Deutsche Tageszeitung - AfD wählt drei neue Vizevorsitzende - Höcke-Vertrauter Möller mit bestem Ergebnis

AfD wählt drei neue Vizevorsitzende - Höcke-Vertrauter Möller mit bestem Ergebnis


AfD wählt drei neue Vizevorsitzende - Höcke-Vertrauter Möller mit bestem Ergebnis

Nach der Wiederwahl des Führungsduos aus Alice Weidel und Tino Chrupalla hat der AfD-Bundesparteitag die Riege der drei stellvertretenden Parteivorsitzenden vollständig neu besetzt. Das beste Ergebnis bei der Wahl zum AfD-Vizechef erhielt am Samstag in Erfurt mit 76,5 Prozent der AfD-Politiker Stefan Möller, der seit zwölf Jahren den thüringischen Landesverband gemeinsam mit Björn Höcke führt und als dessen Vertrauter gilt. "Ich habe eine dicke Akte beim Verfassungsschutz", sagte Möller bei seiner Vorstellung vor den Parteitagsdelegierten.

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Zur weiteren Vizevorsitzenden der Bundes-AfD wurde die Fraktionschefin im Bayerischen Landtag, Katrin Ebner-Steiner, gewählt. Sie trat wie Möller ohne Gegenkandidat an, kam aber nur auf 55,7 Prozent der Stimmen.

Auch der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Sven Tritschler wurde zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt - auf Vorschlag von Parteichefin Alice Weidel. Tritschler setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 50,7 Prozent gegen den bisherigen Parteivize Kay Gottschalk durch, der nur auf 36,1 Prozent kam. Die bisherigen Parteivizes Stephan Brandner und Peter Boehringer waren nicht mehr angetreten.

Möller sagte in seiner Bewerbungsrede, dass er ein "Freund und Weggefährte" des thüringischen Landeschefs Höcke sei. Möller trat aber dem Verdacht entgegen, dass er "sozusagen aus seinem Büro ferngesteuert werde". Im AfD-Bundesvorstand wolle er sich vor allem um Strategie und Organisation kümmern und für "Einheit im Inneren und Dominanz der AfD nach außen" sorgen, damit die Partei im Bund auf ähnlich hohe Zustimmung kommt wie in Thüringen.

Tritschler sprach sich für einen kompromisslos harten Kurs in der Migrationspolitik und für das Konzept der Remigration aus - also die massenhafte Ausweisung von Menschen mit ausländischen Wurzeln aus Deutschland. "Gerade jetzt an der Schwelle zur Macht muss für uns alle gelten: Unser Kern ist nicht verhandelbar. Remigration ist nicht verhandelbar. Reindustrialisierung ist nicht verhandelbar. Und vor allem unser Volk ist nicht verhandelbar", sagte Tritschler.

Die bayerische AfD-Politikerin Ebner-Steiner warb damit, sich im Bundesvorstand vor allem um Organisation und Professionalisierung der Parteiarbeit zu kümmern. "Wir sind die zukünftige Regierungspartei der Bundesrepublik Deutschland", sagte sie. "Unsere liebe Alice Weidel wird Kanzlerin von Deutschland werden." Deswegen müsse die Partei auf allen Ebenen "optimal organisiert, aufgebaut und geführt" werden.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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