Deutsche Tageszeitung - Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen

Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen


Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen
Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen / Foto: © AFP/Archiv

Nach monatelangen Beratungen legt die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission am Dienstag ihre Reformempfehlungen vor. Der Bericht des Expertengremiums werde dann an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben, sagte ein Regierungssprecher am Freitag. Gewerkschaften und Sozialverbände warnten die schwarz-rote Koalition im Vorfeld vor der Umsetzung von Maßnahmen, die zu Rentenkürzungen oder einem späteren Renteneintrittsalter führen.

Textgröße ändern:

Die 13-köpfige Kommission zur Alterssicherung hatte seit Januar für die Reform des deutschen Rentensystems beraten, dessen Finanzierbarkeit durch den demografischen Wandel vor großen Herausforderungen steht. Laut "Handelsblatt" konnten die Experten mehrheitlich rund 30 einzelne Empfehlungen beschließen. Details wurden bisher nicht bekannt.

Die Übergabe ihres Berichts an die Regierung erfolgt am Dienstagvormittag (9.00 Uhr) im Kanzleramt, wie der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer sagte. Merz und Bas wollen demnach danach vor den Presse treten. Die beiden Vorsitzenden der Kommission, Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda, würden dann ihrerseits in einer eigenen Pressekonferenz über Details der Vorschläge informieren.

Meyer wollte sich noch nicht zum weiteren Vorgehen der schwarz-roten Koalition bei der Rentenreform äußern. Die Vorlage des Kommissionsberichts sei "ein ganz wesentlicher Meilenstein" auf dem Weg zur Alterssicherung der Zukunft, sagte er. "Alle weiteren Schritte gehen wir dann danach an."

"Die Empfehlungen der Rentenkommission werden wir in der kommenden Woche zuallererst gemeinsam mit unserem Koalitionspartner besprechen", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). Dann würden CDU, CSU und SPD "die Sommerpause dafür nutzen, entsprechende Gesetzentwürfe zu erarbeiten".

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatte Ende Mai angekündigt, falls die Rentenkommission ihre Empfehlungen einstimmig beschließen würde, werde die Koalition diese auch "so umsetzen". Da es bei Einzelempfehlungen kein einstimmiges Votum gab, blieb am Freitag die Frage offen, ob zumindest der Bericht als Ganzes einstimmig verabschiedet wurde.

Gewerkschaften und Sozialverbände wandten sich vorab gegen mögliche Einschnitte bei der gesetzlichen Rente. Verdi-Chef Frank Werneke forderte "die Stabilisierung des Rentenniveaus über das Jahr 2031 hinaus". Denn "über die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland besitze keine andere Absicherung im Alter", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In Ostdeutschland seien es sogar drei Viertel. Ein mögliches späteres Renteneintrittsalter lehnte Werneke als "Rentenkürzung durch die Hintertür" ab.

Der Gewerkschaftschef wandte sich auch dagegen, Beitragseinnahmen in der gesetzlichen Rente abzuzweigen, um darüber eine Kapitaldeckung aufzubauen. Richtig sei, "die betriebliche Altersversorgung auszubauen", auch in kleineren Betrieben und zwar "mit ausreichend hohen Arbeitgeberanteilen".

Eine "echte Stärkung" der gesetzlichen Rente forderte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele. Die Reformvorschläge der Rentenkommission müssten "sozial gerecht und zukunftssicher" sein, sagte sie ebenfalls den Funke-Zeitungen. Bentele warnte, derzeit hätten viele Menschen "große Angst vor Rentenkürzungen, einer höheren Regelaltersgrenze oder einer Verschlechterung der Witwenrente".

Die Reformvorschläge der Rentenkommission sollten vor allem darauf zielen, "das Vertrauen der Menschen in die Alterssicherung zu sichern", forderte die SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier gegenüber den Funke-Zeitungen. Sie forderte ebenfalls "ein stabiles Rentenniveau, eine verlässliche Finanzierung und wirksame Maßnahmen gegen Altersarmut". Reformansätze, die einseitig auf längere Lebensarbeitszeiten setzen, lehnte Engelmeier ab.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

US-Vertreter: Israel und die Hisbollah einigen sich auf eine Waffenruhe

Zwei Tage nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens über ein Ende des Iran-Krieges haben sich Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon nach Angaben aus Washington auf eine Waffenruhe verständigt. Die Feuerpause sei von Vermittlern aus Katar und den USA ausgehandelt worden, nachdem sie mit den Regierungen Israels und des Iran gesprochen hatten, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Beirut meldete derweil mindestens 47 Tote bei den jüngsten israelischen Angriffen.

Linken-Chefin Schwerdtner: Der Gegner steht rechts - Linke muss sich wappnen

Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner hat ihre Partei dazu aufgerufen, mit aller Kraft gegen einen Rechtsruck im Land zu kämpfen. "Der Gegner steht immer noch rechts", sagte sie am Freitag beim Bundesparteitag der Linken in Potsdam. Und in Ostdeutschland trete dieser Gegner "gerade an die Schwelle zur Macht".

Kritik an Spahn wegen Treffen mit umstrittenem US-Milliardär Thiel

Unions-Fraktionschef Jens Spahn steht nach dem Bekanntwerden von Treffen mit dem umstrittenen US-Milliardär Peter Thiel in der Kritik. Zwar müsse jeder selbst wissen, wessen Nähe er suche, "in diesem Fall wirft das allerdings ein fragwürdiges Licht auf den Fraktionschef unseres Koalitionspartners", sagte der SPD-Politiker Ralf Stegner am Freitag dem Portal t-online. Kritik kam auch von Grünen und Linkspartei.

UN-Menschenrechtsexperten kritisieren US-iranisches Rahmenabkommen scharf

Eine Gruppe von Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen hat das Rahmenabkommen der USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges scharf kritisiert, weil es nicht die Situation der seit langem leidenden Zivilbevölkerung im Iran berücksichtigt. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung schrieben 18 unabhängige UN-Fachleute, dass "jede Vereinbarung, die nicht die Menschenrechtssituation im Iran berücksichtigt, grundlegend unvollständig" sei.

Textgröße ändern: