Deutsche Tageszeitung - Großbritannien setzt russischen Öltanker im Ärmelkanal fest

Großbritannien setzt russischen Öltanker im Ärmelkanal fest


Großbritannien setzt russischen Öltanker im Ärmelkanal fest
Großbritannien setzt russischen Öltanker im Ärmelkanal fest / Foto: © AFP

Großbritannien hat am Sonntag nach Angaben der Regierung im Ärmelkanal einen zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker aufgebracht. "Bei dem ersten Einsatz dieser Art unter britischer Führung wurde das Schiff 'Smyrtos' von Kommandos der Königlichen Marine und speziell geschulten Sicherheitskräften der Nationalen Behörde zur Verbrechensbekämpfung angehalten und überprüft", teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

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"Trotz aller Bemühungen Russlands, Sanktionen zu umgehen und seinen barbarischen Krieg gegen die Ukraine zu schüren", sei der Tanker aufgebracht worden, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit. Das Schiff solle zu einem Ankerplatz vor der Südküste Englands gebracht und unter Aufsicht gestellt werden. Der sechsstündige Einsatz in den frühen Morgenstunden wurde aus der Luft und von Marineschiffen wie der Fregatte "HMS Sutherland" unterstützt.

"Russland hängt von seiner Schattenflotte ab, um seinen Konflikt in der Ukraine zu finanzieren, und unser Verbot verschafft Putins illegalem Krieg einen Schlag", sagte der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis mit Verweis auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Einsatz sei "in enger Koordination mit den Franzosen" erfolgt.

Eine Störung der Schattenflotte habe "direkt die Ressourcen getroffen, die Russlands Aggression in der Ukraine stützen, und dessen Fähigkeit verringert, die Sicherheit in Europa und darüber hinaus zu bedrohen", fügte Jarvis hinzu.

Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, der Einsatz sei "noch ein weiterer Schlag gegen Russland" und erinnere diejenigen, "die Putins Krieg in der Ukraine schüren, daran, dass sie sich nicht verstecken können".

Großbritannien hat Sanktionen gegen hunderte Schiffe verhängt, die mutmaßlich der russischen Schattenflotte angehören. Sie dürfen keine britischen Häfen anfahren oder Infrastruktur nutzen. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte.

Die britische Regierung hatte der Armee des Landes im März die Erlaubnis erteilt, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen. London reagierte damit auf die Lockerung der US-Sanktionen gegen russisches Öl, mit der Washington die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges gegen den Iran dämpfen wollte.

(A.Nikiforov--DTZ)

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