Deutsche Tageszeitung - Trump stellt baldige Vereinbarung mit dem Iran in Aussicht und sagt Angriffe ab

Trump stellt baldige Vereinbarung mit dem Iran in Aussicht und sagt Angriffe ab


Trump stellt baldige Vereinbarung mit dem Iran in Aussicht und sagt Angriffe ab
Trump stellt baldige Vereinbarung mit dem Iran in Aussicht und sagt Angriffe ab / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat erneut Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs geschürt und für den Donnerstag angedrohte Angriffe abgesagt. Nach Gesprächen mit "der höchsten Ebene der iranischen Führung" zeichne sich eine Verhandlungslösung ab, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Zeit und Ort der Unterzeichnung des Abkommens würden "in Kürze bekanntgegeben". Eine Bestätigung aus Teheran gab es zunächst aber nicht.

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Kurz nach seinem Post sagte Trump im Oval Office zu Journalisten, es sei eine "großartige Vereinbarung" für ein Ende des Iran-Kriegs erzielt worden. Die entsprechenden Dokumente müssten noch fertiggestellt werden, was in den "kommenden Tagen" erfolgen dürfte. Eine Unterzeichnung des Abkommens werde "vielleicht in Europa" stattfinden.

Die Abmachung werde bedeuten, dass der Iran "niemals eine Atomwaffe" haben werde, sagte Trump, ohne nähere Angaben zu machen. Außerdem werde die Straße von Hormus wieder geöffnet.

Der Ölpreis gab nach Trumps Ankündigung deutlich nach. Zugleich stiegen die Aktienkurse kräftig an.

Aus Teheran allerdings kamen zunächst verhaltene Signale. "Es wurde kein Text für eine Vereinbarung gebilligt", berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Trump dagegen sagte im Oval Office, er gehe davon aus, dass der neue oberste Anführer des Iran, Ayatollah Modschtaba Chamenei, die Vereinbarung persönlich abgesegnet habe. "So wie ich es verstehe ist die Antwort ja."

Trump hat in den vergangenen Monaten wiederholt erklärt, eine Vereinbarung mit Teheran sei nah. Dies konkretisierte sich dann aber nie.

Für Donnerstagabend hatte Trump dem Iran noch mit "sehr heftigen" Angriffen gedroht. "In nicht zu ferner Zukunft" würden die US-Streitkräfte zudem die strategisch wichtige "Insel Charg und andere Ölinfrastruktur-Orte einnehmen", fügte er hinzu.

Nach Einschätzung von Militärexperten würde eine Einnahme von Charg Bodentruppen erfordern. Einen solchen riskanten Einsatz hatte Trump bisher nicht befohlen.

Die im Norden des Persischen Golfs gelegene Insel ist der wichtigste iranische Ölterminal, über den normalerweise 90 Prozent des Rohöls aus dem Land umgeschlagen werden. Ende März hatte Trump gedroht, Charg zu "vernichten", sollte der Iran die Straße von Hormus nicht wieder für den Schiffsverkehr freigeben.

Bereits Mitte März hatte Trump erklärt, die US-Luftwaffe habe militärische Ziele auf der Insel angegriffen und "vollständig ausradiert". Der Iran bestätigte dies nicht. Nach Angaben der örtlichen Behörden lief der Exportbetrieb uneingeschränkt weiter.

In den vergangenen Tagen war es angesichts stockender Verhandlungen erneut zu Angriffen zwischen den USA und dem Iran gekommen. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Das iranische Außenministerium nannte die im April vereinbarte Feuerpause danach "praktisch bedeutungslos".

Am Donnerstag warnte Teherans Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf die USA bei "impulsiven" Entscheidungen im Iran-Krieg vor einem "endlosem Sumpf". "Ihr werdet einen anderen Iran kennenlernen", schrieb er im Kurzbotschaftendienst X.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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