Deutsche Tageszeitung - Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff in Südrussland

Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff in Südrussland


Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff in Südrussland
Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff in Südrussland / Foto: © The 93rd Kholodnyi Yar Separate Mechanized Brigade/AFP/Archiv

Im Süden Russlands ist bei Drohnenbeschuss aus der Ukraine nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. "Ukrainische Drohnen haben den Bezirk Temrjuk angegriffen", erklärte der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, am Samstag in Onlinedienst Telegram. Die russische Armee schoss nach eigenen Angaben in der Nacht zum Samstag 177 ukrainische Drohnen ab. In der Ukraine wiederum wurden der UNO zufolge im Mai so viele Zivilisten getötet und verletzt wie zuletzt im April 2022.

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Bei dem ukrainischen Angriff wurden Hafenanlagen im Bezirk Temrjuk am Asowschen Meer beschädigt, in der Nähe der Meerenge von Kertsch, die Russland von der seit 2014 von Moskau besetzten Halbinsel Krim trennt.

"Durch herabfallende Drohnentrümmer ist ein Feuer in einem Hafenbahnhof ausgebrochen", erklärte der Gouverneur weiter. Ein Mensch sei getötet und mindestens drei weitere seien nach bisherigen Informationen verletzt worden. 96 Menschen seien im Einsatz, um die Flammen zu löschen.

Der UNO zufolge lag die Zahl der verletzten oder getöteten Zivilisten in der Ukraine im Mai um 93 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Im Mai diesen Jahres wurden mindestens 274 Zivilisten getötet und 1763 verletzt, im Mai 2025 waren es noch 191 Tote und 865 Verletzte, wie aus einem Bericht der UN-Menschenrechtsmission in der Ukraine hervorgeht. Allein aus Kiew wurden 26 Tote und 102 Verletzte im Mai gemeldet. Im Vergleich zum April stieg die Gesamtzahl der Verletzten und Toten in der Ukraine um 23 Prozent an.

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hatte Moskau und Kiew bereits Ende Mai zur Zurückhaltung aufgerufen. "Nehmen Sie die Verhandlungen wieder auf und beenden Sie das Leid", forderte er. "Das humanitäre Völkerrecht verlangt von den Konfliktparteien, alle praktisch möglichen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um Schaden von Zivilpersonen abzuwenden", betonte Türk mit Blick auf die gestiegene Zahl der zivilen Opfer.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe innerhalb Russlands verstärkt. Sie rechtfertigt die Angriffe als Vergeltung für die massiven russischen Bombenangriffe auf die Ukraine in dem seit mehr als vier Jahren anhaltenden Konflikt. Kiew betont, dass die ukrainische Armee vor allem militärische Anlagen und Energie-Infrastruktur angreift, um der Kriegskasse des Kreml wichtige Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe zu entziehen.

(V.Sørensen--DTZ)

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