Deutsche Tageszeitung - Bund hält an Plan zu Einstieg bei Rüstungskonzern KNDS fest

Bund hält an Plan zu Einstieg bei Rüstungskonzern KNDS fest


Bund hält an Plan zu Einstieg bei Rüstungskonzern KNDS fest
Bund hält an Plan zu Einstieg bei Rüstungskonzern KNDS fest / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesregierung hält trotz der Verschiebung des Börsengangs an ihrem Plan zum Einstieg beim Rüstungskonzern KNDS fest. "Wir sind weiter daran interessiert, gemeinsam mit den französischen Partnern das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Die Bundesregierung respektiere die Entscheidung des Unternehmens, die Pläne für den Börsengang zu pausieren, und werde die Lage "weiterhin beobachten und bewerten".

Textgröße ändern:

Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung den Einstieg beim Rüstungskonzern KNDS angekündigt. Der Börsengang von KNDS in Paris und Frankfurt am Main sollte den Einstieg des Bundes bei dem Rüstungskonzern ermöglichen. Am Mittwochabend teilte der Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers aber mit, den Börsengang zu verschieben. Angesichts der "Volatilität des europäischen Verteidigungssektors" solle auf "günstigere Marktbedingungen" gewartet werden.

Die Verhandlungen zum Einstieg des Bundes "fußten auf der Erwartung eines erfolgreichen Börsengangs, den das Unternehmen weiterhin in Betracht zieht", sagte dazu die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. "Die Bundesregierung hatte in intensiven und konstruktiven Verhandlungen mit Frankreich und der Anteilseignerfamilie eine Verständigung auf Eckpunkte für eine Beteiligung erzielt, die ausgewogene Einflussrechte von Deutschland und Frankreich festschreibt", fügte sie hinzu. "Diese sichern einerseits den Schutz der beiderseitigen Sicherheitsinteressen auf Augenhöhe und legen andererseits die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens."

KNDS stellt neben dem Kampfpanzer Leopard 2 auch den Schützenpanzer Puma, gepanzerte Boxer-Fahrzeuge und Artilleriesysteme wie die Panzerhaubitze 2000 her. Aktuell halten der französische Staat und die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann jeweils 50 Prozent an KNDS. Der französische Anteil sollte laut der von Paris und Berlin verkündeten Einigung im Zuge eines Börsengangs auf 40 Prozent sinken, der Bund sollte einen Anteil in derselben Höhe von der Wegmann-Familie übernehmen. Die restlichen 20 Prozent sollten an die Börse gebracht werden - dies wurde nun verschoben.

KNDS ist aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter hervorgegangen. Der Konzern hat insgesamt rund 11.000 Mitarbeiter. In Deutschland unterhält KNDS elf seiner weltweit 34 Standorte.

Der Börsengang des deutsch-französischen Konzerns sollte einer der größten im europäischen Verteidigungssektor in jüngerer Zeit sein. Allerdings schwankten Rüstungsaktien, die in der Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine vor gut vier Jahren stark zugelegt hatten, zuletzt teilweise stark. Im Januar hatte beispielsweise der tschechische Rüstungskonzern CSG zwar einen starken Start beim Börsengang hingelegt. Inzwischen hat das Papier aber mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Chef des Dachverbandes der DDR-Opfer kritisiert Linken-Forderung nach Enteignung

Der Vorsitzende des Dachverbands der DDR-Opfer, Dieter Dombrowski, hat die Forderung der Berliner Linken nach Enteignung von Wohnungskonzernen auch wegen der Erfahrungen in der DDR kritisiert. "Was Verstaatlichung für Folgen hat, konnte man vor 1989 in ganz Osteuropa und der DDR sehen", sagte Dombrowski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben). "Wohnungen gab es damals keine. Und wenn es welche gab, dann waren sie in einem jämmerlichen Zustand - mit Ausnahme der Neubauten."

"Ich labere nicht": Schulze und Siegmund liefern sich in Sachsen-Anhalt Rededuell

Rund anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten von AfD und CDU ein teils heftiges Rededuell geliefert. Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze und sein AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund warfen sich am Mittwochabend in der MDR-Sendung "Fakt ist!" aus Magdeburg gegenseitig politisches Versagen vor. Die AfD habe "kein Konzept für die Zukunft von Sachsen-Anhalt", etwa für die Schaffung von Arbeitsplätzen, sagte Schulze.

Sana Surselva kippt Schließung der Geburtshilfe in Ilanz

Sana Surselva behält die Geburtshilfe in Ilanz. Gleichzeitig trennt sich das Unternehmen von CEO Markus Fisch. Die Entscheidung folgt auf Kritik am Sparpotenzial.

Vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Heftiges Rededuell zwischen Kandidaten von CDU und AfD

Rund anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten von AfD und CDU ein teils heftiges Rededuell über ihre politischen Ziele geliefert. Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze warf seinem AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund am Mittwochabend in der Sendung "Fakt ist!" des MDR vor, "kein Konzept für die Zukunft für Sachsen-Anhalt" zu haben, etwa für die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Textgröße ändern: