Deutsche Tageszeitung - 250 Jahre USA: Trump feiert sich selbst und warnt vor "Kommunisten"

250 Jahre USA: Trump feiert sich selbst und warnt vor "Kommunisten"


250 Jahre USA: Trump feiert sich selbst und warnt vor "Kommunisten"
250 Jahre USA: Trump feiert sich selbst und warnt vor "Kommunisten" / Foto: © AFP

In einer Rede zum 250-jährigen Bestehen der USA hat Präsident Donald Trump das Land und sich selbst gepriesen und die oppositionellen Demokraten pauschal als "Kommunisten" verunglimpft. Am Unabhängigkeitstag am 4. Juli feierten die USA "den Triumph der Freiheit über die Tyrannei", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit, Sonntagfrüh MESZ) in Washington. Die Amerikaner würden sich die Freiheit nicht mehr nehmen lassen, erst recht nicht von Kommunisten.

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Trump sprach vor tausenden jubelnden Anhängern, die, wie schon bei seinen Wahlkampfauftritten, "USA, USA" skandierten. Trump hatte am Vorabend in einer Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore ebenfalls vor einer angeblichen "kommunistischen Bedrohung" in den USA gewarnt. Er spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Demokraten-Politiker an, unter anderem in New York.

In Washington verglich er den Kommunismus mit einem "Krebs, den man herausschneiden muss". Seine Wortwahl erinnerte an die Zeit zu Beginn des Kalten Krieges. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der republikanische Senator Joseph McCarthy eine "rote Gefahr" heraufbeschworen und mit der Verfolgung angeblicher Kommunisten eine regelrechte Hysterie erzeugt.

Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, die 250-Jahr-Feiern für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen und das Land damit weiter zu spalten. In knapp vier Monaten finden die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress statt.

Trump sagte weiter, unter seiner Führung seien die USA "stolzer denn je zuvor". Der 80-Jährige sprach auf einer Freiluftbühne auf der National Mall, er war nach mehreren Attentatsversuchen jedoch durch eine Panzerglasscheibe geschützt. Er lobte dabei erneut seine militärischen Erfolge im Iran und in Venezuela.

"Wir lieben Trump, uns hat seine Rede gefallen", sagte der 70-jährige Richard Sullivan, der mit seiner Frau Nancy aus dem Bundesstaat Virginia angereist war. "Er macht uns stolz, Amerikaner zu sein."

Politiker aus dem linken Lager wie der Senator Bernie Sanders und der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hatten dem Präsidenten zuvor vorgeworfen, das Land zu polarisieren. Sanders erklärte, dem Präsidenten gehe es nicht um Amerika, sondern um "Trump zuerst". Newsom kritisierte, US-Bürger müssten das Gefängnis fürchten, wenn sie nicht nach dem Willen des Präsidenten handelten.

Trump hatte "die spektakulärste aller Trump-Kundgebungen" angekündigt. Daran schloss sich das nach seinen Worten "größte Feuerwerk der Welt" mit einer Rekordzahl von 850.000 Böllern an.

Die Rede des Präsidenten hatte sich durch ein Gewitter verzögert und endete erst kurz vor Mitternacht. Die mit Zäunen abgeriegelte Nationalpromenade im Zentrum der Hauptstadt musste deshalb zeitweise evakuiert werden. Vor dem Gewitter hatte es eine mehrstündige Flugschau gegeben, bei der Kampfjets über Washington donnerten.

Die traditionelle Parade zum Unabhängigkeitstag in Washington war wegen "extremer Hitze" abgesagt worden. Auch andernorts fielen bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius die Paraden aus - darunter Philadelphia, wo Vertreter der 13 Ostküsten-Kolonien am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung von Großbritannien unterzeichnet hatten.

Die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft im Jubiläumsjahr machte auch ein Aufmarsch vermummter Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Patriot Front nahe des Kapitols deutlich. Sie riefen "Reclaim America!" (Erobert Amerika zurück). Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen - die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.

Der amerikanische Papst Leo XIV. nutzte die 250-Jahr-Feiern dagegen für eine Botschaft der Versöhnung: "Die Verteidigung menschlichen Lebens umfasst auch das Willkommenheißen, den Schutz und die Unterstützung von Einwanderern, deren Hoffnungen, Opfer und Beiträge von Beginn an Teil der Geschichte dieses Landes gewesen sind", erklärte der in Chicago geborene Pontifex. Trump hatte dagegen Massenabschiebungen angeordnet.

(W.Uljanov--DTZ)

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