?", fragte er.

Trotz der Äußerungen des Botschafters habe das israelische Militär bislang "gegenüber AFP, Dylan Collins oder Christina Assi formell seine Verantwortung nicht anerkannt", kritisierte Chetwynd. Israel müsse nun die Frage beantworten, was es "zu tun gedenkt, um den von den Schüssen betroffenen Journalisten Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu verschaffen".

Menschenrechtsorganisationen und Medien werfen Israel regelmäßig vor, gezielt gegen Journalisten vorzugehen. Nach Angaben des in New York ansässigen Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) wurden im vergangenen Jahr weltweit 129 Medienmitarbeiter getötet, in 86 Fällen machte die NGO Israel verantwortlich.

(V.Sørensen--DTZ)

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