Deutsche Tageszeitung - EU kritisiert von Serbien geplante Beisetzung mit Staatsehren des Kriegsverbrechers Mladic

EU kritisiert von Serbien geplante Beisetzung mit Staatsehren des Kriegsverbrechers Mladic


EU kritisiert von Serbien geplante Beisetzung mit Staatsehren des Kriegsverbrechers Mladic
EU kritisiert von Serbien geplante Beisetzung mit Staatsehren des Kriegsverbrechers Mladic / Foto: © ANP/AFP/Archiv

Die Pläne Serbiens, den verstorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladic mit Staatsehren beizusetzen, sind in der EU auf Kritik gestoßen. "Die Verherrlichung von Kriegsverbrechern widerspricht den grundlegenden europäischen Werten und hat in der Europäischen Union ebenso wenig Platz wie in Ländern, die anstreben, Mitglied zu werden", sagte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos am Montag am Rande des Bled Strategic Forum (BSF) in Slowenien vor Journalisten. Serbien ist seit 2012 offizieller EU-Beitrittskandidat.

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Der frühere bosnisch-serbische Armeechef und verurteilte Kriegsverbrecher Mladic soll nach den Plänen der serbischen Regierung in Serbien mit militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werden.

Mladic war am Donnerstag in einem Krankenhaus in Den Haag gestorben. Dort verbüßte er nach einer Verurteilung durch den Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995. Mladic litt jahrelang unter gesundheitlichen Problemen und hatte zuletzt mehrere Schlaganfälle.

Wann sein Leichnam von den niederländischen Behörden übergeben wird, war zunächst unklar. Serbische Vertreter seien bereit, nach Den Haag zu reisen, sobald die nächsten Schritte feststünden, sagte Justizminister Nenad Vujic am Freitag.

Kos erklärte, sie werde am 9. September nach Serbien reisen. "Ratko Mladic war ein verurteilter Verbrecher, der wegen des Völkermords in Srebrenica und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine lebenslange Haftstrafe verbüßte", sagte die EU-Vertreterin. "Das wird die Grundlage sein, auf der wir die Entwicklungen bewerten werden", fügte sie hinzu.

Mladics Name ist untrennbar mit dem Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verbunden. Bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando stürmten die UN-Schutzzone und ermordeten rund 8000 muslimische Männer und Jungen. Ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt, viele später umgebettet, um die Verbrechen zu vertuschen. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Nach fast 16 Jahren auf der Flucht war Mladic 2011 in Serbien festgenommen und nach Den Haag überstellt worden. 2017 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, 2021 wurde der Schuldspruch letztinstanzlich bestätigt.

In Teilen Serbiens und der bosnisch-serbischen Republika Srpska wird Mladic bis heute verehrt. Nach seinem Tod würdigte der frühere Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, ihn als "eine große Persönlichkeit für das serbische Volk".

(B.Izyumov--DTZ)

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