Deutsche Tageszeitung - Iran-Verhandlungen: Washington und Teheran wiederholen Maximal-Forderungen

Iran-Verhandlungen: Washington und Teheran wiederholen Maximal-Forderungen


Iran-Verhandlungen: Washington und Teheran wiederholen Maximal-Forderungen
Iran-Verhandlungen: Washington und Teheran wiederholen Maximal-Forderungen / Foto: © AFP

Trotz gegenteiliger Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einer angeblich kurz bevorstehenden Einigung in den Verhandlungen mit dem Iran liegen Washington und Teheran in wesentlichen Punkten offenbar weiterhin über Kreuz. So erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social, iranische Angaben über den Inhalt eines solchen Vertrags "entbehren jeder Realität". Es sei unmöglich, mit den Iranern "in guten Glauben zu verhandeln", fügte er hinzu.

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Trump hatte bereits mehrfach erklärt, die Gespräche mit dem Iran stünden kurz vor einer Einigung. Er gehe davon aus, dass der neue oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, die in Grundzügen ausgehandelte Vereinbarung persönlich abgesegnet habe, sagte Trump. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna hatte berichtet, dass die "Grundzüge des aktuellen Textes" derzeit fertiggestellt würden.

Irna und die iranische Nachrichtenagentur Mehr hatten über angebliche Inhalte der Absichtserklärung berichtet, die sich wie eine Wunschliste Teherans lesen. Demnach hätte die Einigung ein Ende der Kämpfe im Libanon, die Kontrolle des Iran über die Straße von Hormus, die Freigabe von iranischen Vermögenswerten und eine Fortführung der Urananreicherung beinhaltet.

"Die den Lügenmedien zugesteckten Bedingungen haben nichts mit den Punkten zu tun, denen wir schriftlich zugestimmt haben", erklärte Trump dazu bei Truth Social. Die Aussagen aus dem Iran seien "schwach und erbärmlich" und die Iraner "sehr unehrenhafte Menschen".

Wenig später teilte ein ranghoher Beamter des Weißen Hauses mit, der Iran habe sich zum Verzicht auf sein Atomprogramm und zu einer Öffnung der Straße von Hormus verpflichtet. Außerdem sei Teheran damit einverstanden, eingefrorene Vermögenswerte erst dann zurückzuerhalten, wenn es andere Punkte aus dem "leistungsbasierten Abkommen" erfüllt. Einen Großteil dieser Forderungen erhebt die US-Regierung allerdings seit dem Beginn der Verhandlungen.

Daraufhin erklärte Irans Außenminister Abbas Araghtschi wiederum im Onlinedienst X, beide Parteien seien einer Einigung "nie näher gewesen". Bis zum vollständigen Abschluss der Gespräche sollten Medien "Abstand von Spekulationen über den Inhalt nehmen", führte er weiter aus. Die Inhalte würden zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.

(A.Nikiforov--DTZ)

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